Das Gold.
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deckung des californischen Goldreichrhums im Münzwesen der wichtigern Staaten ein-getretenen Veränderungen angeben, so ist es dieses: In den Niederlanden, in Bel-gien und im britischen Ostindien ist man von der Doppelwährung entschieden zuralleinigen Silberwährung zurückgekehrt; dagegen hat in den Vereinigten Staaten, inFrankreich und Spanien infolge der bestehenden Münzgesetzgebung die Goldwährungsactisch eine ganz vorwiegende und maßgebende Geltung erlangt und ist mehr undmehr an die Stelle der früher dort vorherrschenden Silberwährung getreten; Portugalund Brasilien haben die reine Goldwährung angenommen. Die durch diese Vorgängesowie durch den Mehrbedarf Großbritanniens und seiner Colonien entstandene bedeutendeNachfrage nach Gold hat bisher mit dem durch die Goldgewinnung in Rußland,Kalifornien und Australien herbeigeführten außerordentlichem Angebot dieses Metallsziemlich gleichen Schritt gehalten, sodaß eine sehr bedeutende Zunahme der Eoldver-wendung zu Geräthcn, Schmucksachen und sonstigen industriellen Zwecken infolgeund im Verhältniß der gesteigerten Goldproduction noch nicht stattgefunden zu habenscheint. Die Goldausmünzungen in England, den Vereinigten Staaten, Frankreichund Rußland haben nämlich in den Jahren 1848—54 incl., wenn man die ver-
men rechne
Jahr
1848
, sich folgendermaßen gestaltet:
Länder
46,600000 Thaler, Großbritannien . .
234,200000 Thaler,
1849
52,500000 „
Vereinigte Staaten
383,900000 „
1850
100,100000 „
Frankreich.
347,700000 „
1851
213,700000 „
Rußland.
142,000000 „
1852
168,500000 „
—
—
1853
268,500000 „
—
—
1854
257,900000 „
—
—
1848—54: 1107,800000 Thaler. Zusammen
1107,800000 Thaler.
Wenn man für das Jahr 1855, worüber die Übersichten der verschiedenen Aus-münzungen uns noch nicht vollständig vorliegen, noch ungefähr 220,000000 Thalerveranschlagt und diesen Betrag zu der vorstehenden Summe hinzurechnet, dabei auchdie, freilich lange nicht so bedeutenden Goldausmünzungen in Spanien, Portugalund Brasilien in Betracht zieht, so zeigt sich ein ziemlich annäherndes Verhältnißzu der seit 1848 stattgefundenen russischen, californischen und australischen Goldpro-duction, und beantwortet sich dadurch die Frage, wie die enormen Summen Goldes,welche seit 1848 in den Verkehr gekommen, verwendet sind.
12) Der bisherige Einfluß der gesteigerten Goldproduction auf die Werthrelation der edeln
Metalle. (1818—55.)
Im vorhergehenden Abschnitte wurde mehrfach der unmittelbaren Einwirkunggedacht, welche die im großen und freien Verkehr vorherrschende Werthrelation zwi-schen Gold und Silber auf das Münzwesen verschiedener Staaten geäußert hat undnoch fortwährend äußert; allein die Einwirkung, welche umgekehrt die Münzgesetzeund faktischen Münzverhältnifse derselben auf jene Werthrelation haben, ist nicht min-der bedeutend und in die Augen fallend. Die Münzzustände bedingen ja vorwiegenddie mehr oder minder größere Nachfrage nach dem einen oder dem andern der bei-den edeln Metalle, und diese Nachfrage ist der Natur der Sache nach ein genauebenso gewichtiger Factor, um den Preis der edeln Metalle zu reguliren, wie dasAngebot durch deren Prvduction. Wenn von einen: Preise der edeln Metalle dieRede ist, so ist selbstverständlich dies gleichbedeutend mit der Werkhrelation derselben,und bezeichnet nur entweder die Summe Silber, welche für ein gewisses QuantumGold, oder die Summe Gold, die für ein gewisses Quantum Silber im freien Vcr-