Band 
Zwöflter Band.
Seite
389
JPEG-Download
 

Preußens Statistik. 38 S

im Jahre 1837: 10224, d. i. 1 auf 1388 Einwohner.

„ „ 1840: 10193, „ 1 „ 147,1

„ „ 1843: 10152, „ 1 „ 1515 „

„ „ 1849: 9579, „ 1 „ 1701

„ „ 1852: 9009, „ 1 „ 1709 „

In den sieben Blindenanstalten des Staats können gegenwärtig zu gleicherZeit etwa 170—200 Zöglinge unterrichtet werden, d. i. beinahe ein Drittel derblinden Kinder, welche sich zwischen dem Anfange bes. sechsten und sechzehnten Le-bensjahres befinden.

Die Stammverschiedenheit der Bevölkerung des preußischen Staats hat in demletzten Jahrzchnd, namentlich seit den aufrührerischen Bewegungen im Großherzog-thum Posen (1846, 1848), eine größere Geltung erreicht, als ihr vorher einge-räumt worden ist. Die überwiegende Majorität des deutschen Volksstammes inallen Provinzen, außer dem Großherzogthum Posen, ließ weder das Gefühl derNationalität in der selbständigen Entwickelung ihrer Cultur einer andern Richtungals der deutschen folgen, noch durfte die Regierung bei ihren staatsrechtlichen An-ordnungen der innern Verhältnisse für die Ausgleichung der Nationalitätsdisferenzenandere Maßregeln ergreifen, als das einheitliche Staatsinteresse erheischte. Dieszeigte sich jedoch in ganz anderer Gestaltung, als die Stammverwandtschaft, in Ver-bindung mit dem gleichförmigen konfessionellen Interesse, Sympathien zwischen denBewohnern Westpreußens und des Großherzogthums Posen erregten und jedes poli-tische Ereigniß in dem benachbarten russischen und östreichischen Polen seine Rück-wirkung auf die Bewohner polnischer Zunge in den beiden preußisch-polnischen Pro-vinzen äußerte, soweit diese nämlich nicht schon vor der ersten Theilung Polens vor-zugsweise deutsch cultivirt waren, wie die größern Städte und die Niederungen aufdem rechten Weichselufer. Es wurde nunmehr eine bedeutsame statistische Aufgabe,die Nationalitätsverschiedenheit in der Bevölkerung genauer zu ermitteln, aber dieAusführung dieser Aufgabe war in Bezug auf genaue und vollständige Feststellungder Thatsachen keine leichte und nicht mit den gewöhnlichen Hülfsmitteln und Ar-beitskräften auszuführen, die bei Volkszählungen gebraucht zu werden pflegen. DieVermischung der deutschen und slawischen Nationalität in den Städten ging bis indas 13. Jahrhundert zurück, aber auch auf dem platten Lande hatte besonders seit1772, bei der raschem Ausbreitung der landwirthschaftlichen Cultur, der Deutschesich mit dem Polen so ineinandergelebt, häufig selbst durch Familienbande sich soeng miteinander verknüpft, daß es für viele Individuen äußerst schwer wurde, zuwelchem Volksstamme, ob zu dem deutschen oder slawischen, sie gerechnet werdensollten. Erst das stark aufgeregte Nationalitätsgefühl, das mit Entschiedenheit derfür national erklärten Culturentwickelung sich entgegenstellt, steckt auch zugleich dieGrenze für die künftige genauere statistische Bearbeitung der Stammverschiedenheit--vcrhältnisse des preußischen Staats. Das Statistische Bureau hat in den von Dietericiherausgegebenen Tabellen für die Stammverschiedenheit, soweit sie nicht wie bei denJuden mit dem„Religionsbekenntmß zusammenfällt, keine Materialien geliefert. Hun-drich in seiner Übersicht der gesammten außerdeutschen Sprachverhältnisse im preußi-schen Staate hat für die slawische Abstammung sorgfältig gesammelt, allgemeinerauch auf die übrigen Nationalitätsverhältnisse ist Schubert in seinem ersten Bandeder „Staatskunde Preußens" eingegangen. Auf diese Grundlagen gestützt (aus denJahren 1846 und 1847), geben wir eine neue Zusammenstellung nach den allge-meinen Resultaten der letzten Volkszählung (1852 December).

Der deutsche Volksstamm bildet bei weitem die stärkste Hauptmasse der Bevöl-kerung, etwas über sechs Siebentel der Gesammtbevölkerung, nämlich 14,500000Kopse oder 85,7°/«. Er ist seit den ältesten historischen Berichten die Stammbe-völkerung des Landes in den Rheingegenden und Westfalen (Franke, Sachse), sowiein Schwaben (Sueve) für Hohenzollern, seit dem 5. Jahrhundert in dem südliche»