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Zwöflter Band.
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Preußens Statistik. 417

Handarbeikcrlohn wirksam unterstützt. Die Zahl der dabei in 171 Fabriken beschäf-tigten Arbeiter belauft sich jetzt auf 29550 Menschen.

Der größte Fortschritt der landwirkhschaftlichen Industrie bleibt indessen für denAnbau von Getreide und Futtcrkräutern anzuerkennen, wofür nach der oben ange-gebenen Tabelle auch über die Hälfte der Bodenfläche benutzt wird. Waren diemittlern und westlichen Provinzen des Staats bereits allgemein in einem sehr ge-deihlichen landwirthschafklichen Zustande, so haben auch die östlichen Provinzen Preußenund Posen in den letzten zehn Jahren überaus glänzende Belege für ein allseitigesFortschreiten in dieser Industrie geliefert, wofür schon die wenigstens auf das Dop-pelte in dieser Zeit gestiegenen Werthpreise der dortigen Landgüter Zeugniß geben.Die Ernten sind im Allgemeinen für Winter- und Sommergetreide günstig ausge-fallen. In den zehn Jahren 18-16 — 55 haben nach einer Tabelle, welche dasMinisterium für landwirthschaftliche Angelegenheiten aus den Berichten aller Provin-zen zusammengestellt hat*), der Anbau des Weizens und des Roggens nur zweischlechte Ernten geliefert, 1816 und 1855, wo die Erträge unter zwei Drittel dergewöhnlichen Ernte gefallen sind. In derselben Periode sind aber fünf gute Erntengewesen: 1817, 1818, 1819, 1852 und 1851, und drei mittelmäßige in den Jahren1850, 1851 und 1855. Das Wintergetreide liefert mit seltenen Ausnahmen einengleichartigen Erdrusch für Weizen und Roggen, wenn man nicht bei den Verhält-nissen eines einzelnen Gutes stehen bleibt, sondern stets das Gesammtergebniß einerLandschaft übersieht; das Nundgctreide als Sommergetreide, wie Erbsen, Bohnen,Wicken, stimmt in der Regel mit dem Ernteausfall bei dein Wintergetreide überein.Wir sehen auch hierfür in jener Getreidetabelle die beiden Jahre 1816 und 1855als die schlechtesten bezeichnet, aber auch noch ein drittes: 1850, für diese Getreide-arten hinzugefügt, mit einem Ertrage von nur zwei Dritteln Ernte; wir haben hierdrei gute: 1818, 1819 und 1851, und dagegen vier mittelmäßige: 1817, 1852, 1855und 1851, zu bemerken. Das Sommergetreide in länglicher Frucht, Gerste undHafer, gewährte noch günstigere Ergebnisse, wiewvl nicht selten im entgegengesetztenErfolge mit dem Ausfall des Ertrags bei dem Wintergekreide- Wir zählen fürGerste und Hafer in der Tabelle dieser Periode vier gute Jahre: 1818, 1819, 1851und 1855, fünf mittelmäßige: 1817, 1850, 1851, 1852 und 1855, und nur einschlechtes Jahr: 1816. Der Kartoffelbau ist überdies in der ganzen Reihe dieserJahre schlecht ausgefallen; nur drei mittelmäßige Ernten: 1818, 1819 und 1852, er-geben sich bis auf 0,?5°/> Ertrag einer vollen Ernte, in den übrigen sieben Jahrensinkt die Ernte bis auf die Hälfte des Ertrags und im Jahre 1851 noch selbstunter die Hälfte. Es kann bei einer Übersicht derartiger Verhältnisse, wie sie hiergeboten werden soll, auf detaillirte Abschätzung nicht eingegangen werden. Der Maß-stab des Fortschreitens wird zuverlässig darin richtig beurtheilt, wenn bei der voll-ständigen Befriedigung des innern Bedarfs, der in natürlicher Folge mit jedem Jahrebei der stark zunehmenden Gesammtbevölkerung des Staats gleichzeitig beträchtlichsich vermehren muß, die Ausfuhr an eigenem im Lande erbauten Getreide zunimmt,während der Verbrauch an eingeführtem Getreide aus Mangel an Bedarf abnimmtund das eingeführte Getreide vielmehr zur weitem Versendung ins Ausland durchpreußisches Territorium nur durchgeht. Wir müssen hier die gewöhnlichen Verhält-nisse des Friedens im Auge behalten, also bis zum Frühjahr des Jahres 1851 zu-rückgehen; wir müssen ferner die Misernte des Jahres 1855 ausschließen, weil dieseungünstiger ausfiel als irgendeine seit dem Jahre 1810, und daher über Schle-sien eine ganz ungewöhnliche, wenn auch nicht sehr umfangreiche Einfuhr aus demöstreichischen Staate stattgefunden hat. Verbleiben wir aber bei den Resultaten aus

*) Sie ist abgedruckt im „Preußischen Staats-Anzeiger", December 1855, Nr. 291, voll-standlg für das Jahr 1855 nach den einzelnen Provinzen, und dann im zehnjährigen Durch-schnitt für den ganzen Staat.

Die Gegenwart. XII.

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