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Zwöflter Band.
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642 Die Photographie.

daß die eine Methode im Allgemeinen wesentlich bessere Resultate gäbe als die an-dere. Wendet man concentrirtere Lösungen an, so erzeugt sich unter übrigens glei-chen Umständen eine größere Menge Chlorsilber in den obersten Schichten des Pa-piers, als bei Anwendung von verdünnten; -läßt man das Papier länger auf denLösungen schwimmen, so dringen die Flüssigkeiten tiefer in dasselbe ein u. s. w. Inmanchen Fällen kann es sogar zweckmäßig sein, die Papiere unterzutauchen, sodaßsie ganz durchdrungen werden; dabei wird das Eindringen der Flüssigkeit sehr er-leichtert, wenn nian das Gefäß mit dem Papiere unter die Glocke einer Luftpumpe ^seht und die Luft auspumpt, sodaß nach dem Entweichen der Luft aus den Porendes Papiers die Flüssigkeiten ungehindert eintreten können. Außer dem gebildetenChlorsilber bleibt nun auch noch unzersehtes salpetersaures Silberoxyd und eine ge-ringe Menge des gebildeten salpetersauern Natrons in dem Papiere zurück. DieMenge des in dem Papiere noch vorhandenen Natronsalzcs wird übrigens sehr vonder Zeit abhängen, wie lange das Papier auf der Silberlösung gelegen hat. Wollteman die löslichen Salze entfernen, so müßte man das Papier erst wieder in reinesWasser legen, wodurch aber die Empfindlichkeit desselben nicht erhöht, sondern ehervermindert werden würde. Um die Menge des gebildeten Chlorsilbers zu vergrößern,und infolge dessen kräftige Bilder zu erzielen, kann man das in angegebener Weisebehandelte Papier nochmals auf die Lösung von Chlornatrium und salpetersauerm !Silb.eroxyd legen, auch dieselben Operationen zum dritten male wiederholen.

Da aus dem Frühern schon bekannt ist, daß das Chlorsilber sehr schnell am ;Lichte geschwärzt wird, so wird ein Zeder gleich von selbst darauf kommen, daß alle jVerrichtungen, welche nicht speciell den Zweck haben, die Einwirkung des Lichtes ein-treten zu lassen, von dem Augenblicke an, wo das Chlorsilber sich bildet, also im ^vorliegenden Falle von dem Auflegen des schon mit Chlornatrium gekränkten Papiers ,aus die Silberlösung an, in einem dunkeln Zimmer bei Kerzenlicht, das keine merk- ,liche chemische Wirkung ausübt, vorzunehmen sind. Diese Bemerkung gilt ganz all-gemein, sodaß sie späterhin nicht wiederholt werden, sondern die Abschließung des Ta-geslichts bei allen Operationen, welche nicht die Zersetzung selbst beabsichtigen, alsselbstverständlich stets vorausgesetzt wird. i

Das auf die vorstehend angegebene Weise mit einer für die Einwirkung desLichts empfindlichen Schicht Chlorsilber versehene Papier muß nun, wie dies schon !vorhin S. 638 erwähnt worden ist, mit dem Kupferstich bedeckt dem Sonnenlichte oderauch dem zerstreuten Tageslichte ausgesetzt werden. Soll die Abbildung möglichstscharf ausfallen, so ist es nöthig, daß die dunkeln Striche des Kupferstiches unmit-telbar auf die empfindliche Schicht des Papiers gelegt werden; man wird daher diebedruckte Seite des Kupferstichs selbst dem Photographischen Papiere zukehren, und,wie dies auch gleich anfangs von Wedgwood geschehen, durch eine aufgelegte Glas-platte dicht an letzteres anpressen. Das einfachste Verfahren würde sein, das Pa-pier mit der Chlorsilberseite nach oben auf einen Tisch zu legen, darauf den Kupfer-stich und zuletzt eine ebene Glasplatte (von Spiegelglas); das Gewicht dieser PlatteWürde meistens hinreichen, die beiden Papiere aufeinanderzupressen; nöthigenfallskönnte es durch an den Ecken und Rändern aufgesetzte Gewichte noch vermehrt wer-,den. Da es aber in vielep Fällen wünschenswerth ist, das Papier den Sonnen-strahlen senkrecht entgegenzusetzen, wozu der Tisch geneigt werden müßte, da ferner idie Vorrichtung leicht transportabel sein muß, um sie aus dem Dunkeln ins Son- fneulicht und umgekehrt zu tragen, so ist es viel zweckmäßiger auf die Weise zu ver-fahren, daß man einen Holzrahmen nimmt, i» diesen von hinten her die Platte ausSpiegelglas, auf diese den Kupferstich, hierauf das phokographische Papier legt und ^letzteres dann durch eine Glasplatte (oder auch Holzplatte) mittels kleiner an dem ,Nahmen angebrachter Riegel oder Wirbel gegen den Kupferstich anpreßt. Um auf ^allen Punkten ein genaues Anliegen beider Papiere zu erreichen und ein Zerspringen ider Gläser zu vermeiden, klebe man auf die Hintere Glas- oder Holzplatte ein Stück ,schwarzen Sammet oder Manchester, sodaß die rauhe Seite gegen das Papier zu lie-