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Zwöflter Band.
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496 Die Industrieausstellungen.

Nheinlanden betrieben, welche alle deutschen Staaten außer Östreich mit Sohllederversehen, schien in Sachsen etwas zurückgegangen zu sein. Nicht zu übersehen warendie Portefeuillearbeiten aus Offenbach, Wien und Nürnberg, die sich als Eewerbs-zweig erst in der neuern Zeit ausgebildet haben. Wie cinestheils die Ausbildungdes Portefeuillegeschäfts die Veredelung der Buchbinderei, besonders in der äußernAusstattung und Verzierung zur Folge hatte, so ist diese anderntheils wieder durchdie Stellung und Ausbildung, welche der Buchhandel einnimmt, bedingt. InEngland und Frankreich, wo der Buchhandel lange schon eine hervorragende Stel-lung einnahm, war auch die Buchbinderei zu großer Ausbildung gelangt. In neue-rer Zeit hat nun auch durch die Bestrebungen der großen deutschen Buchhandlungendie deutsche Buchbinderei einen raschen Aufschwung gewonnen, was in allen Städten,wo sich der Buchhandel concentrirt hat, deutlich hervortritt. Diesen Beweis lieferteauch die Ausstellung: Leipzig und Berlin standen obenan. Daß die Erzeugnissedes Buchdrucks vorzüglich von Leipzig gut vertreten sein würden, war vorauszu-setzen. Die ausgestellten chemischen Producte zeugten von dem hohen Standpunkteder chemischen Fabrikation im Großen, .boten jedoch außer zahlreichen Ultramarin-mustern nichts Neues. Die Industrie Östreichs hatte sich bei der Ausstellung zahl-reich betheiligt, und jeder Unbefangene sah darin ein Zeichen des Wunsches Östreichsnach einer Annäherung an den Zollverein. Die östreichische Industrie wies einenhohen Standpunkt sowol bezüglich der Technik als auch des Geschmacks nach. Es waraber hierbei nicht zu verkennen, daß die östreichische Industrie zu einem großen Theileweniger concurrirend als ergänzend und ausgleichend mit der Industrie des Zollvereinszusammentreten müsse, um den gemeinschaftlichen Kampf gegen unsere westliche» Nach-barn aufzunehmen.

Die Ausstellung wurde am 24. Mai nach sechswöchentlicher -Dauer geschlossen.Die Zahl der Aussteller betrug 1440, davon kamen auf Sachsen 666, Baiern 269,Preußen 166, Östreich 144, Würtembcrg 14, Hamburg 45, Hannover 51, Sach-sen°Altenburg 19, Frankfurt 18, Anhalt-Dessau -10 u. s. w. Von diesen Ausstel-lern empfingen 601 Dekorationen und Auszeichnungen, und zwar 14 das Ritterkreuzdes Verdienstordens, 20 die goldene Medaille, 2! den erneuerten Anspruch aus die-selbe, 167 die silberne Medaille, 19 den erneuerten Anspruch allst dieselbe, 212 diebronzene Medaille und 148 die lobende Erwähnung.

Die Industrieausstellung aller Völker zu London im Jahre 1851.

Die unzweifelhaften Vortheile, welche die seit dem Ende des vorigen Jahrhundertsin Frankreich und seit etwa 30 Jahren in Deutschland abgehaltenen großen Ausstel-lungen der Industrie und dem Handel, der Kunst und Wissenschaft, sowie auch imAllgemeinen der Volksbildung gewährt hatten, legten endlich den Gedanken nahe,daß eine Versammlung der Jndustrieproducte aller gebildeten Völker der Erde eigen-thümlich großartige und für die gesammte Cultur fruchtbare Resultate mit sich führenmüsse. Schon bei den Berathungen der Beurtheilungscommision der pariser Aus-stellung vom Jahre 1844 wurde der Wunsch angeregt, daß die Regierung Frankreichseine solch allgemeine Ausstellung veranstalten möge. Der Gedanke wurde aber so-gleich bei seiner Geburt durch das bestehende Prohibitivsystem erstickt. Indessen erfaßtespäter Großbritannien diese Idee mit Ernst und Beharrlichkeit, das allerdings auchunter allen Ländern Europas geeignet war einen solch riesenhaften Plan zum erstenmal zur Ausführung zu bringen. Kein anderes Volk schon konnte eine so unermeßlich«und allseitige Entwickelung in gewerblicher und mercantiler Hinsicht wie das britischeaufzeigen. Dazu kamen aber auch die in der letzten Zeit wesentlich vervollkommnetenVerkehrsanstalten und die allenthalben durch Zollrcformen herbeigeführten Erleichterun-gen' des Absatzes, welche für den ausländischen Aussteller die Aussicht eröffneten —die immer und zu aller Zeit der Hauptgrund zur Beschickung von Ausstellungen blei-ben wird—, die Ausstellungsgegenstände Vortheilhaft zu verwerthen und neue Absatz-quellen ausfindig zu machen.