li-
tt.
?e
e-
e°^
tze
b-
te
n,
er
>le
ge
w°
>er
;e>
u-
len
v«
in-
er-
z»
adt
F-
ick-
ten
rck.
bei,'
Min-
der
aen
an-
hm
mso
wo-
>ui-
rgo,
von
gen
zur
esen
ung
)rer
fen-
mit
lern
der
ffen
ver-
,om
ung
ym-
tadt
iadt
Brasilien und Südamerika. 369
nämlich, aufgeregt durch die alten Anhänger des gefallenen Dictators, erhob sich gegendie Präponderanz der Bonaresen, und der Oberst Lagos vermochte es von neuem,die Fahne desjenigen Mannes zu erheben, der wenige Monate vorher erst, von Allenverlassen, am Bord eines englischen Schiffes entkommen war. Die Hauptstadtwurde demnach von zahlreichen wilden Banden abermals eingeschlossen. Die Be-geisterung und Aufopferung der Bürger verleugnete sich aber nicht in dieser schwie-rigen Lage.
Auch die Fremden, zumal die zahlreichen Italiener, griffen zu den Waffen, unddie Umgegend wurde der Schauplatz ununterbrochener kleiner und größerer Kampfe,welche den grausamen Charakter der spanischen Rare nur allzu grell zur Schau tru-gen. Da die Stadt keine Hülfe von den übrigen Provinzen erwarten konnte, soschien sie umsomehr unterliegen zu müssen, als auch Don Luiz Rosas, ein Ver-wandter, aber Feind des gleichnamigen Dictators, welcher mit in den südlicheil Pam-pas gesammelten Haufen Gauchos und Indianern zu ihrem Entsatze herbeieilte, vonden Belagerern geschlagen und gefangen worden war. Zudem erfaßte auch Urquizaden günstigen Moment, trat aus seiner scheinbaren Neutralität plötzlich heraus undschloß sich mit Truppen der Provinzen Entre-Rios und Santa-Fe im Februar1854 den Belagerern an. In dieser Bedrängniß richtete die Stadt Hülfe suchendihre Blicke nach Brasilien. So sehr es aber auch im Interesse Brasiliens liegt,der Hauptstadt der La Plata-Staaten eine gewisse Selbständigkeit zu verschaffen,und es dahin trachten muß, daselbst eine zweite Dictatur zu verhindern, und sounverkennbar Urquiza bereits bewiesen hatte, wie wenig er sich zur Dankbarkeit fürdie brasilische Cooperation des vergangenen Jahres verpflichtet fühlte: befand sichdoch die brasilische Regierung nicht in der Lage, etwas Anderes zu thun, als ihrefriedliche Vermittelung anzubieten.
Unter diesen Wirren war der auf der Versammlung zu Santo-Nicoläo dosArroyos beschlossene Congreß in der Stadt Santa-Fe am 20. Nov. 1832 zusam-mengekommen. Alle Provinzen der argentinischen Republik waren vertreten; nurBuenos-Ayres weigerte sich Abgeordnete zu senden. Die wiederholten Versuche desDirectors Urquiza und des Congresses, sich mit Buenos-Ayres zu verständigen unddie Stadt zu vermögen, der Conföderation beizutreten, blieben fruchtlos. Der Bür-gerkrieg und die Verwüstungen dauerten noch lange fort, und erst am 8. Jan. 1855kam durch einen zu Paranä unterzeichneten Vertrag eine Ausgleichung zustande.Die Argentinische Conföderation, unter ihrem Präsidenten Urquiza, erkannte hiernachdie Selbständigkeit des Staates Buenos-Ayres an. Beide verpflichten sich jedoch,jeder Entfremdung eines nationalen Landes entgegenzutreten und sich der gemein-schaftlichen Flagge zu bedienen. Freihandel und Freizügigkeit sollten zwischen denbeiden Staaten auf der breitesten Grundlage geübt werden. Bereits im Mai 1855war der Congreß der constituirenden Versammlung der Argentinischen Conföderationzu Santa-Fe über eine neue Konstitution übereingekommen. Sie beruht auf denliberalen Ansichten, welche einer der trefflichsten Bürger von Buenos-Ayres, DonJuan Bautista Alberdi (gegenwärtig s1856s Gesandter seines Vaterlandes zu Pa-ris), in seinem vorzüglichen Werke über die Grundlagen der staatlichen Organisationder argentinischen Republik entwickelt hatte. *) Die argentinische Republik wurde
*) »vssss y puntos 6s pgrticla, pors Is organwstion politios 6e Is republios ^ogsn-tins. kor st Dr. l). .lusn Lsutists Xldsrcki" (Valparaiso 1852). Von diesem Werke sindinnerhalb weniger Tage zwei Auflagen erschienen. Der Argentinische Verein zu Chile, wel-cher aus den angesehensten, von Rosas vertriebenen Bürgern bestand, hatte früher bereits dieGrundsätze des Alberdi für die seinigen erklärt, und sie sind, wie wir sagten, später von demCongreffe zum Landesgesetz erhoben worden. Der Argentinische Verein zählte in Chile zu derZeit noch einige andere ausgezeichnete Schriftsteller, wie Sarmento, Verfasser vieler Schriftenüber Politik und Volkserziehung, worunter das vorzügliche Werk „tllvilwooion z-barbsris".Die im Verhältniß zum übrigen Südamerika größere Ruhe in Chile gestattete auch die Heran-Die Gegenwart. XII. 24