424 Die Medicin«
ren 258 mit 4056 Pferdekrafk für Spinnerei« 61 für Weberei, 297 für Mühlen,154 für Maschineubauanstalteu, 422 mit 19662 Pferdekraft für den Bergbau, 25lfür Metallmanufaciuren aller Art, 102 mit 9252 Pferdekraft für Schiffahrt, 607mit 40195 Pferdekraft für Eisenbahnen und 696 kleinere Dampfmaschinen mit6724 Pfcrdekraft für verschiedenartige Zwecke.
i
Die Medicin in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
§)ie Ausdrücke: „überwundener Standpunkt", „glücklich beseitigte Ansicht", „kindliche ^Anschauungsweise" u. s. w. werden wol kaum öfter und selbstgefälliger geäußert alsvon manchem der heutigen Arzte, welche die großen Vorzüge der modernen Medicinvor der vergangener Zeiten hinreichend aus einem flüchtigen Blick in ihr Collegien-heft kennen gelernt zu haben meinen, in dem sie hier und da die Namen Stahl,
F. Hoffmann, Brown u. A. mit dem ominösen Zunamen der Dynamisten u. s. w.belegt finden, und das ihnen kaum einen Anknüpfungspunkt ihrer Weisheit andie unserer Altvordern nachweist, als höchstens vielleicht eine von Morgagni mitge-theilte Section, oder eine Notiz über eine Blatternepidemie des vorigen Jahrhunderts.
Ein anderer Theil unserer ärztlichen Welt, hoffentlich der größere, fühlt, daß er mitseinen Kenntnissen auf den Schultern der Vorfahren stehe. Eine berühmte deutschemedicinische Schule unserer Zeit kennt zwar kaum eine Literatur der Medicin und 'producirt daher Manches als neu, was scbvn in den Zeiten der auf ewig beseitigtenNacht gesehen, gekannt, erklärt wurde. Doch hat auf der andern Seite kein Landso gründliche Historiker auf dem Gebiete des ärztlichen Wissens auszuweisen als dasdeutsche. Wir schreiben hier nicht für Ärzte; sie haben in Männern, wie Hecker,Sprengel, von Siebold, Häser u. A. treffliche Führer auf den zuweilen wol laby-rintisch scheinenden Weg, welchen frühere Arzte zur Erreichung ihres Zieles ein-schlagen zu müssen glaubten. Die Entwickelung einer den Menschen so nahe be-rührenden Wissenschaft wird aber gewiß auch einen weiter« Kreis intercssiren, undein Blick auf dieselbe ist vielleicht am besten geeignet, den mancherlei Angriffen, wel-chen die Medicin von vielen Seiten, besonders von manchen populär sein wollen-den Ärzten ausgesetzt war, entgegenzuwirken.
Die Geschichte soll der Zeit einen Spiegel vorhalten. Sehen wir zu, was wirin dem Glase erblicken. Vor allen Dingen werden wir da gewahr, daß unsereheutige bessere Einsicht in manches früher dunkle Gebiet der ärztlichen Wissenschaftdie Folge nicht unserer eigenen Anstrengungen, sondern der sogenannten Irrthümerfrüherer Ärzte ist, daß der heutige Zustand der Medicin nicht unser Verdienst ist,sondern nur eine Sprosse bildet von der, freilich wol nie ganz zu erklimmendenHimmelsleiter ins Vollkommene und Untrügliche. Prüfen wir den Sachverhalt näher,so stellt sich sehr bald heraus, daß der angedeutete Zusammenhang ein nothwendiger >Ist. In der That zeigt es sich, daß sich die Wissenschaft der Medicin ebenso gesetz-lich entwickelt und zum Theil bereits entwickelt hat, wie wir es an den Entwicke-lungscrscheinungen einzelner organischer Wesen in der Formenwelt zu sehen und an-zuerkennen gewohnt sind. Wenn wir in dem Folgenden versuchen, einen kurzenAbriß des jüngsten Theils dieser Entwickelungsgeschichte zu geben, so tritt uns einUmstand entgegen, welcher ohne jene organische Nothwendigkeit wol frappiren könnte,durch sie aber natürlich und daher, verständlich wird; wir meinen einen von der - ^Gesammtheit der wissenschaftlichen Ärzte unwillkürlich befolgten gemeinsamen Plan,nach weichem die Versuche zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft unternommen