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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen. 509

Werkzeuge und Maschinen, durch die Masse, in welcher es erzeugt wird, oder durchverhältnißmäßige Wohlfeilheit sich auszeichnete. Zu Kunstwerken gesteigerte Gewerbs-erzeugnisse und Proben besonderer Geschicklichkeit und Sorgfalt sollten so wenig aus-geschlossen sein als gewöhnliche Handwerksarbeit, welche, obwvl im Gebrauche allgemeinverbreitet, doch im Verhältnisse zum Preise vorzüglich gut hergestellt sei. Aus demBereiche der bildenden Künste wurden die Werke der Plastik zugelassen, andere nur,insoweit sie durch Neuheit des Stoffes oder des technischen Verfahrens besondereBeachtung beanspruchte.

Vorstand der Ausstellungscommission war Staatsrath von Fischer, Vorsitzenderder Beurtheilungscommission und die Seele des Unternehmens Staatsrath von Her-mann, ein Mann, dessen Name mit der Geschichte der Industrieausstellungen innigverwachsen ist.

Das Ausstellungsgebäude '— der Glaspalast -— wurde im Botanischen Gartenvon Klett und Comp. aus Nürnberg errichtet. Es hatte als Hauptgrundform einlängliches Rechteck mit einem in der Mitte rechtwinkelig gegen die Hauptachse ange-brachten und auf beiden Seiten vorspringenden Transsept, sowie Vorsprünge an denbeiden Stirnseiten. Die größte Länge des Gebäudes betrug 800 Fuß; der Transsepthatte eine Breite von 160 Fuß und eine Höhe von 82 Fuß; das Hauptrechteck640 Fuß Lange, 160 Fuß Breite und 62/r Fuß Höhe. Der Breite nach war dasGebäude in fünf Schiffe getheilt, das mittlere von 80 Fuß Breite, die beiden aufjeder Seite liegenden von je 20 Fuß Breite. Die sich kreuzenden Mittelschiffe wä-ren vom Fußboden bis zum Dache vollkommen frei; die äußern Seitenschiffe sowiedie an den Enden vorstehenden Anbaue mit einer untern Galerie versehen, welche18 Fuß über dem Fußboden lag. Innerhalb der innern Seitenschiffe war diezweite Galerie in einer Höhe von fast 34 Fuß über dem Fußboden angebracht. DieTrennung der Schiffe- ward bewirkt durch 298 eiserne Säulen. Von der Auf-stellung der ersten Säule bis zur vollständigen Beendigung des Baus verstrichein Zeitraum von 100 Tagen, einschließlich der Sonntage, an welchen nicht ge-arbeitet wurde. Die räumlichen Verhältnisse des Münchener Glaspalastes und dieverwendeten Materialien standen mit dem londoner Krystallpalaste in folgendem Ver-hältnisse:

in München:

» (bair. Maß und Gewicht)

215600

224778

2,822194

413305

in London:

(engl. Maß und Gewicht)

999936 Quadratfuß, der ganze zur Ausstellungbenutzte bedeckte Fläch enraum,

896000 Quadratfuß Glas,

7,840000 Pfund Gußeisen,

1,232000 Pfund Schmiedeeisen.

In den Detailconstructionen des Gebäudes gab sich, verglichen mit den ent-sprechenden Ausführungen des londoner Gebäudes, ein nicht unwesentlicher Fortschrittim Eisenbau kund.

Die Gesammtzahl der Aussteller betrug 6588.; diese Zahl vertheilte sich in fol-gender Weise auf die deutschen Staaten und auf Östreich:

Anhaltische Länder . . .

21

Hessen (Landgrafschaft)

11

Baden.

159

Liechtenstein ......

1

Baiern.

2331

Lippe.

6

Braunschwcig.

26

Lübeck..

5

Bremen.. .

8

Luxemburg . ..

4

Frankfurt.. .

45

Mecklenburg-Strelitz . .

1

Hamburg^ .

78

Nassau.

57

Hannover.-. .

158

Östreich .

1477

Hessen (Kurfürstentum)

132

Oldenburg.

29

Hessen (Eroßherzogthum)

148

Preußen.

767