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Die Photographie.
etwas schwächer u. s. w. und die rothen am wenigsten gebrochen werden, so wirdder farbige Streif nach der Brechung im zweiten Prisma nicht mehr horizontal er-scheinen, sondern von der Linken zur Nechtenin schräger Richtung aufsteigen; jederseiner Punkte wird um so höher gehoben werden, je näher er dem violetten Endeliegt. Unser Auge erblickt nur diesen einzigen schräg aufsteigenden farbigen Streifen.
Bedecken wir nun aber die Fläche der Kreide mit einem weißen Papier, dasmit Chininlösung getränkt ist, fangen das Farbenspectrum des horizontalen Schlitzesgerade auf diesem Papiere auf und betrachten es wieder wie zuvor durch das zweitePrisma. Dasjenige farbige Licht, das in seiner Farbe und Brechbarkeit ungeändertgeblieben ist, wird dann gerade wie zuvor einen schräg von links nach rechts auf-steigenden farbigen Streifen geben. Wenn dagegen, was im vorliegenden Falle wirk-lich eintritt, dispergirtes Licht entstanden ist, das eine geringere Brechbarkeit besitztals das erregende, so wird unterhalb jenes schrägen farbigen Streifens noch einneues horinzontalliegendes farbiges Spectrum durch die Zerlegung dieses dispergirtenLichts entstehen.
Auf diese Weise erkennt man mit einem Blicke, welche Strahlen des ursprüng-lichen Spektrums, von dem rothen, also dem wenigst brechbaren Ende an gerechnet,diejenigen sind, welche zuerst dispergirtes Licht geben; denn genau unterhalb ihres Ortsim schrägen Spectrum beginnt das neue horizontalliegende Spectrum; ebenso erkenntman die verschiedenen Farben, aus welchen das durch eine' bestimmte Farbe imschrägen Spectrum dispergirte Licht besteht, indem dieselben vertical unter ihr imneuen horizontalen Spectrum des dispergirten Lichtes liegen; und endlich erfährt man,wenn man das ursprüngliche horizontale Spectrum des Sonnenlichts mit dem schrä-gen vergleicht, welche farbigen Strahlen zur Erzeugung des dispergirten Lichts ab-sorbirt oder verbraucht worden find, ein Verbrauch, der sich namentlich am violettenEnde des Spectrums bemerklich macht.
Da wir diese Dispersion im Tageslichte, obwol sie vorhanden, gewöhnlich nichtwahrnehmen, so könnte der Glaube entstehen, als sei dies Phänomen ein nur aus-nahmsweise einigen wenigen Körpern zukommendes. Dem ist indessen nicht so; es gibtvielleicht keine Substanz, die nicht diese Eigenschaft wenn auch nur in geringemGrade besäße; es gibt sogar viele, die sie in recht auffallender Weise zeigen.
Es möge hier noch ein kurzer Auszug aus einer von Stockes gemachten Listevon sehr empfindlichen Substanzen folgen. Au ihnen gehören:
Durch Uranoxyd gelb gefärbtes Glas; gelber Uranit; salpetersaures und essig-saures Uranoxyd; eine alkoholische Lösung des grünen Farbstoffs der Blätter (Chlo-rophyll); ein schwacher Absud der Rinde von Roßkastanien; eine Lösung des sauernschwefelsauer» Chinins in mit sehr wenig Schwefelsäure angesäuertem Wasser; einegrüne Varietät von Flußspath; verschiedene Arten von rothem Tang und eine Lö-sung seines rothen Farbstoffs in Wasser; alkoholischer Auszug von Stechapfelsamen;Lösungen von Orseille und Lackmus; Absud von Krapp mit einer Alaunlösung;Papier mit starker Lösung von schwefelsauerm Chinin, oder Auszug des Stechapfel-samens oder mit Curcuma getränkt; in leßterm Falle wird die Empfindlichkeit durchTränken mit Weinsäure erhöht; nicht zu starke Lösung von Guajak in Alkohol;Safflorroth, scharlachfarbenes Tuch, mit Krapp gefärbte Substanzen u. s. w.
Handelt es sich übrigens darum, überhaupt nur auszumitteln, ob eine Sub-stanz Licht zu dispergiren vermag oder nicht, so hat Stockes dafür sehr einfacheVerfahren vorgeschlagen, von denen eins hier noch erwähnt, werden mag. In demLaden eines verfinsterten Zimmers sei eine mäßig große Öffnung; hinter dieselbestelle man eine Lösung von schwefelsauerm Kupferoxyd-Ammoniak (am besten inein Gesäß mit parallelen Glaswänden eingeschlossen), sodaß sie von allen „in dasZimmer eintretenden Lichtstrahlen durchdrungen werden muß. Hinter dieser Öffnungbefinde sich ein Stativ, auf welches eine kleine matte Porzellantafel gelegt werde,von der man sich zuvor überzeugt hat, daß sie das Licht nicht merklich dispergirt.Die blaue Flüssigkeit läßt nur die brechbaren Strahlen, also die blauen und hohem