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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

Wedgwood hat diese Methode auch angewendet, um Blattnerven, Insektenflügclund ähnliche Gegenstände durch das Sonnenlicht auf zubereitetem Leder sich sauberabbilden zu lassen. Die Abbildungen von Kupferstichen gelangen ihm weniger gut;es wurden-die Begrenzungen nicht scharf genug.

Während Wedgwood es nicht gelang, die Bilder der Lswsra okseura durchdie Einwirkung des Lichts darzustellen, vermochte doch Davy die durch ein Sonnen-Mikroskop erzeugten Bilder auf dem nicht zu weit hinter der Linse befindlichen zu-bereiteten Papier darzustellen. Davy machte auch die Bemerkung, daß das Chlor-silber empfindlicher sei als das salpetersaure Silberoxyd, und beide im feuchten Zu-stande wieder empfindlicher als im trockenen; doch zieht er das salpetersaure Silber-oxyd wegen seiner Löslichkeit vor, obwol sich das Papier auch ohne große Schwierigkeitmit dem Chlorsilber überziehen lasse, wenn man letzteres entweder in Wasser zerrührt,oder wenn man das Papier erst mit einer Losung von salpetersauerm Silberoxydbefeuchtet und dann in sehr verdünnte Salzsäure taucht. Obwol nach seiner Mei-nung ein Theil des Silberoxyds aus seiner Verbindung mit den Säuren ausgetretenist und sich mit den thierischen oder vegetabilischen Stoffen zu einer in den gewöhn-lichen Lösungsmitteln nicht löslichen Verbindung vereinigt hat, so hält er es dochnicht für unmöglich, Stoffe zu finden, welche diese Verbindungen durch einfache oderdoppelte Verwandtschaft zu zerlegen im Stande sind. „Ich habe", fährt Davy fort,„einige Versuche darüber ausgedacht und werde den Erfolg derselben bekannt ma-chen; denn es kommt nur darauf an, ein Mittel zu finden, welches verhindert, daßder ungefärbte Theil der Zeichnung vom Tageslichte nicht allmälig gefärbt werde, umdiese Copirmethode ebenso nutzbar zu machen als sie elegant ist."

Wir werden später sehen, daß das von Davy vorgeschlagene Verfahren nahedasjenige ist, das jetzt in der Photographie zum Copiren angewendet wird. Daseinzige Hinderniß, an dem damals die Versuche Wedgwood's und Davy's scheiterten,war die mangelnde Kenntniß einer Substanz, um das vom Lichte nicht veränderteSilbersalz aufzulösen, und so die vom Lichte zuvor nicht oder nur wenig getroffenenStellen der Copie vor der weiter» Einwirkung desselben zu schützen.

Davy scheint später hierüber nichts weiter veröffentlicht zu haben. So bliebder schöne Anfang Wedgwood's auf lange Zeit unbeachtet liegen.

Niepce's Versuche und Verdienste um die Photographie.

Unbekannt mit den ganz in Vergessenheit gerathenen Versuchen Wedgwood'sbegann im Jahr 1814 Niepce, ein Gutsbesitzer, der sich in die Gegend von Cha-lons-sur-Saöne zurückgezogen hatte und seine Mußestunden wissenschaftlichen Be-schäftigungen widitiete, von neuem mit der Ausführung der Zdee, das Licht selbstzur Darstellung von Bildern mitwirken zu lassen, sich zu beschäftigen. Bekanntlichkann man gravirte Kupferplatten zum Abdruck dadurch herstellen, daß man dieselbenmit einem von schwachen Säuren nicht angreifbaren Firniß überzieht, mit dem Grab-stichel oder der Nadel an gewissen Stellen diesen Überzug hinwegnimmt und diePlatte in eine verdünnte Säure taucht. Die Säure greift dann nur an den bloß-gelegten Stellen das Metall an und bildet daselbst kleine Vertiefungen, währenddie vom Grabstichel nicht berührten Partien, auf denen sich der Überzug noch un-versehrt findet, gegen den Angriff der Säure vollständig geschützt sind. Entferntman durch ein Lösungsmittel den Firniß von der Platte, so erscheinen die letzter»Stellen noch vollkommen polirt, während die erstem vertieft und rauh sind, sodaßsie nach dem Einreihen mit Druckerschwärze, die sich blos an die vertieften Stellenanhangt, beim Andrücken gegen ein Papier mittels einer geeigneten Presse ein ge-treues Abbild der mit der Nadel in den Firniß gezeichneten Figur geben. Solchei gravirte Platten darzustellen, scheint nun Niepce ursprünglich beabsichtigt zu haben,! aus der Wahl der von ihm dazu ausgewählten Substanzen hervorgeht; nurjollte die Zeichnung nicht mit der Hand aufgetragen, sondern durch das Licht selbst! erzeugt werden.