Die Industrieausstellungen.
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Die Industrieausstellung aller Nationen in Neuyork in den Jahren 1853 und 1854.
Der großartige Erfolg der londoner Industrieausstellung regte auch in denVereinigten Staaten von Nordamerika den Gedanken eines gleichen Unternehmensan. Es constituirte sich eine Gesellschaft von Privatpersonen zu dem Zwecke, eineähnliche Ausstellung wie die im Hydepark, aber in kleinerm Maßstabe zu veran-stalten. Neuyork wurde wegen der Vortheile, welche diese Stadt als der Mittel-punkt des Handels der Union darbot, und als die Hauptniedcrlage europäischerWaaren zum Ort erwählt, wo die Ausstellung stattfinden sollte. Die Municipal-behörden von Neuyork überließen der Gesellschaft zu diesem Zweck den Platz ausReservoir-Square auf fünf Jahre unter der Bedingung, „daß der zu errichtendePalast lediglich aus Glas und Eisen erbaut werde und der Eintrittspreis für eineneinmaligen Besuch der Ausstellung 50 Cents nicht übersteige". Zugleich berechtig-ten die Behörden die Gesellschaft, Actien bis zum Betrage einer halben MillionDollars auszugeben. Zum Präsidenten der Gesellschaft wurde Sedgwick, zum Se°cretär William Whettew ernannt. Die Regierung betheiligte sich insofern bei demUnternehmen, als der damalige Staatssekretär Daniel Webster an die Vertreter derUnion bei den europäischen Höfen ein Schreiben erließ, in welchem er sie zur thä-tigsten Unterstützung der Ausstellung auffoderte. Die Oberzollbehörde erlaubte fer-ner, daß das Ausstellungsgebäude als ein Tranfitolager betrachtet werde, wonach dieAusstellungsgegenstände zollfrei wären, sobald sie nicht später verkauft würden.
Der Glaspalast wurde nach einem von dem londoner Krystallpalast sehr ver-schiedenen Plane erbaut. Der schöne Plan, welchen der berühmte Erbauer desKrystallpalastes, Sir Joseph Paxton, dem amerikanischen Comite eingereicht, wurdeebenso wie der Plan des talentvollen amerikanischen Architekten Downing, als derBeschaffenheit des Terrains nicht entsprechend, verworfen, dagegen der Plan von Car-stensen und Gildcmeister — Ersterer ein Däne, Letzterer ein Deutscher— angenommen.Der Gesellschaft wurden von den Actionären 200000 Dollars zur Verfügung gestellt, mitder Vollmacht, die Summe nöthigenfalls auf 300000 Dollars zu erhöhen. Zum beauf-sichtigenden Obergrchstekten wurde Dctmold und zum Geschäftsführer Karl Buschekernannt, welcher bereits bei der londoner Ausstellung als Geschäftsführer der öst-reichischen Abtheilung vielfache Beweise seines praktischen Talents gegeben hatte.Das Ausstellungsgebäude bestand mit Ausnahme der Bodendielung aus Glas undEisen. Die Grundform des Baus war ein griechisches Kreuz, über dessen Durch-schnittspunkt sich die hohe Kuppel wölbte. Jeder der verschiedenen Durchmesser desKreuzes betrug 365 Fuß. Die Breite der verschiedenen Seitenarme des Kreuzesbehielt 149 Fuß, die Höhe 45 Fuß. Das Kreuz selbst war in ein Mittelschiff von67 Fuß Höhe und 41 Fuß Breite und zwei Flügel eingetheilt. Jeder Flügel warder Träger einer besondern Galerie. Das'Hauptschiff des Kreuzes hatte bei 118 FußHöhe 100 Fuß im Durchmesser und war von außen mit einem riesigen Leuchkappa-rat von 149 Fuß geziert. Der ganze Glaspalast umfaßte eine Bodenfläche von173000 Quadratfuß oder beinahe 4 englische Acres oder 6 preußische Morgen. DieEisenmasse zu den Säulen und Verbindungsgliedern ward auf 25000 Centner ge-schätzt. Der Glasbcdarf betrug etwa 39000 Quadratfuß in 9027 einzelnen Glas-tafeln von 16 Zoll Breite und 34 Zoll Höhe. Das ganze Gebäude erhielt sein Lichtsowol von oben als von den Seilen; das Licht wurde theilweise durch 32 Glasgemäldegedämpft, welche die verschiedenen Wappen der ausstellenden Nationen darstellten.
Laut der Einladung erstreckte sich die Ausstellung nicht allein aus Jndustrie-producte, sondern auch auf Gegenstände der Kunst, der Malerei, Bildhauerei,Mosaik; es wurde ferner die Preisangabe gestattet. Viele in London ausgestellteGegenstände, die dort nicht verkauft worden waren, wurden sofort nach Beendigungder Ausstellung nach Neuyork transportirt. Die Gesammtzahl der Aussteller be-trug etwa 5500, davon kamen aus die Union 2778, die übrigen vertheilen sich ausfolgende Weise: