Band 
Zwöflter Band.
Seite
556
JPEG-Download
 

556

Das Gold.

außer Californien, soweit sie sich aus den Ablieferungen an die öffentlichen Münz-anstalten ergibt, ist dem Werthe nach folgende gewesen:

1804 — 1850: 762000 Dollars

1831 — 1840:8,676993 „

1841 — 1850:8,815957 „

Afrika. Die Berichte aller Reisenden in diesem Welttheile stimmen darinüberein, daß derselbe in Sennaar, dem Süden von Abyssinien, in Senegambien undin vielen Gegenden des Innern sowol im Sande und den Ablagerungen der Flüsseals auch sonst einen bemerkenswerthen Goldreichthum enthält. Das dort gewonneneGold wird hauptsächlich in der Form von Goldstaub durch Tauschhandel mit denEingeborenen an vielen verschiedenen Punkten bei kleinen Quantitäten in den Ver-kehr gebracht. Daß das Werkhverhälkniß zwischen Gold und Silber im innernAfrika dem letzter» Metall, welches in Afrika selbst gar nicht gewonnen wird, vielgünstiger ist als in Europa, wird noch von den letzten Reisenden berichtet und mußdieser Umstand zur Goldausfuhr wesentlich beitragen. *) Es ist außerordentlich mislich,den Betrag der durch den afrikanischen Handel beschafften Vermehrung des Gold-vorraths zu veranschlagen. Die Mehrzahl Derjenigen, die trotzdem eine Schätzunggewagt haben, stimmt darin überein, daß die jährliche Goldausfuhr aus ganz Afrikaim Durchschnitt der letzten Zeit etwa 6400 Mark Gold nicht übersteigen dürfte; fürdie frühere Zeit muß der Ertrag wol noch etwas niedriger veranschlagt werden.

Asien (mit Ausschluß des russischen Asien). Nicht viel besser als bei Afrikaverhält es sich mit der Ermittelung der Goldproduction der asiatischen Länder. Daßunter diesen namentlich die großen Sundainseln, Bornes und Sumatra von jeherbedeutende Summen Gold in den Verkehr geliefert haben- daß die Länder nördlichvon Indien goldreich sind, daß auch in dem chinesischen Reiche einiges Gold ge-wonnen wird und ein Theil davon in den Verkehr kommt, ist bekannt; allein überden Betrag der hierdurch bewirkten Goldvermehrung ist man auf muthmaßliche un-gefähre Schätzungen angewiesen. Und diese Schätzungen gehen auffallend weit aus-einander, indem Einige den jährlichen Durchschnitt dieser asiatischen Goldproductionauf 16000 Mark, Andere bis auf 48000 Mark annehmen. Ersterer Betrag scheint,wenn man erwägt, was allein schon die ergiebige Goldgewinnung auf der WestküsteBorneos durch die Chinesen liefern dürfte, jedenfalls zu niedrig. Die Annahmeeines durchschnittlichen Betrages von etwa 32000 Mark pro Jahr für die letztver-flossene Zeit, und von etwa 16000 zu Anfang des Jahrhunderts, möchte, in Er-mangelung anderer besser begründeter Aufstellungen das Rathsamste sein.

Europa (mit Ausschluß des russischen Reichs). Hier kann allein die Gold-gewinnung in den östreichischen-Ländern (in Ungarn und Siebenbürgen) in Betrachtkommen. Alle sonstige Goldproduction in Europa ist, zusammengehalten mit derjährlichen Gesammtproduction dieses Metalls, durchaus irrelevant.

Die östreichische Goldausbeute betrug nach officiellcn Angaben in den Jahren1772 —1810 durchschnittlich etwa 4500 Mark fein. Ueber den Ertrag der Jahre1811 —18 liegen keine Nachweise vor. In den 25 Jahren 1823 — 47, in denendie östreichische Goldproduction in anhaltender allmäliger Zunahme begriffen war,betrug die Menge des gewonnenen feinen Goldes 140335 Mark (wovon auf dieÄrarialwerke 53,4 und auf die Privatwerke 46,s"/<> fallen), oder durchschnittlich circa5600 Mark.

Russisches Reich. Eine Goldgewinnung bestand hier schon lange, blieb in-dessen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts sehr unbedeutend. Die erste Auf-findung wichtiger Goldlagerstätten geschah im Jahre 1743 in der Nachbarschaft vonJekatherinenburg; der eigentliche Bergbau begann erst im Jahre 1752. Bis zum

*) In K. Ritter's „Erdkunde" („Afrika", I, 469) findet sich die Notiz, daß der Werthdes Goldes zum Silber auf dem Markte zu Sansanding im Sudan sich wie 1: i'/r verhalte.Eine so sehr von der allgemeinen Norm abweichende Werthrelation erscheint fast unglaublich.