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Die Industrieausstellungen.
heit erhielt. Lyon bewies durch seine unübertroffenen Stoffe seine unablässigen Ver-vollkommnungen in der Spinnerei, Weberei und Färberei der Seide; die Jacquard-maschine wurde durchgängig für alle gemusterten Gewebe angewendet. In St.-Quentin und Tarare hatte sich die Fabrikation der feinern Baumwollgewebe geho-ben; auch die Piques, Calicots und Baumwollsammet wurden stärker fabricirt; dieGewebe aus Kaschmirflaum traten als neue Producte auf. Die Färberei war inder Vervollkommnung hinter der Kunstweberei nicht zurückgeblieben. Es war gelun-gen, gelbes Blutlaugensalz als Kaliblau in der Seidenfärberei anzuwenden, die Co-chenille in der Wollfärberei zu ersetzen; man hatte Mittel gefunden, das Türkischrothbilliger und dauerhafter herzustellen. Alle diese Entdeckungen in der Farbenchemiewaren von günstigem Einflüsse auf die Zeugdruckerei, insofern in der Erzeugung derMuster und Farben eine größere Mannichfaltigkeit als bisher erreicht werden konnte.Die Bearbeitung der Metalle, in vieler Hinsicht die Grundlage jeder andern Fabri-kation, zeigte einen großen Aufschwung. Im Jahre 1806 bestand blos zu Creusatein Eisenhüttenwerk, auf welchem das Eisen mittels Coaks erzeugt wurde; im Jahre1819 sandten bereits die Hohöfen der Loire ihre Gußwaaren, die Frischereien vonGrossource (Eher) gewalztes Eisen. Die Ausstellung bewies auch, daß die Aufgabe,Stahl zu fabriciren, vollständig gelöst war. Die Stahlwerke aus 21 Departementshatten Muster verschiedenartiger Erzeugnisse ausgestellt. Frankreich lieferte die großenWalzbleche, die nun nicht mehr aus England bezogen zu werden brauchten. DieDrahtfabriken erzeugten neben Eisendraht auch Stahldraht. Die Fabrikation derFeilen, Sensen, Sicheln, Sägen und anderer Werkzeuge hatte bedeutend an Aus-dehnung zugenommen und genügte dem Bedarf. Unter den anderweitigen Productenragten insbesondere hervor: die Uhrenfabrikation (Chronometer und Thurmuhren),die Fabrikation mathematischer und physikalischer Instrumente, die chemischen Prä-parate (Soda, Holzessig, Bleiweiß, Seifen und Leim) u. s. w. Die Thon- undGlasverarbeitung und die Möbelfäbrikativn behauptete ihren alten Vorzug. Die Li-thographie war eingeführt und die Buchdruckerei bewies Fortschritte. Ludwig XVIII.vertheilte aus Anlaß dieser Ausstellung 17 Kreuze der Ehrenlegion an Aussteller.Es dürfte nicht ohne Interesse sein, die Namen einiger dieser Aussteller anzufüh-ren, insofern sich darunter die Gründer manches heutzutage in Frankreich blühen-den Industriezweiges finden: Poupart de Neuflize, Einführe! der Tuchschcermaschi-nen; Breguet, der Uhrmacher; Lerebours, der Verfertiget: optischer Instrumente;Beaunier, der Mitgründer der Stahlfabrikation in Frankreich und später der Er-bauer der ersten französischen Eisenbahn, nämlich der von St.-Etienne nach Andre-cieux; Bonnard, der Vervollkommnn der chinesischen Seidenzucht; Firmin Didot, derTypograph; Daniel Köchlin, der Zeugdrucker aus dem Elsaß; Jacquard; Vitalis, derVerfasser der berühmten „Llliwis appliquss s Ig tsinturs"; Dufaud, der Einführnder Eisenwalzwerke; Raymond, der Erfinder des Kaliblaus, welches noch bis auf denheutigen Tag „dlsu ks^inoiul" genannt wird; Widmer, der Kattundrucker undErfinder eines echten Grüns für den Zeugdruck, für welche Erfindung ihm englischeFabriken 2000 Pfund Sterling boten; Utzschneider, der Thonwaarenfabrikant u. s. w.
Durch die Erschwerung der Einfuhr fremder Waaren waren freilich so ziemlichalle Zweige der Industrie Frankreichs der Nothwendigkeit überhoben, gegen den Wett-bewerb des Auslandes durch unablässige Verbesserungen der Fabrikation aus der Hutzu sein. Die unter der Sonne des Zollschutzes gepflegten Gewerbe füllten den in-nern Markt noch nicht vollständig aus und hatten noch Spielraum zu weitererAusbreitung.
Dies zeigte sich deutlich auf der sechsten Ausstellung im Jahre 1823. Siefand ebenso wie die vorhergehende im Louvre statt und wurde von 1648 Ausstellernbeschickt, die 438 Medaillen erhielten. Obschon ziemlich bald auf die vom Jahre1819 folgend, war doch nach dem Juryberichte mancher bedeutende Fortschritt inder Zwischenzeit erfolgt. Anstatt der Muster eines Eisenwalzwerks erschienen dies-mal schon 20 Walzwerke mit vorzüglichen Mustern. Die Anwendung des Eisens