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Die Photographie.
Da, wie schon erwähnt, der Contrast zwischen den Lichtern und den Schatten'in den auf den Metallplatten erzeugten Bildern nicht stark war, so kam Niepce aufden Gedanken, die blanken Stellen des Metalls durch eine Auflösung von Schwe-felkaliuni oder durch Jod zu schwärzen.
So sinnreich auch das Verfahren Niepce's ausgedacht war, so litt es doch anvielen Mangeln, namentlich in Bezug aus die Darstellung der Bilder in der 6smorsobsours, wo das einwirkende Licht viel schwächer war, als wenn eine zubereitete undmit einem Kupferstiche bedeckte Platte ins Sonnenlicht gelegt wurde; wenn im letz-ten; Falle ein bis zwei Stunden genügten, so reichten diese bei Anwendung der Osmsrsobsours nicht aus, um ein Bild hervorzurufen. In längern Zeiträumen von I»—42 Stunden ändern sich aber die Schatten an den Gegenständen, wodurch Verwaschun-gen entstehen. Es traf sich auch, daß der ganze Grund, auf dem die Bilder ent-stehen sollten, in kleine Schüppchcn zerfiel, wenn die Sonne ihn bestrahlte; oder daßein zu starkes Auflösungsmittel bisweilen den Asphaltüberzug fast ganz (auch an denvom Lichte getroffenen Stellen) auflöste, oder daß ein zu schwaches Auflösungsmitteldas Bild nicht hinlänglich hervorrief, sodaß man also nicht alle Umstände, um desErfolgs sicher zu sein, in seiner Gewalt hatte.
Daguerre's Ausbildung und Erweiterung von Niepce's Versuchen.
Seit dem Jahre 4826 beschäftigte sich auch Daguerre, ein .geschickter Malerin Paris, der sich besonders durch die Erfindung des Diorama bekannt gemachthatte, mit Versuchen, die Bilder der 6smsrs oksours zu fixiren, jedoch ohne an-fangs zu irgendeinem Erfolge zu gelangen. Zwischen ihm und Niepce trat baldeine Verbindung ein, und am 44. Dec. 4829 schloffen beide Männer zu Chalonseinen Vertrag behufs einer gemeinschaftlichen Benutzung und Vervollkommnung derPhotographischen Verfahren. Daguerre beeiferte sich, die ihm mitgetheilten MethodenNiepxe's zu verbessern und sie durch neue Verfahrungsarten zu ersetzen, welche dieBilder 60 — 80 mal schneller entstehen ließen als die ältern.
Die von Niepce vorgeschlagene Schwärzung der Metallfläche durch Jod solltedie Veranlassung werden, um den Anfang eines zur Fixirung der Bilder der 6s-msi-s obseurs vollkommen geeigneten Verfahrens, wie es noch jetzt zur Anfertigungvon Daguerreotypen angewendet wird, zu entdecken. Auf einer den Joddämpfen aus-gesetzt gewesenen Silberplatte blieb eines Tags zufällig ein Löffel liegen; nach eini-ger Zeit wurde auf der Platte ein Bild desselben wahrgenommen, das nur durchdie Einwirkung des Lichts auf die jodirte Silberschicht entstanden sein konnte. Eslag daher nahe, die Oberfläche einer Silberplatte, anstatt sie mit Asphalt zu bekleiden,durch Aussetzen an Joddämpfe mit einer Schicht Jodsilber zu überziehen und diesePlatte in der 6smsrs obsours der Einwirkung des Lichts darzubieten. Ebenso führteeine zufällige Beobachtung über die Wirkung der Quecksilberdämpfe auf eine vomLichte bestrahlte jodirte Platte zu der Entdeckung des Mittels, ein nach der Her-ausnahme aus der 6smsrs obseurs auf der Silberplatte noch nicht sichtbares Bilddeutlich hervortreten zu lassen.
So sonderbar auch anfangs die Operationen scheinen mögen, die zur Erzeu-gung von Daguepreokypen angewendet werden, so sehr auch ein Jeder, der die Auf-einanderfolge derselben zum ersten male hört, nicht begreift, wie Jemand zu einemsolchen Verfahren gelangen könne, so wird doch die vorhergehende Darstellung ge-nügen, um zu zeigen, wie mit Fleiß, Ausdauer, Sorgfalt und Scharfsinn auchdie schwierigsten Probleme endlich gelöst werden. Es ist nicht, wie man wol öfterglauben möchte, der Zufall, dem ihre Lösung zu danken ist; man kann dreist be-haupten, daß keine wichtige Entdeckung durch Zufall gemacht worden ist, wenngleichbisweilen der Zufall die Veranlassung zu derselben werden kann. Derselbe wirdaber auch nur dann eine Veranlassung dazu, wenn die Gedanken des Experimen-tators mit aller Energie schon auf den betreffenden Punkt gerichtet sind.
Es würde nicht allzu schwer sein, dön Beweis dafür fast dutch die ganze Physik