388 Preußens Statistik.
der Geborenen über die Verstorbenen ermittelt werden. Er betrug für die drei Jahre1846 — 48 nicht weniger als 56932 Personen, dagegen für die drei Jahre 1849—52 nur 2896 Personen.
Ein besonderes statistisches Interesse gewährt das Zahlenverhältniß der Taub-stummen und Blinden zur Gcsammtbevölkerung, weshalb bei den letzten Volkszäh-lungen in Preußen mit großer Sorgfalt dies Verhältniß wahrgenommen ist. DieTaubstummen, welche ihr trauriges Geschick mit der Geburt, oder doch größtenthcilsals Folge von Kinderkrankheiten im frühen Lebensjahren erleiden, halten ziemlich gleichenSchritt bei der Zunahme der Gesammtbevölkerung. Dennoch können wir mit Freudeeine allmälige, wenn auch nur geringe Verminderung derselben seit 15 Jahren inPreußen bemerken, was wol unzweifelhaft der vortheilhaftern und stärker« Verthei-lung geschickter ärztlicher Kräfte über das ganze Land zu verdanken ist. Es wur-den überhaupt
im Jahre 1837: 11104 Taubstumme gezählt, d. i. 1 auf 1266 Einwohner.
1840.
11075
1
//
1354
1843:
11497
1
/V
1355
//
1849:
11973
//
1
//
1360
//
1852: 12433
//
/,
1
//
1370
Nach den Geschlechtern zählt das männliche um 12°/« mehr Taubstumme alsdas weibliche, im Jahre 1849 auf 6714 männliche, 5259 weiblichen Geschlechts,im Jahre 1852 auf 7018 männliche, 5415 weiblichen Geschlechts; nach den Pro-vinzen haben die östlichen, Ost- und Westpreußcn nebst Pommern im Verhältnißzu ihrer Bevölkerung fast doppelt so viele Taubstumme als die Rheinprovinz^undWestfalen; Sachsen, Schlesien und Brandenburg stehen hierfür in der Mitte undentsprechen fast vollständig dem Durchschnittsverhältniß für den gesammten Staat,während das östlichere Großherzogthum Posen mit einer stärker« Anzahl Taub-stummer wiederum mehr dem Verhältniß Preußens und Pommerns sich nähert,aber dasselbe nicht vollständig erreicht. Von den im unterrichtsfähigen Alter zwischendem Anfange des sechsten und sechzehnten Jahres lebenden taubstummen Kindern,deren es im Jahre 1849: 2855, 1852: 3305 gab, konnten etwa 28 — 29'/» inden 25 vorhandene» Unterrichtsanstalten weiter ausgebildet werden; die beiden Staaks-anstalten sind in Berlin und Königsberg für 160 Zöglinge errichtet, die 15 pro-vinzialständischen Taubstummenanstalten können 496 Zöglinge aufnehmen, die'achtPrivatan stalten besitzen die Lehrmittel für etwa 220 — 230 Zöglinge. Demnachkönnen gleichzeitig, da der Lehrcursus selten unter fünf Jahren beendigt sein kann,aber in Königsberg und Berlin auch bis auf sieben und neun Jahre ausgedehntwird, etwa 870 — 880 Taubstumme den ihnen angemessenen Unterricht empfangen.
Die Zahl der Blinden ist überhaupt, etwas kleiner als die der Taubstummenund besteht grvßtentheils aus ältern Leuten, die durch vernachlässigte innere Krank-heiten und -Verwundungen aller Art erst im spätern Lebensalter in die Blindheitverfallen. Nur 8 °/„ befanden sich 1849 und 1852 unter den Blinden noch indem Kindesalter vor zurückgelegtem fünfzehnten Jahre, 15 °/„ zwischen dem Anfangedes sechzehnten und dreißigsten Lebensjahres, und volle 77"/» hatten bereits dasdreißigste Lebensjahr zurückgelegt. In Bezug auf das Verhältniß beider Geschlechterwar das männliche auch bei den Blinden bedeutender vertreten, jedoch noch nichtmit 7°/o, indem nach dem Durchschnittsverhältniß der beiden Zahlungen der Blin-de» in den Jahren 1844 und 1852 53,i "/> dem männlichen und 46,s °/> dem weib-lichen Geschlecht angehörten. In Bezug auf die Betheiligung der einzelnen Pro-vinzen bei der Anzahl der Blinden war eine wesentliche Verschiedenheit weder nach-er Richtung nach Osten oder Westen, noch nach der relativen Bevölkerung zu be-merken; die Mark Brandenburg stand am günstigsten. Die Verringerung der abso-luten Zahl der Blinden zur Gesammtbevölkerung stellte sich seit 1837 noch vortheil-hafker wie bei den Taubstummen; sie betrug