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Die Photographie.
der einfallenden Strahlen eingeschaltet wurde, verkürzte sich das Speckrum auf einen klei-nen Bruch seiner frühern Länge, indem der brechbarere Theil ganz fortgenommen wurde. >
In allen bisher betrachteten Erscheinungen, wo dispergirtes Licht auftrat, ver- Ihält sich der empfindliche Körper, z. B. die Chininlösung, solange er unter dem >Einflüsse des wirksamen Lichts steht, wie ein selbstleuchtendcr. Wenn man nun an-nehmen muß, daß das Licht eines leuchtenden Körpers zunächst aus den schwingenden >Bewegungen der letzten Theilchen desselben entsteht, so scheint, sagt Stockes, nichts ^natürlicher als die Annahme, daß die einfallenden Schwingungen des Lichtäthersschwingende Bewegungen unter den letzten Molcculen der empfindlichen Substanzenhervorrufen, und daß diese Schwingungen der Molecule, deren Periode von denbesondern Umständen der Substanzen und nicht von der Periode der einfallendenSchwingungen abhängen, im Lichtäther neue Schwingungen erzeugen, und dadurchdie Empfindung des dispergirken Lichts verursachen.
Es steht nicht zu befürchten, daß wir uns eine falsche Vorstellung von denmannichfachen Erscheinungen machen, die im Vorhergehenden besprochen worden sind,wenn wir die Dispersion als hervorgebracht ansehen durch einen, man möchte sagen,Anfang oder besser Anlauf zu einer chemischen Zersetzung. Wir haben früher ge-sehen, daß das Licht chemische Verbindungen zu zerlegen vermag; in den Fällen, woeine Dispersion entsteht, reicht die Kraft des Lichts zu einer vollständigen Trennungder Bestaydthcile nicht aus, ist aber doch stark genug, um die Kräfte, welche dieeinzelnen Atome eines zusammengesetzten Moleculs zu einem Vanzen verbundenerhalten, wesentlich zu stören. Damit stimmt auch, wie Stockes bemerkt, überein,daß die Dispersion besonders bei organische Verbindungen sich findet, deren Mole-eule sehr zusammengesetzt sind; ebenso spricht dafür die Hartnäckigkeit, mit welchereine Dispersion von auffälligem Charakter einer besondern chemischen Substanz an-hängt und sich in die verschiedenen Lösungen und Verbindungen derselben mit überträgt, j
Wenn Lichtschwingungen vernichtet werden, oder anders ausgedrückt, wenn Lichtabsorbirt wird, so muß für diese aufgewandte Kraft irgendeine andere Arbeit alsÄquivalent geleistet werden. Im Fall eine chemische Zerlegung eintritt, muß dieseals Äquivalent, wenigstens für einen Theil des absorbirten Lichts betrachtet werden;und Dasselbe gilt auch für die Dispersion, die ebenfalls nur dadurch entstehen kann,daß ein Theil des Lichtäihcrs seine Bewegungen den Atomen der Körper mittheilt.Wo eine starke Absorption des Lichtes ohne chemische Zersetzungen und ohne Er-regung einer Dispersion stattfindet, muß ebenfalls eine äquivalente Arbeit dafür ge-leistet werden, deren genauere Bestimmung in den einzelnen Fällen eine wichtigeAufgabe für die Physik ist; so brauchen wir nur anzunehmen, daß die Brechbarkeitdes dispergirten Lichts niedriger ist als die des äußersten rothen, dann empfindetunser Auge dasselbe nicht mehr als Licht, dagegen würden empfindliche Wärmemesserwahrscheinlich eine Wärmestrahlung angeben.
Phosphorescenz der Leuchtsteine.
Es existirt noch eine Erscheinung, welche mit den im Vorhergehenden besproche-nen Phänomen völlig parallelgeht und auch auf ganz analoge Weise wie diese sicherklärt. Wenn gewisse auf künstlichem Wege bereitete Substanzen, wie Schwefelbariuni,Schwefelstrontium und andere Substanzen, die man allgemein mit dem Namen der Leucht-fteine bezeichnet, oder auch viele Mineralien, wie Diamant, gewisse Flußspathe u. s. w.,dem Sonnenlichte ausgesetzt werden, so beginnen sie zu leuchten, und es dauert diesesLeuchten noch längere Zeit fort, wenn die Leuchtsteine aus dem Lichte ins Dunklegebracht werden. Ein wichtiger Unterschied zwischen diesem Leuchten und der obigenDispersion besteht in der Fortdauer des Leuchtens und in der allmäligen Ver-breitung desselben von einem Theile des Steins zu den benachbarten. Bei diesenLeuchtsteinen muß also das einfallende Licht Schwingungen erregen, die noch längereZeit fortdauern, auch wenn die erregende Ursache aufgehört hat, und das von einemTheilchen ausströmende Licht hinlängliche Kraft besitzen, um das benachbarte in gleiche