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Zwöflter Band.
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643
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Die Photographie. 643

gen kommt; die Elasticität derselben wird etwaige Unterschiede in der Dicke des Papiersoder Mangel an ebener Fläche ausgleichen. Durch den schwarzen Sammet wirdauch gleichzeitig jede Lichtreflexion an der Hintern Seite vermieden.

Setzt man diesen Nahmen dem Sonnenlichte senkrecht entgegen, so genügenwenige Minuten, 8 — 15 Minuten, je nach der Intensität des Lichts, der Durch-sichtigkeit des Kupferstichpapiers und der Beschaffenheit des photographischcn Papiers,um ein kräftiges Abbild des Kupferstichs hervorzurufen; muß oder will mau sichmit dem zerstreuten Tageslicht begnügen, so dauert es bis gegen eine Stunde undunter ungünstigen Umständen selbst länger, ehe das Bild in gehöriger Stärke er-scheint. Da, wie zuvor angegeben, das Photographische Papier etwas größer ist alsder Kupferstich, so steht sein Nand etwas über; man hat also an der hier eintreten-den Schwärzung einen Anhalt für den Fortgang des Processes unter dem Kupfer-stiche. Man muß aber dabei wohl beachten, daß die Zersetzung unterhalb des Kupfer-stichs langsamer geschieht als an dem freie» Rande, weil unterhalb des Kupferstichsdas Licht erst durch seine Papiermasse hindurchdringen muß; wie viel hierdurch dieWirkung verzögert wird, ist natürlich nicht allgemein zu bestimmen, sondern hängt injedem speciellen Falle von der Transparenz des Kupferstichpapiers ab.

Die richtige Zeit, während welcher man ein Bild den Sonnenstrahlen oder demTageslicht auszusetzen hat, läßt sich also, wie man sieht, nicht ein für alle mal bestim-men; der Photograph muß sich durch zahlreiche Versuche hinreichende Übung ver-schaffen, aus den gerade stattfindenden atmosphärischen Verhältnissen und den ein-zelnen Theilen des Apparats einen sichern Schluß auf die Dauer dieser Zeit zumachen. Eine zu kurze Aussetzung an das Licht läßt das Bild nicht gehörig hervortre-ten, eine zu lange erzeugt aber ebenfalls schlechte Bilder, weil die weniger dunkel ge-haltene» Theile des Kupferstichs dann im Verhältniß gegen die ganz hellen Stellendesselben zu wenig abstechen. Man wird die Richtigkeit dieses Ausspruchs sogleicherkennen, wenn man den Apparat übermäßig lange dem Sonnenlicht ausgesetztannimmt, wo dann zuletzt auch unter den dunkler» Theilen das Chlorsilber nahe-ebenso stark gefärbt sein wird als unter den lichten.

Ist das photographische Papier mit dem Kupferstiche bedeckt, die richtige Zeitdem Sonnenlichte ausgesetzt gewesen, so sieht man nach dem Abheben des Kupfer-stichs das vollständige Abbild desselben, nur sind Licht und Schatten dabei verwech-selt. Es möge ein solches in Bezug auf Licht und Schatten umgekehrtes Bild einnegatives heißen. Wollte man nun dieses negative Bild sogleich dem Tages- oderSonnenlichte aussetzen, so würde es bald verschwinden, indem auch alle bis dahinganz weißen oder weniger dunklern Partien die Farbe der vorhandenen dunkelsten an-nähmen. Dies war der Punkt, an welchem Wedgwood und Davy bei ihren Ver-suchen zur Darstellung von Lichtbildern scheiterten.

Wir bedürfen also einer chemischen Substanz, welche das vom Lichte unverän-dert gebliebene Chlorsilber auslöst, dagegen das vom Lichte getroffene im'Verhältnißzu der Stärke der vorhergegangenen Bestrahlung zurückläßt. Das Chlorsilber istnun löslich in concentrirter Chlorwasserstoffsäure, in Chlornatrium und einigen andernChlormetallen, in Bromkalium, in Cyankalium und andern Cyanverbindungen, inAmmoniak und ammoniakalischen Salzen, vor allem aber in unterschwefligsauern Al-kalien; es lassen sich'daher die angegebenen Substanzen benutzen, um das noch nichtzerlegte Chlorsilber aufzulösen.

Die Verwandtschaft der unterschwefligen Säure zum Silberoxyd ist so groß,daß letzteres aus unterschwefligsauern Alkalien die Hälfte des Alkalis ausscheidet undmit der andern Hälfte und der unterschwefligen Säure ein Doppelsalz bildet; daraufgründet sich die Auflösung der unlöslichen Silbersalze durch das unterschwefligsaureNatron, wobei sich ein lösliches Doppelsalz, unterschwefligsaures Silberoxydnatron,bildet. Das unkerschwefligsaure Natron ist im Allgemeinen diejenige Substanz, welchesich zur Auflösung des unveränderten Chlorsilbers am besten eignet.