384 Preußens Statistik.
Die relative Bevölkerung hängt zu sehr von der wechselseitigen Einwirkung dertechnischen Cultur auf die verschiedenen Zweige der physischen Cultur ab, um nichtdie außerordentlichsten Unterschiede in einem Staate hervorzurufen, in welchem nebenden gleichzeitig entwickeltsten Zuständen der landwirthschaftlichen, Fabriken- und Berg-bauindustrie auch Landschaften getroffen werden, die nur einseitig aus Ackerbau undViehzucht bisjetzk angewiesen sind und sich bei der technischen Cultur außer der ge-wöhnlichsten -Handwerksbetriebsamke.it noch gar nicht betheiligt haben. Die größtenExtreme finden wir demnach in dieser Beziehung zwischen den RegierungsbezirkenKöslin, Marienwerder und Gumbinnen einerseits und den Regierungsbezirken Düssel-dorf und Köln, ja selbst der gesammten Rheinprovinz andererseits. In jenen Be-zirken, welche nicht eine Stadt mit 45000 Einwohnern besitzen, erreicht die relativeBevölkerung kaum mehr als 2000 Bewohner durchschnittlich auf einer Quadratmeile;sie bleibt im Regierungsbezirk Köslin sogar noch sehr beträchtlich unter diesem Ver-hältnisse mit 1816 Bewohnern auf einer Quadratmeile, im Regierungsbezirk Marien-werder 2036 und im Regierungsbezirk Gumbinnen 2155 Bewohner auf einer Qua-dratmeile. Dagegen enthält die gesammte Rheinprovinz durchschnittlich 5967 Be-wohner aus einer Quadratmeile, mithin das dreifache Quantum dieser relativen Be-völkerung, und der Regierungsbezirk Düsseldorf allein fast das fünffache mit 9784Bewohnern auf einer Quadratmeile, sowie auch der Regierungsbezirk Köln mit 7125Bewohnern auf einer Quadratmeile noch einen sehr ansehnlichen Überschuß über dasdreifache Quantum. Wenn der gesammte preußische Staat nach der letzten Volks-zählung im December 1852 durchschnittlich schon eine gedeihliche mittlere Bevölkerungvon 3319 Bewohnern auf einer Quadratmeile ausweisen konnte, so standen doch nochvier der größten Provinzen unter derselben, am tiefsten Pommern mit 2174 Be-wohnern, Preußen mit 2211 Bewohnern, das Großherzogthum Posen mit 2575 Be-wohnern auf einer Quadratmeile, und selbst die Mark Brandenburg konnte trotz desgroßen Wachsthums seiner Hauptstadt Berlin erst 3004 Bewohner als die Durch-schnittszahl für die Bevölkerung einer Quadratmeile darbieten. Schlesien, Sachsenund Westfalen standen aus ziemlich gleicher Höhe der relativen Bevölkerung, mit je4278, 3970 und 4088 Bewohnern auf einer Quadratmeile, indem die Regierungs-bezirke Breslau, Erfurt und Minden hierbei beträchtlich hervorragten, bis auf 4946und 4914 Bewohnern auf einer Quadratmeile, Erfurt sogar bis auf 5658 Bewohnerauf einer Quadratmeile gestiegen sind und dadurch die andern Regierungsbezirke aufein höheres Durchschnittsverhältniß gehoben haben. Allgemein machte aber das Re-sultat für alle Provinzen sich geltend, daß das jährliche Wachsthum der Bevölkerungin starker Zunahme blieb, etwa gleichmäßig mit Großbritannien (ohne Irland), dop-pelt so stark als im östreichischen Staate und beinahe drei mal so stark als in Frank-reich, wenngleich verringert gegen die Zunahme in den ersten 20 Jahren nach denbeiden pariser Friedensschlüssen, wo die Procentsätze der Volksvermehrung des preu-ßischen Staats im jährlichen Durchschnitte etwas über 1,5^ betrugen. Denn siegewährten noch
für die drei Jahre Dec. 1834—37: 4,557» im jährlichen Durchschnitt 1,45"/»
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1837—40:
5,69 ,,
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1,96 „
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1840—43:
3, ss „
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Ü21 „
7/
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1843—46:
4,15 „
4,33 „
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1846-49:
1,35 ,,
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0,45 ,,
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1849—52:
3,28 „
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1,09 »
Dec.
1834—52:
22,65 7°
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1,LS°/°
und diese Vermehrung vertheilt sich gegenwärtig gleichmäßiger unter den einzelnenRegierungsbezirken als vor dem Jahre 1840, wo unverkennbar die östlichen in stär-kerer Progression als die westlichen stiegen, und namentlich Westfalen kaum die Hälftedes Durchschnittssatzes für den ganzen Staat erreichte.