Preußen
nach seinen statistischen Verhältnissen seit dem Jahre 1849.
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l. Territorium. Bevölkerung. Bewegung der Bevölkerung. Städte. Nationalverschiedenheit.Kirchliche und Schulenverhältnifse.
Aie Bewegungen im öffentlichen Leben stehen mit dem Bedürfnisse nach statisti-schen Nachrichten in wechselseitig bedingendem Verhältnisse. Je allgemeiner das Ge°sammtinteresse des Volks bei den Handlungen seiner Staatsregierung betheiligt wird,um so lebendiger wird der Wunsch, eine möglichst vollständige, und genaue Kundevon allen Zuständen des Landes und den Erfolgen der Staatswirksamkeit auf die-selben zu erlangen. Es wird dadurch der Wissenschaft der Staatskunde ein geebne-ter und breiter Weg eröffnet, die Begierde, vfficielle Nachrichten geheimzuhalten, ver-schwindet. Die Regierung selbst macht es dann sich geflissentlich zur Aufgabe, rechtvollständige Materialien für alle Zweige ihrer Verwaltung zu liefern: denn sie er-lebt fast täglich die für sie vortheilhaste Erfahrung, daß selbst, wenn solche Mate-rialien, wie es allerdings nicht selten geschieht, zu Angriffen auf einzelne Unterneh-mungen der Staatsverwaltung als Beweismittel gebraucht werden, dennoch viel häu-figer die Rechtfertigung der Maßregeln und Anordnungen der Staatsverwaltungaus einem ausreichenden Verrathe statistischer Ermittelungen erfolgt.
Der preußische Staat hat gleichfalls reichlich diese Erfahrung in den letztensechs Jahren erprobt, und es erscheint daher als eine natürliche Folge, daß die Ar-beiten beider Kammern, die Vorlagen der Ministerien mit ihren begleitenden Com-mentaren, namentlich die jährlichen Budgets, welche in ihren vier Foliobänden infruchtbarer Abwechselung jährlich neue Detailerläuterungen gewähren, die statistischeKenntniß der preußischen Zustände auf eine außerordentliche Weise gefördert haben.Es erfolgte daher auch im beiderseitigen Interesse, der Kammern wie der Staats-regierung, der bedeutsame Beschluß, daß bei der Feststellung des Budgets für dasJahr 1880 die nöthigen Staatsfonds bewilligt wurden, um die Resultate der stati-stischen Zählungen in größter Ausführlichkeit bekannt zu machen und alle drei Jahrezu wiederholen. Die erste Ausführung dieses Beschlusses ist seit dem Jahre 1851unter der Leitung des Geheimraths Dieterici, des Directors des Statistischen Bureauin Berlin, bewerkstelligt. Es sind bisjetzt (1851 — 55) acht Bände statistischer Tabellenin Folio erschienen, wodurch indessen nur eine dreijährige Periode (1849—52) der ein-gezogenen Nachrichten abgewickelt ist, und zwar nur auf der Grundlage der Zäh-lungen für das Jahr 1849, mit Vergleichung aus frühern Zählungen und der in-zwischen hinzugetretenen Zählnng am Schlüsse des Jahres 1852.*) Aber diesesgroße rein aus officiellen Quellen geschöpfte Werk enthält nicht blos Tabellen überdie einzelnen Theile der physischen und technischen Cultur nebst den dazu gehörigenErläuterungen, sondern in dem vierten Bande auch die Resultate der Verwaltung,geordnet nach den sieben Ministerien des preußischen Staats. Die letztgenanntenNachrichten find zwar noch sehr fragmentarisch gewährt, und lassen bei der zweitenWiederholung dieser Reihenfolge von Bänden für die Jahre 1852 — 55, vielleichtbis 1858 eine reichere Ausbeute sicher erwarten, indem diese allgemeine statistischeZusammenstellung der Resultate der Verwaltung als der erste Versuch für den
. Band enthält bereits vollständig die Gewerbetabellen aus dem letzten Mo-
nate des Jahres 1852. Der sechste Band ist im December 1855 zu Berlin ausgegeben und, Zwei Abtheilungen auf 1586 Seiten'die Übersicht aller Kabrikunternehmungen; der
erschien im Januar 1856 und enthalt die Tabellen über Bevölkerung, Gebäude,Vlchstand, Kirchen, Schulen am Schlüsse des Jahres 1852.