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Die Photographie.
Schwingungen zu versetzen, gewissermaßen anzuzünden. Die Farbe, mit welcher dieaus verschiedenen Substanzen bereiteten Leuchtsteine leuchten, ist je nach der Be-schaffenheit derselben verschieden.
Dieses Leuchten der Leuchtsteine wird übrigens durch dieselben Strahlen desSonnenlichts erzeugt, welche die Dispersion bewirken. Auch der Entladungsfunkeeiner Leydener Flasche ruft das Leuchten dieser Substanzen hervor; dies geschieht nichtmehr, wenn der Leuchtstcin mit einem Gefäße bedeckt ist, das eine verdünnte Losungvon schwefelsauerm Chinin enthält, sodaß die von dem Funken ausgehenden Strahlenerst diese Schicht durchgingen müssen, bevor sie den Leuchtstcin erreichen.
Auch durch Erwärmung läßt sich in vielen Mineralien dies Leuchten oderPhosphoresciren hervorrufen, was wieder ein neuer Hinweis auf die Identität derWärme und des Lichtes ist. Nicht überflüssig erscheint noch schließlich die Bemerkung,daß auch das basisch schwefelsaure Chinin beim Erwärmen bis zu 100° leuchtend wird.
Die Lsmsrs obsours.
Früher ist vielfach erwähnt worden, daß die Lichtstrahlen beim Übergänge auseinem Mittel in ein anderes von ihren bis dahin verfolgte» Richtungen abgelenktoder gebrochen werden. Nimmt man ein dreiseitiges Glasprisma zur Hand undläßt Sonnenstrahlen durch eine Kante desselben hindurchgehen, so werden dieselbennach dem dickern Theile des Prisma hin gebrochen, und zwar, wie ebenfallsschon oben besprochen worden, die verschiedenfarbigen im weißen Sonnenlichte vor-handenen Strahlen in verschiedenem Grade, sodaß die violetten Strahlen dem dickernTheile des Prismas mehr genähert werden als die übrigen. Wir haben ferner ge-sehen, daß jenseit des Violett noch Lichtstrahlen existiren, die wir auch unter geeigne-ten Umständen, wenn ihre Stärke nicht verringert wird, mit unserer Netzhaut un-mittelbar wahrnehmen können. Diese übervioletten Strahlen werden nun noch stärkergebrochen als selbst die violetten, und also dem dickern Theil des Prisma noch mehrgenähert als diese.
Eine gewöhnliche, von zwei convexen Kugelsegmenten begrenzte Glaslinse hatmit dem eben erwähnten Prisma eine gewisse Ähnlichkeit; am Rande ist sie dünner,in der Mitte dicker; sie stellt also eine Art zusammengebogenes Prisma dar, dessenbrechende Kante überall nach außen liegt, nur daß die Begrenzungsflächen nicht ebene,sondern gekrümmte Flächen sind. Eine durch den Mittelpunkt der Linse gehendeund auf beiden Begrenzungsflächen senkrecht stehende Linie heißt die Achse der Linse.In einer solchen Linse werden also die von einem vor ihr liegenden Punkte aus-gehenden Strahlen ebenso wie in dem Prisma gegen den dickern Theil, also gegendie Achse hin gebrochen werden.
Betrachten wir zunächst nur solche Strahlen, welche dicht neben der Achse ein-fallen, so ergibt die Rechnung und auch der Versuch, daß alle von einem Punkteausgehenden Lichtstrahlen von einerlei Farbe (oder Brechbarkeit) wieder in einemeinzigen Punkte, Brennpunkt genannt, sich durchschneiden und daselbst ein Bild desleuchtenden Punktes erzeugen. Setzen wir der Einfachheit wegen, der leuchtendePunkt liege auf der Achse der Linse, in einiger Entfernung vor derselben: dann wirddas Bild oder der Brennpunkt desselben ebenfalls in die Achse fallen. Ist anfangsder leuchtende Punkt sehr weit, sodaß man die von ihm ausgehenden Strahlen alsparallel betrachten kann, wenn man z. B. Sonnenstrahlen einfallen läßt, so hat derBrennpunkt den geringsteil Abstand von der Linse, den er bei vor der Linse befind-lichen wirklichen Gegenständen überhaupt nur annehmen kann. Man nennt dieseEntfernung die Hauptbrennweite. Nähert man den leuchtenden Punkt auf der Achseder Linse immer mehr und mehr, so rückt der Brennpunkt immer weiter von ihrfort, und zwar hängt seine Lage genau mit der Entfernung des leuchtenden Punkteszusammen.
Ziehen wir jetzt aber nicht die in der Nähe der Achse (also in der Mitte derLinse), sondern blos die dicht am Rande auffallenden Strahlen in Betracht, so be-