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Die Photographie.
veränderlichen Silbersalzen befreit ist, in starke Essigsaure legen, bis es ganz durch-sichtig geworden, darauf in eine mit zwei bis drei Tropfen salpetersaurer Silberoxydlösungversetzte Lösung von Gallussäure bringen und solange darin lassen, bis das Bilddurch die Einwirkung dieser Säure auf das Silbersalz hinreichend kräftig ist. Fixirkwird es dann wie gewöhnlich.
Um ein zu kräftiges Bild zu mäßigen, schlägt Blanquart eine sehr verdünnteLösung von Jodbromür vor, in welche man das wohl ausgewaschene Bild legt. Jod-bromür verwandelt nämlich das ani Lichte zersetzte Jod- und Chlorsilber wieder indie ursprüngliche Verbindung, wie sie vor der Bestrahlung durch das Licht war;das so wiederhergestellte Chlorsilber ist dann in unterschwefligsauerm Natron löslich.Man fixirt das Bild nachher nochmals durch unterschwefligsaures Natron. Eine ähn-liche Wirkung übt das Cyankalium auf das geschwärzte Silbersalz aus; es bleichtebenfalls die Farbe eines solchen Bildes; doch ist seine Anwendung mislich, weil esdie Mitteltinten zu stark angreift.
Zu dem vorliegenden Falle, wo es sich um die Abbildung eines Kupferstichshandelt, gibt es noch ein Mittel, die Zeit abzukürzen, während .welcher das mit ihmbedeckte Papier dem Lichte ausgesetzt werden muß, um ein kräftiges Bild zu erhalten,das freilich nicht unter allen Umständen anwendbar ist. Hat man über den Kupfer-stich freie Verfügung, und liegt nichts daran ihn unversehrt zu erhalten, so kannman das Papier desselben durch Firnissen mit einer Mischung aus Cauadabalsamund Terpentinöl durchsichtig machen, sodaß dann eine größere Menge Licht dasPhotographische Papier erreicht. Anstatt durch Firniß könnte man denselben Zweckauf die gleich nachher anzuführende Weise durch Tränken des Kupferstichs mit Wachsund Talg erreichen.
Schon weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß das nach vorstehendem Ver-fahren dargestellte sogenannte negative Bild dem ursprünglichen Bilde des Kupfer-stichs in Bezug auf die Vertheilung von Licht und Schatten gerade entgegengesetzt ist,daß alle dunkeln Stellen des Originals auf der photographischen Abbildung hell er-scheinen, und umgekehrt. Das erhaltene Bild ist aber auch noch in Bezug auf die Lageder einzelnen Theile von rechts nach links verkehrt, sodaß es dem Originale gleichtwie die rechte Hand der linken; beide Bilder mit der Bildseite aufeinandergelegt,decken sich, nebeneinandergelegt steht in dem einen rechts, was in deni andern links,und umgekehrt. Man wird sogleich einsehen, daß, wenn man ein Bild, das demOriginal nicht nur in allen Contouren, sondern auch in der richtigen Vertheilungvon Licht und Schatten und in der Stellung der einzelnen Theile genau gleicht, einpositives Bild, wie es genannt wird, erhalten will, nur nöthig ist, mit dem nega-tiven Bilde genau so zu verfahren wie zuvor mit dem Kupferstiche. Man legt dasnegative Bild also mit der Bildseite auf ein neues photographisch zubereitetes Papier,setzt beide in dem Rahmen dem Lichte aus (ruft wenn es nöthig ist das Bild durchGallussäure oder andere Substanzen hervor u. s. w.) und fixirt zuletzt mit unter-schwefligsauerm Natron.
Bei diesem Verfahren, von einem negativen Bilde ein positives zu gewinnen,ist es nun ganz gebräuchlich, das Papier des negativen Bildes vor dem Einlegenin den Rahmen durch Tränken mit einer Mischung aus drei Theilen weißen Wachsund zwei Theilen reinen Talgs durchsichtig zu machen. Man legt das negative Bildauf eine reine bis über den Schmelzpunkt jener Mischung erhitzte ebene Kupfer-platte, die etwas größer ist als das Bild, und bestreicht das mit einem Korke fest-gehaltene Bild dann mir der zusammengeschmolzenen Mischung, bis es vollständigdamit durchdrungen ist. Den Überfluß entfernt man durch Abwischen mit einemleinenen Läppchen noch während das Bild auf der heißen Platte liegt. Man mußdas Bild auf der Platte liegend langsam erkalten lassen, wenn es sehr durchsichtigwerden soll; hebt man das Bild von derselben ab und läßt es rasch erkalten, so wirdes durch eine Art Körnigwerden der Masse weniger durchsichtig.
Schließlich sei hier noch erwähnt, daß zahlreiche Versuche angestellt worden sind,