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Die Industrieausstellungen.
behauptete bereits sein Übergewicht in Luxusgeweben. Die Fabrikstadt Elbeuf fandein weites Absatzfeld für ihre Bestrebungen in der Erzeugung von Wollwaaren fürden Mittelstand; Castres lieferte wohlfeile Wolltücher, Sedan, Amiens und Rheinesseine Kaschmirs. Die Ternauxshawls hatten an Schönheit zugenommen. Die Baum-wollspinnereien hatten sich rasch vermehrt, und in den mittlern und niedern Num-mern war ihr Eespinnst vortrefflich; sie wurden mit 101 Preismedaillen und Denk-münzen ausgezeichnet. Pouchet erhielt, als unermüdlicher Vorkämpfer während20 Jahre gegen Großbritanniens übermächtige Baumwollindustrie, die goldene Me-daille. Die wichtigste Erwerbung der Industrie, welche auf der Ausstellung vomJahre 1806 zur Anschauung gebracht wurde, war die Fabrikation des Musselin,mit welcher St.-Quentin und Tarare auftraten, und deren Einrichtung wegen derHerstellung des dazu erfoderlichen feinen Garnes große Schwierigkeiten dargebotenhatte. Die in Rede stehende Ausstellung war nicht weniger durch die Pracht undden Reichthum der Atlasse und Sammete ausgezeichnet. Durch die Wiedereinfüh-rung der Uniformirung der Civilbeamten erhielt die Fabrikation der Luxusstoffe ei-nen neuen Aufschwung. Dugas und St.-Chamond erhielten für ihre Sammet- undAtlasbänder die goldene Medaille mit dem Bemerken, daß jene Bänder diejenigenvollkommen zu ersetzen geeignet schienen, welche England bisjetzt ausschließlich gefer-tigt habe. Die Fabrikation des Krepp und der Tülle zeigte einen großen Fortschrittdurch die Erfindung Bonnard's, der sogenannten msills 6xs. Alencon, Chantillyund Brüssel strahlten durch ihre Spitzen- und Blondenmanufactur; die minder kost-baren Spitzen von Valenciennes, Arras, Douay und Puy fehlten ebenfalls nicht;dazu kamen die herrlichen Linnen aus Flandern, die Leinenbattiste von Cambray,Valenciennes, St.-Quentin. Im Jahre 1806 erschienen auch zum ersten male diegedruckcen Stoffe von Mühlhausen und Lagelbach, und wenngleich sie nur die sil-berne Medaille erhielten, so deutete doch schon das Preisgericht auf ihre bedeutendeZukunft hin und ehrte in ihrem Vertreter Dolsus, Mieg und Comp. sämmtlicheKattundrucker des Elsaß. Die Eisensabrikation begann sich zu entwickeln, man be-trieb den Hohofen mit Steinkohlen; Stahl, der in den beiden vorhergehenden Aus-stellungen nur sehr untergeordnet aufgetreten war, erschien in großer Menge und imAllgemeinen von guter Qualität. Fabrikanten von Feilen und Raspeln erhieltensilberne Medaillen. Vorzügliche schneidende Waffen wurden von Coulaux aus Klin-genthal ausgestellt.
Der Krieg zwischen Frankreich und England verhinderte die Ausstellung imJahre 1809. Das Continentalsystem versetzte Frankreich, besonders fühlbar in derersten Zeit, in eine peinliche Lage. Durch die bekannten Decrete von Berlin undMailand sah man sich gezwungen, aus den Gebrauch aller seewärts eingehendenProducte zu verzichten, oder sie im Jnlande zu fabriciren. Aber gerade diese Lagewar der Sporn zu gewaltigen Anstrengungen, um sich vom Auslande unabhängigzu machen. Napoleon selbst ließ es nicht an Ermunterung fehlen. Er strebte un-ter Auderm durch Ausschreibung eines Preises von je einer Million Francs die In-dustrie der Flachsspinnerei vernnttels Maschinen und der Bereitung der Soda ausKochsalz in Frankreich heimisch zu machen; er wies ferner eine gleiche Summe und32000 Hektaren Ländereien (125000 Morgen) an, um die Herstellung des Zuckersaus Rüben in großem Maßstabe zu erproben und auszubeuten/ Hierzu kam derEifer industrieller Köpfe und der mächtige Sporn auf zu hoffenden Gewinn. Überallentstanden Etablissements, in welchen der größte Theil derjenigen Producte fabricirtwurde, die man früher aus dem Auslande bezogen hatte. War der Seehandel auchfast Null zu nennen, so blühte um so kräftiger die inländische Industrie, hauptsäch-lich die in Manufacturwaaren. Die Geldmänner warfen sich mit Eifer auf dasFabrikgeschast; das Geld wurde von allen Seiten und zu den niedrigsten Preisender Industrie offerirt. Wenn auch mehre damalige Industriezweige, weil sie auf zukünstlichem Untergründe ruhten, nicht länger ihre Existenz fristeten, als das Con-tinentalsystem dauerte, so gab es doch auch mannichfache Etablissements, die während