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Die Industrieausstellungen.
Zollverein .
England.
677
Östreich . .
.100
Frankreich ........
521
Schweiz . .
.116
Schweden und Norwegen
18
Niederlande
und Belgien 155
' Westiudien .
3
Italien .>.
.185
Canada ...
17.
Ein Viertel sämmtlicher Aussteller war auch auf der londoner Ausstellungvertreten.
Die Feier der Eröffnung des Glaspalastes ging am 1ä. Juli 1853 vor sichund war von dem bei Festlichkeiten in Nordamerika gewöhnlichen Eclat begleitet.Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin Pierce, wurde bewogen, die Er-öffnung der noch immer unvollendeten Ausstellung bei mehr als sieben Achtelnnoch ungeöffneter Kisten durch seine Gegenwart zu verherrlichen. Scdgwick sagte inseiner Anrede an den Präsidenten: „daß der Ausstellung Zweck sei, den Amerika-nern die auserlesensten Producte des Geistes und der Geschicklichkeit der Alten Welkvorzulegen, die Errungenschaften des erfindenden Geistes und der rastlosen Energieder Amerikaner zur Schau auszustellen, beide Welttheile einander zu nähern undden Kreis des Handels und die Brüderschaft der Nationen zu erweitern."
Obgleich der Glaspalast eingeweiht war, so war doch die Ausstellung keines-wegs eröffnet. Das Auspacken der Kisten geschah nur langsam oder unterblieb auchnach Umständen. So wird alles Ernstes versichert, daß die Ausstellungsgegenständeaus der industriellen Stadt Fürth unausgepackt blieben und die Einsender am Endefroh sein mußten, wieder in Besitz ihrer Erzeugnisse zu gelangen. Die meisten derbisher betrachteten Ausstellungen gewährten einen erhebenden Anblick; nicht so die„Ausstellung aller Nationen" zu Neuyork. Mangel an Sachkenntniß, wo! auchmitunter an Solidität Derjenigen, in deren Händen die Leitung des Unternehmenslag, mochte wol der Grund sein, daß die Spcculation eine vollständig mißlungenewurde. Augenzeugen können nicht genug den kläglichen Eindruck schildern, den dieAusstellung und das darin herrschende Chaos, die Corruption der Beamten (Käuf-lichkeit der Preismedaillen u. s. w.) auf sie machte. Der materielle Schaden, derviele Aussteller dadurch traf, daß ihre ausgestellten Gegenstände spurlos verschwan-den, hat in den letzten Jahren auch in Deutschland wesentlich dazu beigetragen,das Institut der Industrieausstellungen in unverdienten Miscredit zu bringen.
Wenngleich die auf der Ausstellung vertretenen Nationen kaum die Zahl 15erreichten und der Name „Ausstellung aller Nationen" eigentlich nicht gerechtfertigterscheint, so zeigten doch die ausgestellten Gegenstände manches Bemerkenswerthe undCharakteristische. Eine der größten und interessantesten Classen in der Ausstellungbildeten ohne Zweifel die Mineralien, obgleich es zu bedauern war, daß das an Erzenunerschöpfliche Mexico, die unendlich reichen Lander Süd- und Mittelamerikas nichtvertreten waren. Gab die Ausstellung ein Bild der metallurgischen Betriebsamkeitder Union, so zeigte doch dasselbe deutlich, wie der Bergwerksbetrieb in den Ver-einigten Staaten noch in der Kindheit liege. Einestheils fehlt es an Capital zumgehörigen Betriebe der Bergwerke, anderntheils überschüttet das Ausland die Unionso sehr mit Erzeugnissen dieser Art, daß noch nicht das Bedürfniß gefühlt wird, dievorhandenen reichen Naturschätze auszubeuten. Unter den zum Genuß dienendenStoffen war für die Amerikaner der von Östreich ausgestellte Tokayer interessant, der aberim amtlichen Kataloge wegblieb, weil man anfänglich keine Weine aufnehmen wollte.In diesem Punkte hatte indessen die Zweckmäßigkeit über die Einseitigkeit gesiegt,und die Mäßigkeitsvereine durften den Glaspalast wenigstens nicht als ein ihreIdeen förderndes Unternehmen betrachten. Nicht ohne Interesse gewahrte auch dieAusstellung genauere Kenntniß von dem Stande des, Weinbaus in der Union. DerWeinbau in Ohiv, Jndiana und Missouri erfreut sich eines guten Fortgangs; in Missouriwird dieser Industriezweig namentlich in der Umgegend des fast nur von Deutschenbewohnten Städtchen Hermann betrieben. Der Missouriwein besitzt eine eigenthüm-liche Blume, deren Reiz freilich durch eine ebenso eigenthümliche Herbe geschwächt