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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

die letztere; denn zur Kunst gehört eben mehr als technisches Verfahren, gehörteine selbständige und idealistische Auffassung eines poetischen Gedankens. Jedochbewiesen die ausgestellten Photographischen Leistungen, daß dieses Gewerbe der Kunstwesentliche Dienste zu leisten im Stande sei, indem sie nicht nur dem Künstler dasStudium der Natur erleichtert, sondern auch die Geschichte der Künste allgemeinzugänglicher macht. Was Porträts anbelangt, so standen darin die deutschen Photo-graphen über den französischen und englischen. Die Porträts berühmter deutscherGelehrter von Hanfstängl waren wahre Meisterwerke und wurden auch als solcheallgemein anerkannt. Im Bereiche der Landschaft zeichneten sich besonders die Eng-länder aus, in architektonischer Beziehung einige Pariser. Eine glückliche Idee wardie Verbindung der Photographie mit der Stereoskopie, welche Bilder und Scenenliefert, die wie der Natur abgenommene Hautreliefs erscheinen.

Das Kollegium der Jury war aus Abgeordneten aller Länder gebildet, die sichan der Ausstellung betheiligt hatten. Die Gesammtzahl der Jurymitglieder betrugungefähr 300. Wir begegnen in deren Verzeichniß den bedeutendsten Namen derWissenschaft und der Industrie. Präsident der Jury war Prinz Napoleon, derdiesen Posten keineswegs nur nominell bekleidete, sondern thätig mitwirkte. Den27 Classen der Ausstellung entsprechend, theilte sich auch die Jury in 27 Classen.Der Maßstab, welcher bei der Beurtheilung angelegt werden sollte, war im Regle-ment so genau bestimmt, als dies in allgemeinen Grundzügen möglich ist. DieAuszeichnungen hatten drei Grade: erste Medaille (Silber), zweite Medaille (Bronze)und ehrende Erwähnung (Diplom). Für außergewöhnliche Leistungeu konnte außer-dem noch eine goldene Ehrenmedaille (moclaills ck'kormsur) von der betreffendenJury beantragt werden, deren Ertheilung aber erst von der Genehmigung des Con-seil des Gruppenpräsidenten abhing. Die Jury begann ihre Arbeiten am 25. Juniund hatte bis Ende August den größten Theil ihrer Aufgabe gelöst. Im Lauseder Beurtheilung ergaben sich indessen Resultate, welche eine Abänderung der ur-sprünglich getroffenen Anordnungen bezüglich der Auszeichnungsgrade veranlaßten.Die goldene Medaille wurde nämlich weit häufiger erkannt, als man erwartet hatte.So kam diese Medaille für zahlreiche Aussteller, die sich in Leistungsfähigkeit gleichwaren, in der Art in Antrag, daß entweder jeder oder keiner diese Auszeichnungerhielte. Man gebrauchte nun das Auskunftsmittel, in solchen Fällen nur eineEhrenmedaille als Collectivauszeichnung für die ganze Genossenschaft zu geben, soz. B. für die Sensenfabrikanten Steiermarks, die Tuchfabrikanten von Sedan u. s. w.Man schuf ferner eine zweite kleinere goldene Ehrenmedaille. Die erste erhielt denNamen Zrancis wscksills cktronnsui-, die zweite wurde einfach lnsllsills ä'konnsurgenannt, und von der großen Zahl der für die Ehrenmedaille Vorgeschlagenen wardeinem beträchtlichen Theil diese kleine Medaille ertheilt. Dies Schicksal traf ebensowol Franzosen als Ausländer und hat große Unzufriedenheit erregt, obwol bei reif-licher Erwägung die Maßregel durchaus gerechtfertigt erscheint.

Es wurden für den industriellen Theil der Ausstellung 112 große Ehren-medaillen, 252 Ehrenmedailldn, 2300 Medaillen erster, 3900 Medaillen zweiterClasse und 4000 ehrenvolle Erwähnungen, im Ganzen 10564 Preise ertheilt.

Diejenige Nation, welche das Terrain zur Weltausstellung hergibt, verleihtdem Ganzen auch stets ein eigenthümliches Gepräge. Während im Krystallpalastedie Idee des Zweckmäßigen vorherrschte und die Abtheilung der Maschinen und derInstrumente das meiste Interesse erweckte, gibt auf der pariser Ausstellung dieLuxusindustrie den Ton an. Auf dem Gebiete der schönen Künste der Industrie,wo eine geläuterte Erfindungsgabe des Producenten und ein geläuterter Geschmackder Käufer erfoderlich sind, in der Industrie der Teppiche, Shawls und Seiden-stoffe, der Gold- und Silberarbeiten, der Kunsttischlerarbeiten, werden die Franzosenstets Sieger bleiben. Die französische Industrie war hierin nicht blos am glänzendsten,sondern auch am vollständigsten vertreten. Zierliche und angenehme Formen mit ge-schmackvoller Gruppirung fesselten und blendeten das Auge und bestachen das Urtheil,