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Zwöflter Band.
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380 Brasilien und Südamerika.

ten Wolke umzogen, welche jeden Augenblick droht über uns herabzufallen und dieUnabhängigkeit aller südamerikanischen Staaten hinwegzuschwemmen. Es ist der be-vorstehende Einfall vvm Norden her, in Europa wie in Amerika. Wenn wir inAmerika den nahenden Kampf auch nicht, wie in Europa geschieht, einen zwischenBarbarei und Civilisation nennen können, so mag er doch mit gutem Grunde einmutwilliger Überfall roher Gewalt und Gesetzlosigkeit heißen gegen Hochherzigkeit,gegen Ehre und guten Glauben. Mitbürger seid auf eurer Hut! Lasset fahren diealthergebrachte Sorglosigkeit! die Absichten der Union sind bekannt; alle Vorbereitun-gen sind getroffen; das Zeichen zum Ausrottungskriege wird bald ertönen. Sollenwir warten, bis die amerikanischen Kanonen von Chiloe bis nach Guayaquil donnern,wie geschehen von Matamoras nach Greytown? Ecnador wird bald den Druck unddie Unverschämtheit jener Alles überflutenden und unterjochenden Race fühlen. UnserNachbarstaat hat, wie man zu Texas gethan, den Samen der zerstörenden Machtin seinem Busen aufgenommen, welcher zweifelsohne seinen knechtenden Einfluß vomIsthmus zum Cap-Hoorn ausbreiten wird. Wer könnte hoffen, das nördliche Ster-nenbanner, flattert es einst siegreich über Ecuador, werde vor den Grenzen vonVenezuela, Neugranada, Peru und Chile stehen bleiben? Zu spät, zu spät magdann es sein, nutzlos unser Widerstand und vergeblich das Vergießen unsers Bluts."

„Aber Leute gibt es, welche die Einfügung in den Nordamerikanischen Staaten-bund wünschen, welche behaupten, dies würde uns zu Heil und Segen gereichen.Eitle Worte, leere Träume! Einfügung in den nordamerikanischen Staatenbundheißt Herabwürdigung unsers Volks, Unterdrückung durch die Abenteurerrotten,welche die neuen Staaten in den nenerworbenen Gebieten jener großen Nation über-fluten. Einfügung, was ist das anders als Verlust unseres Eigenthums, unsererSprache, unserer Gesetze, Sitten und Gebräuche?fl

„Wir müssen zu den Waffen greifen. Noch ist es Zeit. Wir sind jedochkeineswegs der Täuschung hingegeben, als wenn die spanischen Amerikaner alleinden Vereinigten Staaten Widerstand leisten könnten. Wir müssen Genossen herbei-ziehen: Spanien, England, Frankreich! Wer soll aber den ersten Schritt thun?Möge es Chile sein, wenn sich kein Anderer an die Spitze stellen will. Und wiemöge dies geschehen? Lasset uns Boten senden nach Buenos-Ayres, nach Monte-video, Brasilien, Peru, Neugranada, Bolivia, Venezuela, Mittelamerika, Mexico,Spanien, England, Frankreich und nach allen andern Staaten, welche von derNothwendigkeit des Widerstandes gegen den gemeinschaftlichen Feind überzeugt wer-den könnten. Sind solche Vorbereitungen getroffen, dann müssen wir unsere Häfen,am Atlantischen wie am Stillen Ocean, dem nordamerikanischen Handel verschließen.So zur Vertheidigung „bewaffnet, können wir es abwarten, bis politische und kom-merzielle Nöthen das Übrige thun. Sind einmal die Vereinigten Staaten ihres aus-wärtigen Handels beraubt, so werden sie sich bald unterwerfen müssen."

Hierauf nur Ein Wort: Stehen den spanischen Amerikanern keine andern Mittelfür Erhaltung ihrer Unabhängigkeit zugebote, so sind sie unrettbar der Oberherr-lichkeit der „vvm Norden her hereinbrechenden rohen Gewalt und Gesetzlosigkeit"preisgegeben. Wissen sie denn zu Chile noch nicht, daß die Millionen der eng-lische» Fabriken von der Verarbeitung der amerikanischen Baumwolle ihr trostlosesDasein fristen?

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