422 Preußens Statistik.
Tonnen und hoffte ihn für das Jahr 1853 bis über 33 Millionen Tonnen zu steigern.An Braunkohlen waren 1850: 8,839772 Tonnen, 1851: 10,013190 Tonnen aus448 Gruben für 1,228404 Thaler zutage gefördert, und auch hier besteht im Jahre1855 die Ausbeute schon über 13 Millionen Tonnen. Die Hüttenwerke, welche sämmt-lich durch die Ereignisse des Jahres 1848 eine empfindliche Einbuße erlitten haben,stehen seit 1850 nicht nur wieder in dem frühern Betriebe, sondern haben fast ohneAusnahme in ihren Fabrikaten um 30 — 50°/» gegen das günstige Jahr 1847 zu-genommen. Auf den 250 Hohofen wurden 1851: 2,431225 Centner Roheisen,320691 Centner Gußeisen, 121044 Centner Nohstahleisen und 690875 CentnerGußwaaren aus Roheisen fabricirk. In den 799 Fcischfeuern, Puddlings-, Walz-und Drahtwerken wurden im Jahre 1851: 2,571220 Centner Stabeisen und Bah-nenschienen, 276425 Centner Eisenbleche, 229134 Centner Eisendrahr und 143900Centner Stahl gearbeitet. Der Werth beider Arten von Eifenfabrikaten erreichte1851 den Werth von 24,758669 Thalern. Aber im Jahre 1854 war der Gesammt-werth dieser Fabrikate bereits über 34 Millionen Thaler gestiegen; die Masse des ge-wonnenen Roheisens auf 3,700000 Centner, des Stabeisens und der Eisenbahn-schienen betrug nahe an 4 Millionen Centner. ' An Silber ist der Ertrag der dreiHüttenwerke 1851 auf 42336 Mark mit 581083 Thaler, an Kausblei in 25 Hüttenauf 124502 Centner, an Bleiglätte aus 19100 Centner, au Garkupfcr in 18 Hüt-ten auf 28639 Centner, an rohem Zink auf 604690 Centner in 47 Hüttenwerkenfür 3,324086 Thaler und an Messing in 12 Hütten 25252 Centner für 819379Thaler gekommen. Die Zinkproduction, von welcher Oberschlesien allein 87°/», dieRheinprovinz über 8°/» und Westfalen gegen 5°/» liefern, nimmt noch alljährlich insehr ansehnlichem Maßstabe zu; Oberschlesien lieferte allein im Jahre 1854 über800000 Centner, sodaß wahrscheinlich gegenwärtig (am Schlüsse des Jahres 1855)die Nohzinkproduction der gesammten preußischen Zinkwerke über eine Million Centnergewachsen ist. Das auf den pommernschen, sächsischen, westfälischen und rheinischenSalinen gewonnene Salz gewährte im Jahre 1851: 57254 Last, für welche schonoben in der Generalübersicht des Ertrags der Salinen der Werth mit 1,444879 Tha-lern angegeben ist, etwa drei Viertel des jährlich für das Salzmonopol verbrauchtenSalzes, da für die östlichen Provinzen, um die höhern Transportkosten zu ersparen,Seesalz von der Staatsregierung und über die Ostseehäfen eingeführt wird.
Die technische Cultur soll bei der Übersicht statistischer Zustände eines größer«Staats, zumal wenn derselbe in einem Verbände wie der preußische im DeutschenZollvereine sich befindet, nicht in den einzelnen Fabrikzweigen näher untersucht wer-den, weil eine solche Darstellung in das Gebiet der allgemeinen deutschen Fabriken-industrie und der Verkehrsverhältnissc des Deutschen Zollvereins hineingehört. *) Aberdie größere oder geringere Theilnahme des Volks an den einzelnen Zweigen der tech-nischen Cultur wird sich erkennen lassen in der Vermehrung und allgemeinern Ver-breitung künstlicher Gewerbsanlagen und einer ausgedehntem Anwendung der mecha-nischen Hülfsmittel für die Industrie. Wenn bei der allgemeinen Industrieausstellungzu Paris im Jahre 1855 die Wollfabrikate, leichtere seidene Stoffe, Metallwaarcn,namentlich in Stahl, die Porzellan- und Thonwaaren der preußischen Industrie eine aus-gezeichnete Anerkennung fanden und neben den ersten Waaren dieser Art in der eng-lischen und französischen Industrie als vortrefflich und preiswürdig genannt wurden, wennman höhere Maschinen, namentlich Locomotiven, aus den preußischen Maschinenbau-anstalten den besten englischen gleichgestellt sah: so erscheint wol unverkennbar, daßdie technische Cultur in Preußen nicht hinter den stets fortschreitenden Ansoderungender unermüdlich erfindenden Industrie zurückgeblieben ist, wo diese die Forschungender Wissenschaft mit genialer Anwendung auf praktische Erfolge zu verknüpfen weiß.Die Sitze der Manufakturen und jeder Art verfeinerter Industrie sind außer Ber-
*) Aufschlüsse hierüber gewährt auch der Artikel „ Der Deutsche Zollverein in seiner histo-rischen Entwickelung", im elften Bande der „Gegenwart", S. 107 — 148.