Band 
Zwöflter Band.
Seite
574
JPEG-Download
 

574 Das Gold.

durch Abnutzung oder sonst an seinem gesetzlichen Gehalt über eine bestimmte Diffe-renz verloren hat, ohne weiteres als Münze cassirt, den sactischen Münzfuß dem ge-setzlichen möglichst nahehält und dadurch verhindert, daß das Gold in Barren nichttheurer werden kann als das geprägte Gold. Der Preis des Goldes ist in Eng-land mithin unverändert 77^/ ü '/» Schilling pro Unze Standard.

Bei dieser Sachlage hat die außerordentliche Zunahme der Goldproduction aufdas britische Münzwesen an sich keinen Einfluß bisher ausüben können. Es begreiftsich aber leicht, daß die Ausmünzung in England infolge der großen Goldsendungenaus Australien eine außerordentliche Ausdehnung erlangen mußte, namentlich solangenach keine Münzanstalt in Australien selbst errichtet war, was erst im Sommer1835 in Sidney geschehen ist.

Die britischen Goldausmünzungen haben aber betragen:

1816 — 25: durchschnittlich 5,237409 Pfund Sterling,

1826 — 35:

,/

2,097293

„

,,

1836 — 45:

/,

2,717247

,,

1846 — 50:

3,125028

1851:

//

4,400411

,,

1852:

/,

8,742270

,/

1853:

//

11,852391

//

,/

1854:

,,

4,152183

//

1855:

//

9,008663

Ein ansehnlicher Theil der in den Jahren 1852 — 55 zu so enormem Mehr-beträge ausgeprägten Sovereigns ist nach den verschiedenen britischen Colonien ver-sendet worden, insbesondere auch zurück nach Australien; ein anderer Theil der briti-schen Goldmünzen ist, eben weil infolge der dortigen Münzeinrichtung zwischen Goldin gemünztem und ««gemünztem Zustande so gut wie keine Differenz besteht, alsWaare exportirt und in fremden Münzstätten umgeprägt worden. Der Rest derneuen Goldmünzen hat zur wesentlichen Vermehrung des baaren circulirenden Me-diums im Vereinigten Königreiche beigetragen, und zwar bemerkt man diese Vermeh-rung nicht so sehr in den Baarvorräthen der Banken, sondern in der Menge der imtäglichen Verkehr umlaufenden Goldmünzen. Nach der mindesten Schätzung nimmtman au, daß gegenwärtig über 20 Millionen Pfund Sterling än Goldmünzen inGroßbritannien und Irland mehr in Umlauf sind als zu Anfang des Jahres 1848.

In den Vereinigten Staaten hatte eine Congreßacte vom 18. Jan. 1837das Münzwesen in der Hauptsache dahin regulirt, daß aus einer Troyunze Goldvon f/i» Feinheit 18^s Eagles ü 10 Dollars (oder pro Mark fein Gold 155,42457Dollars), und aus dem Troypfund Silber von °/>» Feinheit 13 Dollars (oderpro Mark fein Silber 9 ,72110 Dollars) gemünzt werden sollten, was auf eine Werth-relation von 1:15,ss herauskommt. Zugleich war aber bestimmt, daß das goldene5- und 10°Dollarstück zu diesem Werthe gesetzliches Zahlmittel sei; es bestand alsodie Doppelwährung.

Schon vor der Entdeckung des kalifornischen Goldreichthums mußte diese Münz-anordnung die natürliche Folge haben, daß, weil im freien Verkehr Gold einen sohohen Werth nicht erreichte, factisch mehr und mehr die Goldwährung das Über-gewicht erlangte, daß die vollhaltige Silbermünze sich nicht im Umlauf erhalten konnteund das umlaufende grobe Silbergeld ganz vorwiegend nur aus verschlissenen odergekippten Stücken bestand. Es bedurfte nur eines unbedeutenden Sinkens der bis-herigen Werthrelation zu Ungunsten des Goldes, und selbst unter den abgenutztenSilbermünzen wurden die schwerern ausgesucht, um ausgeführt oder eingeschmolzenzu werden. In demselben Grade, wie die Goldausmünzungen des kalifornischenGoldes zunahmen, mußte daher das Bedürfniß einer Veränderung der bisherigengesetzlichen Werkhrelation der edeln Metalle sich geltend machen, und zwar nach demVorbilde des britischen Münzwesens. Durch Congreßacte vom 21. Febr. 1853 ist