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Zwöflter Band.
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Die Medicin.

tetika betrachtende ältere oder neuere Arzt,, da er Waschungen, Bäder, Beziehungenaller Art sehr vielfach anwendete. Die Arzte und Laien, welche besonders als Hy-dropathen bezeichnet werden, sehen in dem kalten Wasser ein Universalheilmittel. Eshat auch nicht an Leuten gefehlt, welche das Heil des Körpers bei Krankheiten imlauen oder warmen Wasser suchten; doch haben diese sich der Natur des empfohle-nen Mittels wegen nie zu einer großem Sekte ausbilden können. Seitdem Prießnitzin Gräfenberg seine Wasserheilanstalt gegründet (Schlesien scheint der Entwickelungder Hydropathie sehr günstig zu sein, der ISO Jahre ältere Vorgänger Prießnitz',Hahn, war auch ein Schlesier) und seine darin geübten Methoden bekannt gemachthat, sind so zahlreiche ähnliche Anstalten entstanden, daß man jetzt fast in jeder grö-ßer« Provinz deren wenigstens eine findet. Wie verhält sich aber diese geprieseneWassercur zu andern Heilmethoden? Bei der Empfehlung eines so einfachen Mittels,wie das Wasser ist, ist man umsomehr zur Nachfrage nach dem wissenschaftlichenGrunde berechtigt, als viele Krankheiten trotz des besten Willens nicht durch Ein-bildung geheilt werden können und das alte Sprichwort „Wasser thut's freilich" dochnicht überall zur Erklärung ausreicht. Daß das Wasser bei gewissen localen Affec-tionen als Reiz, als kräftigendes Mittel zu schätzen ist, wußte man längst; beson-ders Hufeland empfahl seine äußerliche Anwendung bei fieberhaften Ausschlägen; sei-ner Anwendung als kalte Umschläge u. dergl. wollen wir gar nicht gedenken. Vonden Hydropathen wurde und wird es aber nicht blos bei gewissen, sondern fast beiallen Krankheiten angewendet. Ist dies statthaft? Wir haben schon des Lftern dar-auf aufmerksam gemacht, wie alle jene Bestrebungen, welche von der Ansicht aus-gingen, daß die Krankheit eine Affection des Gesammtorganismus sei, von gutemEinfluß auf die Heilkunde gewesen seien; eine solche ist nun jedenfalls die Wasserheil-methode, da sie trotz der gleichzeitigen localen Anwendung des Wassers ihre Haupt-stütze in der Umstimmung und Kräftigung des Gesammtorganismus sucht und gewißfindet. Bis vor nicht langer Zeit hatte man das Wasser rein empirisch angewandt,anfangs ohne einen großen Unterschied zu machen, ob bei der Krankheit u priorieine Heilung durch Wasser möglich sei oder nicht. War sie es nicht, so wurden diePatienten im günstigsten Fall als gebessert entlassen. Jetzt hat man aber angefan-gen, die Wirkung der einzelnen hydrotherapeutischen Methoden genauer zu unter-suchen, und diese selbst mit dem physiologischen Verlauf der Krankheiten in Einklangzu bringen gesucht: man ist mit einem Worte wissenschaftlicher zuwerke gegangen.Dabei hat sich denn herausgestellt, daß einmal das Wasser nicht im Stande ist, wasschon von vornherein unwahrscheinlich schien, die specifischen Wirkungen anderer Heil-mittel hervorzubringen, diese daher überflüssig zu machen; daß das Wasser fernerüberall da, wo es auf eine directe Einwirkung gewisser Medikamente auf die ergrif-fenen Organe ankommt, diese nur zum Theil zu ersetzen vermag; baß das Wasserdagegen in allen den Fällen, wo es auf eine Umstimmung des Ernährungsprocesses,eine sogenannte Bethätigung des Stoffwechsels ankommt, sei es um Krankheiten derhierbei direct in Frage kommenden Organe zu heben, sei es um durch diese auf an-dere schwerer zugängliche Systeme, wie das Nervensystem, einzuwirken, sei es endlichum der Entwickelung von Vegetationsanomalien wenigstens zeitweise vorzubeugen,von außerordentlichem Werthe, ja vielleicht in manchen hierhergehörigen Fällen kaumdurch andere Mittel zu ersetzen ist. Wird hierdurch der Werth der ganzen Methodescheinbar sehr heruntergesetzt, so gehören doch gerade die letztem Formen der Erkran-kungen zu den häufigern und zu denen, welche andern Heilmethoden nicht viel Ruhmbereitet haben. Es verlohnt sich daher immer noch, Wasserheilanstalten zu besitzen;nur dürfen die denselben vorstehenden Personen keine Laien sein, wie dies anfangszum Theil der Fall war, und die ärztlichen Vorsteher müssen wissenschaftlich gebil-dete Männer sein, um einerseits den Gebrauch der Wassercur entweder zu verhin-dern, wo sie nicht angebracht ist, oder wenigstens mit dem Wasser gleichzeitig eineverständige medicamentöse oder sonstige andere Behandlung eintreten zu lassen, an-dererseits um die sich während der angezeigten Wassercur einstellenden physiologischen