Band 
Zwöflter Band.
Seite
416
JPEG-Download
 

416 Preußens Statistik.

1,415800 Morgen als Gartenland ..----- 1,» V->

46,900000 „ „ Ackerland.43 „

- 8,200000 „ „ Wiesen . ..— 7,s „

8,400000 „ „ Weideland.— 7,? „

22.600000 „ „ Wald ..— 20,7 „

21.600000 „ „ Straßen, Bauplätze, uncultivirtes Land — 19,8 „

109,115800 Morgen 100 7».

Das Gartenland wird nur zum geringen Theile für den Weinbau benutzt, undauch nicht in stärkerm Fortschreiten des Umfangs, vielmehr seit 1837, wo mit 65300Morgen das Maximum des preußischen Weinbaus erreicht war, in steter Abnahme,weil bei der Unsicherheit und Kostbarkeit des Weinbaus mancher Weingarten selbstin der Rheinprovinz vorthcilhafter für andere landwirthschafkliche Zwecke bearbeitetwerden konnte. Im Jahre 1853 zählte man 61466 Morgen und 1854 nur 60627Morgen Weingärten, davon 47428 Morgen in der Rheinprovinz (die Hälfte an derMosel, ein Viertel am Rhein und ein Viertel an der Nahe, Ahr und Saar), 4928Morgen in Schlesien, 4189 Morgen in der Mark Brandenburg, 3266 Morgen inSachsen und 825 Morgen im Großherzogkhum Posen. In den übrigen Provinzenwird Weinbau in größerm Maßstabe nicht betrieben. Die jährliche Weinernteschwankt nach der Quantität zwischen 100000 und 600000 Eimer und fast ebensostark nach der Qualität, sodaß der Durchschnittspreis des Eimers von 12 Thalern oftbis auf 4 Thaler sinkt. Der Tabacksbau nimmt eine noch geringere Fläche als derWeinbau in Anspruch, aber er lohnt sicherer und ist daher geringern Schwankungenunterworfen; er umfaßt jetzt zwischen 34500 — 35000 Morgen. Im Jahre 1854fand man 34649 Morgen bepflanzt, von denen 1749 Morgen nicht steuerpflichtigwaren und 25650 Morgen nur zur dritten und vierten Steuerclasse gehörten. Ammeisten wird Taback in der Mark Brandenburg (11500 Morgen) und Pommern(7221 Morgen), am wenigsten in Westfalen (70 Morgen) und in der ProvinzPreußen (2579 Morgen) gebaut; der jährliche Ertrag ist durchschnittlich auf 250000Centner anzugeben, d. i. ungefähr die Hälfte des Verbrauchs an Taback im Lande;von den amerikanischen und asiatischen Blättern und importirter fertiger Waare wer-den aus dem Auslande über 150000 Centner und außerdem aus den Zollvereins-ländern (namentlich der Pfalz) gegen 100000 Centner jährlich eingeführt. DerGartenbau an Früchten und Gemüsen läßt sich nicht füglich abschätzen, er befriedigt,wenn er den Bedarf des Landes reichlich gewährt, und höher darf man die Aus-fuhr in diesen Gegenständen aus Preußen nicht anschlagen, als daß sie reichlich dieEinfuhr gleichartiger Gegenstände nach Preußen deckt. Der Hopfenbau wird nochnicht ausreichend für den Bedarf betrieben. Wiewol er in allen Provinzen vorkommt,in der Rheinprvvinz am stärksten ist, so werden doch bei dem jährlichen Verbrauchvon 36000 Centnern Hopfen für die inländischen Brauereien noch über 6000 Cent-ner durchschnittlich aus Böhmen und Baiern eingeführt. Der Runkelrübenbau haksich in den letzten zehn Jahren mindestens vervierfacht, am stärksten wird er i»Sachsen und Niederschlesien betrieben, nä'chstdem in der Mark Brandenburg undPommern. Von 4 Millionen Centner Rüben, wie sie in den Jahren 1844---46durchschnittlich erzeugt wurden, ist man bereits auf 16 Millionen Centner fortgeschrit-ten, den ungefähren durchschnittlichen Ertrag des Rübenbaus in den Jahren 1853—55. Nahe an eine Million Centner Rohzucker ist in den beiden letzten Jahren er-zielt, und 130000 Morgen sind für diesen besonders einträglichen Zweig des Ackerbausjetzt bearbeitet, also etwas mehr als das Doppelte des Flächenraums für den Wein-bau; aber auch das sichere Einkommen ist fast doppelt so groß (8 Millionen neben2 Millionen Thaler besonderer Steuer), als selbst das günstigste in einem guten Wein-jahr einzubringen Pflegt. Allerdings werden bei der Zuckerfabrikation aus Rübengrößere Anlagscapitalien und größere Betriebskosten erfodert, jedoch wird auch derallgemeine Wohlstand der nähern Umgebung durch einen größer« Aufschwung im