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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

fremder Capitale, und wer sein Vermögen in ein neues Gewerbe wagt, verdienteben solche Anerkennung als der Erfinder selbst, wie er denn auch in den meistenFällen einen großen Theil des Gewinns des Unternehmens zieht. Diese Verbindungdes Unternehmers und Capitalisten erleichtert nun eine Ausstellung mehr als irgend-ein anderes Mittel, da hier gerade neue Versuche oft in der Absicht auftreten, umbei den Capitalisten Vertrauen zu erwecken, ohne deren Vorschüsse sie nicht imGroßen ausgeführt werden können. Unreellitäten werden leichter entdeckt, wenn siemonatelang der öffentlichen Prüfung ausgesetzt sind und das Urtheil Sachkundigerdarüber auf das leichteste eingeholt werden kann, als wenn sie, wie sichere. Geheim-mittel zum schnellen Reichwerden, unter der Hand sich anbieten, wobei die Sucht,Andern zuvorzukommen und die Überschätzung der eigenen Ansicht den Capitalistennur zu leicht zum Werkzeuge des Projectemachers macht.

Von erheblichem Nutzen sind die Industrieausstellungen auch für den Consu-menten, indem ihm dadurch Gelegenheit gegeben ist, alle Jndustrieerzeugnisse inmusterhafter Qualität zu überblicken. Die Ausstellung vervollkommnet sein Ürtheilund seinen Geschmack und bewahrt ihn vor ungeschickten Einkäufen und vor Über-theuerung. Jeder wohlfeile Einkauf ist aber eine Bereicherung für andere Zwecke.Daß große Ausstellungen durch die Ausbreitung all der tausend Entbehrlichkeitendes Lebens dem Reichen den Wunsch erregen, mannichfaltigere Genüsse sich zu ver-schaffen und mit diesem Wunsche auch den Eifer und Fleiß im Erwerb der Gütersteigern, wonM man die begehrten Genußgegenstände zu kaufen vermag, ist alsRegel durch die Erfahrung der volkswirthschaftlichen Entwickelung aller Völker be-stätigt. In der Vielseitigkeit der Bedürfnisse muß man den größten Hebel der Culturerkennen: ein an mannichfaltige Lebensgenüsse gewöhntes Volk muß seine materiellenund intellektuellen Fähigkeiten anstrengen und ausbilden, um die zur Befriedigungseiner Gewohnheiten erfoderlichen Stoffe zu produciren ober durch Tausch vonandern Völkern zu gewinnen, es muß die Stoffe ihrer Form und ihrer innern Na-tur nach bearbeiten und veredeln. Wie die bare Lebensnoth den ersten Anstoß zurCivilisation gegeben, so erhöht die Mehrung und Verfeinerung der Bedürfnisse die-selbe fortwährend. Nicht allein der directe Vortheil, der sich durch ein Äquivalentan Geld schätzen läßt, darf bei der Beurtheilung der ökonomischen Verhältnisse einesVolks in Betracht gezogen werden. Die Industrie soll keineswegs nur unsere Be-dürfnisse befriedigen, sie hat auch eine höhere Bedeutung für den.Geist, für dieBildung und das Leben der Völker überhaupt. Die Technik ist ein Übungsplatz dergeistigen und sittlichen Kräfte. Ein jedes neue Verfahren in der Production hatnicht nur für den Consumenten Werth, insofern es ihm vorzüglichere Waaren zubilligerm Preise liefert, sondern es ist auch in der Hinsicht werthvoll, weil es denSpielraum menschlicher Thätigkeit erweitert und als Erwerbsmittel eine neue Bahnder Existenz von Familien bildet, in denen des Lebens höchste Güter, Sittlichkeit undBildung, einer jungen Generation überliefert werden können.

Der Tauschverkehr in einer Nation gibt jedes Product und jede Arbeit Dem-jenigen, der sie am meisten bedarf und am höchsten vergilt. Jeder bietet Allen an,was. er producirt, um dagegen von ihren Producten zu erhalten, was er bedarf.Das, was jetzt der Güterumlauf bewirkt, könnte, wenn auch nur unvollkommen undunbequem, erreicht werden, wenn man alle Producte in einem großen Vorrathshauseniederlegte, alle Dienstleistungen, die Vergeltung suchen, an einem gewissen Ortebereitlegte, wo ein Jeder nach Maßgabe des eingebrachten Werthes aus dem Ge°sammtproducte Vergeltung erhielte. Jenes Vorrathshaus ist nun zwar nicht vor-handen, wol aber die Musterkarte seines einen gewerblichen Flügels, und dies ist dieIndustrieausstellung. Letztere führt uns freilich nur die qualitative Vielseitigkeit derProducte vor Augen; zieht man aber zugleich den quantitativen Umfang dieser Lei-stungen in jedem Gewerbe, die Zahl der Familien, deren Existenz ohne dieselben ge-fährdet wäre, die Masse von Consumenten und die Wichtigkeit der Bedürfnisse, denendie Producte dienen, in Betracht, so entfaltet sich vor den Augen des Besuchers