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Zwöflter Band.
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478 Die Industrieausstellungen.

hatte zugenommen, es wurde vielfach zu architektonischen Zwecken benutzt. Die 1Wollproduction und Wollverarbeitung zeigte sich vervollkommnet, entsprechend auchdie Tuchfabriken in der Wahl des Rohstoffes bei Farben und in der Appretur. >Verbesserte Scheermaschinen fehlen fast nirgends mehr. Die Kaschmirshawls warenbedeutend verbessert, die Gewebe feiner, die Muster geschmackvoller, freier und reinerin ihren Contouren. In der Seidenspinnerei begann die Handarbeit durch Maschi-nen ersetzt zu werden. Die Baumwollspinnerei erzielte höhere Nummern; der Bob- »binct oder Spitzengrund trat zum ersten male auf und bereitete England eine neue ,Concurrenz; St.°Quentin und Tarare brachten gestickte Musseline und andere neueStoffe, deren sich die Mode schleunig bemächtigte. In der Färberei hatte man esdahin gebracht, das durch Blutlaugensalz hervorgebrachte Blau, anstatt wie bisherauf Seide, auch auf Wolle anzuwenden. In der Zeugdruckerei war der Walzen-druck eingeführt worden, wodurch allein reine Zeichnungen ermöglicht und alle ge-druckten Waaren bedeutend wohlfeiler wurden. In der Papierfabrikation fand man,anstatt des Leimens der einzelnen Bogen, das Leimen der Papiermasse in der Bütteeingeführt, das Handschöpfen durch Maschinen ersetzt. Es war ein reiches Stein-salzlager entdeckt, Marmorgruben, die trefflichen weißen Marmor lieferten-, geöffnetworden; die chemischen Gewerbe, der Maschinenbau, die Verfertigung wissenschaft-licher Instrumente und die Construction von optischen Apparaten für Leuchtthürmedurch Fresnel machten sich ebenfalls durch ihre Fortschritte bemerkbar. ^

Die siebente Ausstellung fand im Jahre 1827, also vier Jahre später, theil- Iweise in eigens dazu construirten Galerien im Hofe des Louvre, theilweise in denSälen dieses Gebäudes statt. Sie zählte 1695 Ausstellende, von denen 412 neueMedaillen erhielten. Es zeigten sich große Fortschritte in der Eisenproduction und ^Eisenverarbeitung. Viele Hohöfen mit Steinkohlenbetrieb und zahlreiche Walzwerke ^waren entstanden. Der inländische Bedarf an Eisen erschien fast gedeckt. Bleche, !

Sicheln und Sensen zeigten Verbesserungen. Die Drahtzieherei arbeitete den Metall- >geweben besser vor. Nägel wurden auf mechanischem Wege fabricirt. Das Platinwar Fabrikstoff geworden. Der Gebrauch des Zinks begann sich auszubreiten. DieMaschinenfabrikation hatte sich erweitert; es trat die Dampfmaschine bereits als wich- ?tiges Element in der Industrie auf. Die Spinn-, Webe- und Scheermaschinen warenwesentlich verbessert. Neue Arten von Wollzeugen traten auf. Die Wollsabrikation >im Süden zeigte Fortschritte. Die Shawlmanufactur blieb nicht hinter den Erwar- ^tungen zurück und überraschte durch geschmackvolle und neue Muster. Die chemischeFabrikation trat mit dem seitdem so wichtig gewordenen schwefelsauer» Chinin hervor;Appert stellte conservirte Nahrungsmittel, Vicat hydraulischen Mörtel, die Porzellan-fabrik zu Sevres beachtenswerthe Glasmalereien aus. Die Rübenzuckerfabrikationsing bereits an sich sehr bemerkbar zu machen.

Die Revolution von 1830 verzögerte die nächste Ausstellung; um so größerwaren daher die Fortschritte der französischen Industrie auf der achten Ausstellungdes Jahres 1834, die selbst die Handelskrisen der Jahre 1827 und 1828, 1830und 1831 nicht hatten zurückhalten können. Die politischen Kämpfe, welche denStaat seit 1827 beunruhigten, und besonders in Paris und Lyon viel Capital ver-nichteten, vermochten die industrielle Entwickelung keineswegs zu hemmen, sie wirktenim Gegentheile anregend.

Diese Ausstellung fand auf der heutigen Place de la Concorde in vier eigens dazu !construirten hölzernen Gebäuden statt. Sie zeigte sich glänzender und stärker besuchtals jede der vorhergehenden. Im Ganzen fanden sich 2447 Aussteller ein, welche ^697 Medaillen außer zahlreichen Ehrenerwähnungen erhielten. Man bemerkte Fort- ^schritte in der Wollveredelung, im Spinnen von Kammwolle, in der Fabrikation ge- ^walkter Zeuge und Flanelle, in der Shawlsabrikation. Die Seidenweberei war iwegen der Arbeiteraufstände in Lyon weniger zahlreich vertreten als bei frühemAusstellungen; die Gewinnung von Rohseide aber zeigte Fortschritte; ebenso dieBaumwollspinnerei und Weberei, der Druck von Wollzeugen und die Papierfabri-