Preußens Statistik. 4M
innern Verkehr, die Wollmanufacturen, aber auch gleichzeitig für den auswärtigenHandel hervorbringt, beruht in dem Absatz^ der Wolle, der auf den großen Früh-jahrswollmärktcn vermittelt wird und fast zur Hälfte des Werths für das Ausland,nach Belgien, Frankreich und England bestimmt ist. Wir übergehen hier die Herbst-wollmärkte in Berlin und Breslau, weil auf denselben ein Theil der vom Frühjahrzurückgesetzten Wolle durch die Wollhändler verkauft wird und der Umsatz kaum einSiebentel des Werthes der auf den Frühjahrsmärkten verkauften Wolle umfaßt.
Verkaufte Wolle: Werth:
i 1849:
191534 Centner
14,557497
Thaler
1851:
196199 „
13,904542
/,
1852:
192946 „
14,281637.
,/
1853:
178866 „
14,560723
12,317519
,/
1854:
167379 „
zusammen 926924 Centner 69,621918 Thalerund im fünfjährigen Durchschnitte 185385 Centner 13,924384 Thaler.
Es geht auch aus dieser Vcrgleichung unverkennbar hervor, daß die Schafzuchtin den letztem Jahren sich verringert hat, und wir können hinzusetzen, zu Gunstender Nindviehzucht, die im wahrhaften nationalökonomischen Interesse eine vermehrteSorgfalt durch die höher gestiegenen Preise ihrer Producte bei der gestiegenen Be-völkerung in Anspruch nahm. Wir würden dies auch aus der Zahlung des Schaf-bestandes im December 1855 schon näher nachweisen können, wenn uns die Ergeb-nisse derselben aus allen Provinzen bekannt wären. Für die Provinz Preußen liegensie dem Verfasser bereits vor und liefern den Beweis für seine Behauptung; fürdie übrigen Provinzen werden sie jedoch frühestens erst im Juli dieses Jahres be-kannt gemacht werden. Die übrigen Zweige der Viehzucht und Landwirthschaft,wie die ökonomischen Verhältnisse der Forsten, Jagd, Fischerei berühren wir hier'nicht, da sie wesentlich gegen frühere Zustände sich nicht verändert haben, und nurdazu geeignet sind, die Bedürfnisse des Landes selbst in nächster Umgebung zu be-friedigen.
Eine glänzende Partie der physischen Cultur im preußischen Staate bietet da-gegen der gegenwärtige Aufschwung des Bergbaus, der Hüttenwerke, der Steinbrücheund der Salinen jedem sich dafür interessirenden Beobachter dar, wie dies schonoben bei der Vergleichung des Staatshaushalts in den verschiedenen Jahren aus denjährlich ansehnlich gesteigerten Betriebsausgaben zu erkennen war. Der Geldwerrhder Production am Ursprungsorte betrug
1849 : 1850 : 1851 :
1) Aus den Bergwerken 10,087847 11,618961 12,032776 Thaler.
2) Aus den Hütten . 23,748418 28,382468 31,160603 „
3) Aus den Salinen . 1,453277 1,343789 1,444879 „
Zusammen 35,289542 41,345218 44,638258 Thaler.
Die Zahl der in diesen Gruben, Hütten und Werken beschäftigten Arbeiter, stieg vyn83406 im Jahre 1849 bis auf 90189 im Jahre 1850 und auf 98673 im Jahre 1851.Am ansehnlichsten erscheint durch die vermehrten Eisenbahnen und dir überraschend ge-steigerte Industrie in den westlichen und mittlern Provinzen die davon abhängende För-derung der Stein- und Braunkohlen, welche im Jahre 1851 allein 79,5 /, desWerthes der gesammten rohen Bergbauproducte in Preußen ausmachten. Der Werthder Eisenerze war nur 6,5°/, der Zinkerze 6"/>, der Bleierze 5°/, der Kupfererzeu/>. An Steinkohlen wurden nämlich 1849: 18,197132 Tonnen gewonnen, 1850:20,767246 Tonnen, 1851: 26,672566 Tonnen aus 358 Gruben für 8,326822Thaler, und 1854 berechnete man bereits den jährlichen Ertrag auf 30 Millionen