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Zwöflter Band.
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Brasilien und Südamerika.

sogleich einen so feindseligen Charakter gegen den provisorischen Director der Kon-föderation an, daß dieser sich genöthigt sah, sie bereits am 24. Juni aufzulösen.Kaum aber hatte Urquiza die Hauptstadt verlassen, um sich aus den nach Santa-Feberufenen Generalcongreß aller Provinzen zu begeben, als am 12. Sept. die Be-völkerung derselben sich fast einstimmig erhob, die ausgelöste Provinzialkammer wie-der in ihre Rechte einsetzte, und sich eine eigene Regierung bildete, an deren Spitzeder vr. Alsina und der Todfeind des Directors, General Pinto, traten. Die so-nannte liberale Partei, welche solange von Rosas niedergehalten worden war, hattedie Gewalt in den Handen, und erklärte, daß, müde einer 20jährigen Tyrannei,die Stadt nicht blos den Herrn zu wechseln geneigt sei, sondern die Herstellung derwirklichen bürgerlichen und republikanischen Freiheit beabsichtige. Die erste nationaleUnabhängigkeitserklärung vom 25. Mai 1810 solle die unveränderliche Grundlageder Neugestaltung der Dinge werden. Der Wurf war somit gefallen und der Bür-gerkrieg abermals unvermeidlich. Im ersten Augenblick glaubte zwar Urquiza, überdie wahre Bedeutung dieser unerwarteten Erhebung getäuscht, sie rasch mit der Ge-walt der Waffen unterdrücken zu können, und dirigirte daher sogleich die ihm zu-gebote stehenden Contingente der Provinzen von Santa-Fe und Entre-Nios gegendie Hauptstadt. Als er aber am 7. Sept. in Santo-Nicolao dos Arroyos mit etwa2000 Mann ankam, erhielt er die Überzeugung, daß seine Macht nicht mehr hin-reiche, Buenos-Ayres zu unterwerfen. Er ließ sich daher zu Unterhandlungen her-bei, versprach die Hauptstadt nicht ferner in der Constituirung ihrer Verfassung zustören, die gefangengehaltenen Bürger von Buenos-Ayres sowie das der Stadtgehörige Kriegsmaterial herauszugeben, und sich mit seinen Truppen nach Santa-Feund Entre-Rios zurückzuziehen, wogegen auch die noch in der Hauptstadt zurück-gehaltene entre-rionische Division des Generals Urdinarrain freien Abzug erhaltensollte. Nach dieser offenbaren Niederlage zog Urquiza sich nach Entre-Rios zurück.Den Titel eines Directors der Argentinischen Conföderation behielt er indessen bei,hoffend mit dem Beistande der übrigen Provinzen sehr bald wieder Herr der abtrün-nigen Hauptstadt zu werden.

Aber auch in den Provinzen waren plötzliche Umwälzungen noch immer an derTagesordnung, und der Sondergeist trat trotz des Aushängeschildes der allgemeinennationalen Reorganisation überall deutlich hervor. Entre-Rios zwar war seit lan-ger Zeit all die unumschränkte Herrschaft Urquiza's gewöhnt und Santa-Fe ihmvöllig ergeben, auch in Cordova vermochte der Gouverneur Don Lopez sich ebensowie in Santa-Joao der General Benavidez mit seiner Hülfe an der Spitze der Pro-vinzialregierungen zu erhalten; aber die Hinrichtungen, welche der grausame Gui-terricz in Tucuman vornehmen ließ, hatten die drei nördlichsten Provinzen Santiago,Tucuman und Catamarca zu dem Sonderbunde von Huarra getrieben, um sich vonder Bedrückung ihres speciellen Tyrannen wieder zu befreien. Im Süden hingegenzeigten bereits die kriegerischen Jndianerstämme, welche einst den Dictator Rosas zurHerrschaft geführt hatten und lange Zeit hindurch seine gefürchtetste Stütze gewesenwaren, daß sie abermals nicht abgeneigt wären, an der allgemeinen Verwirrungtheilzunehmen. Aber nicht mehr Anhänger, sondern Feinde Rosas' standen an ihrerSpitze. Unter diesen Umständen war die Politik des Abwartcns für Urquiza offen-bar diejenige, welche ihm die meisten Aussichten bot. Die Stadt Buenos-Ayres mitihrem reichen Handelsstande und ihren vielen Fremden nimmt dem weiten innernLande gegenüber ungefähr denselben Standpunkt ein, wie Montevideo gegenüber derBands - oriental. Wie aber die einzelnen Provinzen nur durch Gewalt der Waffeneiner von der Hauptstadt ausgehenden Centralregierung in Gehorsam erhalten wer-den können, so wird sich auch auf diese Haupt- und einzige Handelsstadt einer vomInnern ausgehenden Centralgewalt niemals freiwillig fügen wollen. Die Erhebungvon Buenos-Ayres traf daher, trotz ihrer liberalen Tendenz, keineswegs auf Sym-pathien der Provinzen, ja sie wurde sogar sehr bald auf das Weichbild der Stadtselbst zurückgedrängt. Die unruhige Bevölkerung der eigenen Provinz der Hauptstadt