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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

wird. Der Ertrag der nordamerikanischen Weine wird indessen auf lange Zeit nochein beschränkter bleiben, und Producenten müssen im Verhältniß seiner Güte auf zuhohe Preise halten, als daß die Einfuhr von ausländischem Wein dadurch afficirtwerden konnte. Unter den wichtigsten Rohstoffen des Pflanzenreichs auf der Aus-stellung stand die Baumwolle obenan. Mau schätzte den Absatz der Baumwolleim Jahre 1852 auf 1705,160000 Pfund, wovon 940,000000 auf Groß-britannien und 283,400000 auf die Union kamen. Bei weitem die größte Massedieser Baumwolle, welche jährlich verarbeitet wird, liefern die Vereinigten Staaten.Von dem Verbrauchsquantum in England kommen 84"/g auf amerikanischen Roh-stoff; Ostindien deckt 10"/<>, Brasilien 4, Ägypten 2. Die Wollproduction zeigtesich in der Union noch in der Kindheit; die Quantität der importirten Wolle betrugmehr als den dritten Theil der im Lande erzeugten. Auch die Seidenzucht der Ver-einigten Staaten und die Herstellung von Seidenwaaren mußten, nach dem Maßstabegemessen, den die Ausstellung gab, ziemlich geringfügig erscheinen. Dies geht auchdaraus hervor, daß die Einfuhr von Seidenwaaren im Hafen von Neuyork sich oft-mals in einer Woche auf einen Werth von einer Million belauft. Der Flachsbaubewies sich in der Union nicht so ausgedehnt wie der Hanfbau. Ersterer ist jedochin neuester Zeit in Wisconsin sehr in Aufnahme gekommen, wo eingewanderteDeutsche sich seines Betriebs angenommen haben. Die Thonwaarenindustrie derVereinigten Staaten, namentlich die Porzellanfabrikation lag noch in ihren erstenAnfängen. Ein interessanter Ausstellungsgegenstand waren die Regen- und Sonnen-schirme, deren Fabrikation in Nordamerika außerordentliche Ausdehnung gewonnenhat. Das größte Etablissement zur Fabrikation dieses Artikels befindet sich in Neuyork:es beschäftigt 500 Personen und liefert täglich über 2000 Stück. AmerikanischeRegenschirme sind anerkannt besser als deutsche, englische und französische.*) Einehervorragende Classe aus der Ausstellung war die von Maschinen; namentlich ver-dienten die zur Cultur des Bodens bestimmten Geräthe alle Beachtung. In derThat mochte unter allen selbst den einfachsten und gewöhnlichsten Ackerbauwerkzeugenkaum ein einziges zu finden sein, dem man in Amerika nicht eine weit zweckmäßigereGestalt gegeben hätte. Von der Düngergabel und der Kartoffelhacke an bis zu dencomplicirtesten Säe-, Mähe- und Dreschmaschinen waren auf der Ausstellung dieseamerikanischen Geräthe den europäischen weit überlegen. Die ausgestellten Wagen,vom schweren Omnibus bis zur leichtesten Kalesche, dürften.schwerlich hinsichtlich derEleganz ihres Gleichen in Europa Huben.

Die deutsche Industrie war in Neuyork sehr lückenhaft vertreten. Hervorragendwaren die ausgestellten Erzeugnisse der deutschen Literatur (von den Verlegern Brock-haus, Cotta, Teubner, Vieweg u. s. w.), die Ausstellung der Nürnberger Waaren,der sächsischen Tuche u. s. w. Die amerikanische Presse vermerkte es übel, daß soviele ausgezeichnete deutsche Fabrikanten an dieser Jndustrieschau keinen Antheil nah-men, daß ferner die große Mehrzahl der Producenten, die sie beschickten, nicht im ent-ferntesten daran dachte, ein kleines Opfer für eine gefällige Ausschmückung derzugewiesenen Räume zu bringen. Einer der Zeitungsschreiber ging sogar soweit, Deutschland das Aschenbrödel der Nationen zu nennen: „So mahnt dennDeutschland im Glaspalast an Aschenbrödel in dem schönen vaterländischen Volks-märchen. Es sitzt hier im Winkel ohne Schmuck und ohne Schminke, aber seineindustriellen Stiefschwestern England und Frankreich und nebenbei die Vereinigten

*) In keinem andern Lande der Welt werden verhältnismäßig soviel Regenschirme verkauftals in den Bereinigten Staaten; tritt plötzlich Rsgenwetter ein, so kaust der Amerikaner,ohne Rücksicht auf die Sammlung, welche er bereits zu Hause hat, von einem der fliegendenHändler, die er an allen Straßenecken findet, für 50 oder 75 Cents einen neuen Schirm undist sicher, sobald der Regen nachläßt, ihn in irgendeinem Contor oder Lager stehen zu lassen,ohne auch nur daran zu denken, ihn spater wieder abzuholen. Man verlangt auch wol beieurem Bekannten einen Schirm wie eine Cigarre oder einen Bleistift, auf deren Wieder-erstattung Niemand Anspruch macht.