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Zwöflter Band.
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Die Industrieausstellungen.

ein Bild der tausend- und abertauftndfachen Bemühungen, womit der Mensch denMenschen unterstützt, das zu tiefen und ernsten Betrachtungen auffodert. Die aus-gestellten Producte in einer Gewerbeausstellung sind die stummen, aber gewichtigenRepräsentanten eines gewichtigen Theils des Volkslebens.

Eine von Zeit zu Zeit vor den Blicken der Nation ausgestellte Industrieaus-stellung wirkt bildend, ja selbst erhebeiH. Von ihr klärt sich das Selbstbewußtseindes Volks, kommt sein Gefühl von den Vorzügen der eigenen Production auf dasrechte Maß, berichtigt sich seine Ansicht von der Bedeutung und dem Werthe derIndustrie, und verbreitet und befestigt sich die Ansicht immer mehr und mehr, daßdie Technik gründlicher Bildung und umfassender Kenntnisse bedarf, um Hervor-ragendes zu leisten, und daß Fleiß, Rechtlichkeit und Mäßigung auch hier, wieüberall im Leben, am sichersten zum Ziele führen. Wenn der Industrielle in derSchätzung von seines Gleichen Ehre findet, wenn er unmittelbar als Glied einergroßen Völkerfamilie dem Ganzen angehört, bedarf er doch auch der Anerkennung undder Ermunterung der Behörden des Landes. Es muß als ein Verdienst gelten, einGewerbe oder eine Fabrik tüchtig zu betreiben, und es muß wie jedes andere Ver-dienst anerkannt werden, der menschlichen Gesellschaft durch zweckmäßigere und wohl-feilere Zurichtung und Veredelung der Rohstoffe Erleichterung verschafft und sie ge-fördert zu haben. Diesen Act öffentlicher Gerechtigkeit zu üben ist daher mitRecht allenthalben als letzter Zweck der Ausstellungen betrachtet worden. Einenothwendige Folge der Industrieausstellungen ist, daß der Gewcrbfffeiß sich als eingroßes Ganze kennen lernt, dessen Bedeutung ihm in manchen Fällen selbst über-raschend sein mag, aber auch daß dem Gewerbeweftn eine erhöhte Achtung zutheilwird. Das massenhafte Auslegen der Gewerbserzeugnisse macht einen bedeutendenund bleibenden Eindruck auf die Producenten selbst, auf das große Publicum undauf die Organe des Staatswillens. Die Erstem fühlen sich in ihrer Gesammtbedeutungfür die Gesellschaft und den Staat, gewinnen dadurch den Muth zu Fodcrungen,die ihrer Wichtigkeit entsprechen, und lernen sich untereinander richtiger ordnen; dasPublicum aber wird durch den sinnlichen Eindruck zu größerer Achtung bewogen,wird Erörterungen und Belehrungen über gewerbliche Angelegenheiten leichter zu-gänglich und bildet seine schwankenden Ansichten zu einer entschiedenen öffentlichenMeinung aus. Die Regierungen der Völker endlich lernen die große Bedeutungder Gewerbe kennen.

Das Verhältniß der Industrieausstellungen zu den Messen.

Nicht selten hört man von den Gegnern der Industrieausstellungen den Ein-wand, diese Ausstellungen seien nichts Neues, sondern längst in den Messen vor-handen und durch diese entbehrlich gemacht; aber auch, wo keine Messen beständen,legten die Handlungsreisenden jedem Kaufmanne heutzutage allenthalben in reichsterAuswahl die neuesten Muster in allen Artikeln vor, fodaß er der Ausstellungen nichtbedürfe. Die Magazine großer Städte, wie Paris, London, Berlin, Wien u. s. w.,seien reichere permanente Ausstellungen, als man absichtlich anzuordnen vermöchte.

Es ist nicht schwierig diese Einwände zu entkräften. In frühern Zeiten machtenschlechte und unsichere Handelsstraßen, die ungeheuern Entfernungen, welche Händlerund Abnehmer trennten, die unzähligen Zollgrenzen und Handelssperren eine Con-centration der Waaren an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten des Jahresnothwendig, um durch den persönlichen Verkehr den Handeltreibenden das Geschäftzu erleichtern, der außerdem durch Privilegien und Schutzbriefe begünstigt wurde.So entstanden die Messen, die sich von den Märkten hauptsächlich dadurch unter-schieden, daß aus den erster« eigentlich nur Großhandel betrieben wurde, und daß siedurch ihren Zusammenfluß von Angehörigen aller Länder mit dem Güterhandel denGeldhandel und den Geldwechsel verbanden. Die deutschen Hauptmeßorte wurdenauch die Hauptwechftl- und Börsenplätze, wodurch sie doppelt an Bedeutung ge-wannen. Sie wurden der Mittelpunkt namentlich des Handels, der auf den großen