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Zwöflter Band.
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647
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Die Photographie. 647

nicht mehr befremden, wenn dem Chlor-, Zodsilber und andern Silbcrsalzen, in denender Zusammenhang zwischen ihren Bestandtheilen infolge der Bestrahlung durch,Sonnenlicht gelockert, die Scheidung derselben schon begonnen, aber nicht zu Endegeführt ist, durch die Berührung mit jenen Substanzen Chlor und Jod entzogenwerden, und zwar genau in dem Grade, ass sie dem Lichte ausgesetzt gewesen, folglichihre Bestandtheile der gänzlichen Trennung schon nähergebracht sind; oder daß, umes anders auszudrücken, jene Substanzen die Wirkung durch ihre Anziehung fort-setzen und zu Ende führen, welche das Licht durch seine lebendige Kraft bereits be-gonnen hat.

Da viele der später, wenn es sich um die Erzeugung von photographischen Bil-dern auf Papier in der Lamor-r obsours handelt, zu beschreibenden Verfahren, umdie Entstehung des Bildes in kürzerer Zeit zu bewirken, auch für den vorliegendenFall benutzt werden können, wie sich bei jedem dieser Verfahren leicht erkennen läßt,so würde es überflüssig sein hier dieselben speciell anzuführen. Nur ein solches sollhier erwähnt werden, um anzudeuten, worauf es überhaupt ankommt.

Da, wie schon erwähnt, das Chlorsilber gegen das Licht unempfindlicher ist alsdas Jod- und Bromsilber und als ein Gemenge aus ihnen, so ist bei Anwendungder letztem Salze eine kürzere Zeit oder eine schwächere Bestrahlung nöthig als beiAnwendung des Chlorsilbers allein. Daher schlägt Bayard anstatt der oben ange-führten Lösung von einfachem Kochsalz vor: Man soll in 1000 Theilen Wasser auf-lösen 7 Theile Jodkalium, 2 Theile Bromkalium, 2 Theile Salmiak und 1 TheilCyankalium, in diese Flüssigkeit das Papier eintauchen, wenigstens eine Viertelstundedarin lassen und dann trocknen. Man setze ferner zu 20 Theilen reiner Chlor-wasscrstoffsäure 1 — 1 Vs Theile Jod und nach mehren Stunden, während welcherman öfter geschüttelt hat, füge man 7/2 Theile destillirtes Wasser hinzu; ein Theildieser Flüssigkeit wird in einen viereckigen Porzellantrog mit ganz eben geschliffenenRändern gegossen und mittels einer aufgelegten ebenen Glasplatte (Spiegelglas) festverschlossen. Man schiebt dann das auf die zuvor angegebene Weise mit den ge-nannten Salzen getränkte Papier, das etwas größer ist als der Trog, sodaß es sich aufdie Ränder desselben auflegt, unter die Glasplatte und läßt es 4—5 Minuten mit derGlasplatte von oben her bedeckt den sauern Dampfen ausgesetzt. Dadurch wird einTheil der oben genannten Salze noch in Chlormetalle verwandelt, während auchChlor- und Joddämpfe sich in dem Papiere anhäufen. Nach dem Abheben schwenktman das Papier einige male in der Luft, um die überschüssigen Dämpfe zu ver-jagen, legt es auf eine Lösung von 1 Theil salpetersauerm Silber in 12 TheilenWasser, nimmt es nach fünf bis sechs Minuten, wenn die anfänglich entstandene Färbungvollständig verschwunden ist, > hinweg und läßt es trocknen. Soll dies Papier demLichte ausgesetzt werden, so muß es ganz trocken sein; es behält übrigens seine Em-pfindlichkeit einige Tage lang.

Bei der eben beschriebenen Zubereitung des Papiers genügt ein Aussehen des Rah-mens mit dem Kupferstiche und dem photographischen Papier von wenigen Secun-den, wenn man noch Gallussäure zu Hülfe nimmt, um ein Bild zu erzeugen. Mangießt in einen viereckigen Porzellantrog etwas concentrirte Gallussäure, und legt dasPapier, nachdem es nur einige Augenblicke in der gewöhnlichen Weise dem Sonnen-lichte ausgesetzt worden ist, unter Vermeidung von Luftblasen darauf; sofort beginntdurch die Einwirkung der Gallussäure auf das durch die Bestrahlung veränderteChlorsilber das Bild hervorzutreten und an Stärke zu wachsen; man läßt das Bild'/>—/- Stunde in dieser Lösung, wäscht es sorgfältig mit Wasser aus und fixirt esdann auf die zuvor beschriebene Weise mit »nterschwefeligsauerm Natron.

Es sind auch mehre Verfahren angegeben worden, um ein zu schwaches Bildkräftiger, und, umgekehrt ein zu kräftiges Bild schwächer zu machen. Um ein schwa-ches Bild kräftiger hervortreten zu lassen, benutzt man wieder die Gallussäure, dieauf das im Bilde vorhandene Silber in der oben angegebenen Weise wirkt. NachBlanquart soll man zu diesem Zwecke das Bild, welches gänzlich von den am Lichte