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Zwöflter Band.
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Z 26 Brasilien und Südamerika.

Trennungen hervor, welche den neuen Staaten Wunden schlugen, die noch immerauf Heilung warten. Die Trennung Perus in zwei Staaten, Peru und Bolivia,erfolgte im Jahre 1824, gleich nach der Schlacht bei Ayacucho. General Sucre,der Sieger, überschritt den Dcsaguadero, welcher von jeher Oberperu von Nieder-peru trennte, und ließ zu Chuquisaca eine constituirende Versammlung zusammen-treten. Dieser Ort verdankte diese Auszeichnung seiner Freiheitsliebe. Bereits am25. Mai 1809 hatte in Chuquisaca eine revolutionäre Erhebung stattgefunden, welcheauf eine Lossagung vom Mutterlande hinzielte. Diese constituirende Versammlungwar es nun, welche auf den Wunsch Bolivar's die Freiheit und UnabhängigkeitOberperus decretirte und den neuen Staat bei seinem Namen nannte. Die obersteGewalt wurde dem Befreier Bolivar auf Lebenszeit übertragen; zum Stellvertreterwählte man dessen Adjutanten, General Sucre. Die vom Cvngreffe im Jahre 1826beschlossene Constitution erhielt die Genehmigung Bolivar's, der selbst nach Boliviaging und hier mehre nützliche Einrichtungen traf, namentlich in Betreff des Schul-Wesens, welche zum Theil jetzt noch fortdauern. Die Ruhe währte aber nicht lange:sie ward gestört nach innen wie nach außen, namentlich durch den Krieg mit Peru.In diesem, anfangs nur dem Namen nach bestehenden Freistaate herrschten nach-einander Sän-Martin und Bolivar, unter der Benennung von Protcckoren. Mansuchte alsdann einen mehr geregelten Zustand zu begründen; Präsidenten traten andie Spitze des Staats, die sich gewöhnlich nicht lange behaupten konnten. Militär-aufstände und dem Bestehenden feindliche Verkündigungen, Pronunciamentos genannt,stürzten schnell nacheinander mehre Präsidenten. Eamarra hieß der Erste, welchersich, wenn auch nicht ohne wiederholte Kämpfe, bis zum gesetzlichen Ende seinerPräsidentschaft in der Macht behaupten konnte. Unter ihm kani es zum ersten malzu offenen Feindseligkeiten mit Bolivia, welche durch den Frieden zu Piquiza imJahre 1828 ihr Ende erreichten. Bolivar entließ die fremden Hülfstruppcn und ver-sammelte die Abgeordneten des Landes, um die Verfassung von 1826 nach den Wün-schen Perus zu revidiren. Infolge dessen ward 1829 General Santa-Cruz von derVersammlung zum Präsidenten Bolivias erhoben, der alsbald damit umging, dieunglückselige Trennung zu beseitigen, und beide, Ober- und Niedcrperu unter feinerOberherrlichkeit zu vereinigen. Die Verhältnisse begünstigten die Unternehmung. InPeru war bei dem gesetzlichen Ende seiner Präsidentschaft (18. Dec. 1833) an dieStelle Gamarra's General Orbegoso von der Versammlung zum Präsidenten ge-wählt worden. Gamarra erregte jetzt einen Aufruhr, der sich bald über alle Mar-ken der Republik verbreitete. Orbegoso ward in mehren Treffen geschlagen, undsah sich von einem großen Theile seiner Truppen verlassen, sodaß er bei Santa-Cruzund Bolivia um Hülfe nachsuchen mußte. Santa-Cruz folgte dem Hülferufe mitFreuden. Die Bolivier kamen herbei, schlugen Orbegoso's Gegner und führten de»Präsidenten am 9. Jan. 1836 siegreich nach Lima zurück. Nun schritt Santa-Crujalsbald zur Einigung der getrennten Landeskheilc. Die Peru-Bolivianische Confö-deration ward geschaffen, dann in eine Anzahl Departements, in die des Nordensund in die des Südens, abgetheilt. Den nördlichen, den Departements des Ama-zon, von Junin, Libertad und Lima, wurde Orbegoso als Präsident vorgesetzt; densüdlichen Departements Mosqucgua, Arequipa, Puno, Cuzco und Ayacucho Gene-ral Herrera. Über Beiden stand Santa-Cruz unter dem Namen Protektor der Peru-Bolivianischen Conföderation. Zwei Ständeversammlungen, zu dem Endzwecke ge-wählt, die von Sicuani und Huaure, genehmigten diese Umgestaltung.

Kaum war die Conföderation geschlossen, fo drohten ihr aber auch schon aller-lei Gefahren von innen wie von außen. Eine auf fremden Truppen beruhende Ge-walt, wie dies bei dem despotischen Regiment Spaniens der Fall gewesen, konnteleickt die fernsten, durch Gebirge und Ströme getrennten Länder zusammenhalten.Viel schwieriger war dies dagegen bei republikanisch regierten und zugleich wenig er-leuchteten Völkerschaften, wo augenblickliche Leidenschaften und Gehässigkeiten all«Art nicht selten den Sieg über Einsicht und bleibende Vortheile davontragen. Die