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Die Photographie.
mit salpetersauerm Silberoxyd in Wegfall kommt und das Papier vor dem Aus-setzen an das Licht nicht mit Gallussäure getränkt wird. Martin legt das Papiermit seiner glatten Seite auf eine Lösung von 1 Loth Jodkalium in 20 Loth destil-lirten Wassers, der 8—10 Tropfen einer coucentrirten Lösung von Cyankalium zu-gesetzt sind, läßt es ungefähr eine Minute darauf liegen und trocknet es nach demAbheben durch Auflegen von Fließpapier. Darauf legt er dieses mit Jodkalium ge-tränkte Papier auf eine Flüssigkeit, die er auf folgende Weise bereitet: 1 Loth ge-schmolzenes salpetersaures Silberoxyd wird in 16 Loth Wasser gelöst und dazu l'/s,Loth starke Essigsäure gefügt; nach der Auflösung und Mischung werden 8 — 12 Grandoppeltkohlensaures Kali oder doppeltkohlensaures Natron hineingeworfen, die Flüssig-keit umgerührt und nach mehrstündigem Stehen filtrirt. Auf dieser Flüssigkeit läßtMartin das Papier höchstens 5—10 Secunden schwimm»», nimmt es ab und legtes noch feucht recht glatt auf das in dem Nahmen befindliche Glas. .Nach dein Ein-schieben des Rahmens in die Lswsrs ot>8oura setzt er das Papier bei guter Be-leuchtung '/ü—'/-> Minuten der Bestrahlung aus, hebt es dann von der- Glasplatteab und legt es mit der zubereiteten und vom Lichte getroffenen Seite auf eine cou-centrirte Lösung von Gallussäure, die in einem viereckigen niedrigen Porzellantrogesich befindet, mit der Vorsicht, daß das ganze Bild auf der vorder« (untern) Seitemöglichst schnell und gleichförmig mit der Säure benetzt wird, während er die Hin-tere (obere) Fläche womöglich nicht benetzen läßt. Das Bild bleibt gegen eine halbeStunde und länger auf der Flüssigkeit, bis es recht kräftig hervorgerufen ist, wirdin einem andern Troge mit zwei bis drei mal erneutem dcstillirten Wasser gewaschen,dann, um alles nicht zersetzte Jodsilber aufzulösen, 5 —15 Minuten in eine Losungvon 1 Loth unterschwefligsauerm Natron in 10 Loth Wasser gelegt, mit Wasser gutausgewaschen, um alles schwefligsaure Natron zu entfernen, zwischen Fließpapier ab-getrocknet und auf ein Blatt Papier zum völligen Trocknen gelegt. Martin hält esfür nothwendig, daß das- salpetersaure Silberoxyd säurefrei sei, weshalb er dasselbeim geschmolzenen Zustande (als Höllenstein) anzuwenden räth. Der Zusatz des dop-peltkohlensauern Kalis (oder auch Natrons) soll nach ihm das Gelingen der Photo-graphischen Bilder in hohem Grade fördern; der Zweck desselben soll nicht blos dieBindung von vielleicht noch vorhandener freier Salpetersäure sein. Anstatt mit ei-ner kalten Lösung von unterschwefligsauerm Natron zu fixiren, soll es nach Martinvorzuziehen sein, die Lösung dieses Salzes siedend heiß über das fertige und etwasmit destillirtem Wasser ausgewaschene negative Bild zu gießen, wodurch dasselbe rei-ner und für das Durchsichtigmachen weit tauglicher werde, da die heiße Salzlösungden vegetabilischen Leim auflöst, weshalb das Wasser dann später die Mischung ausWachs und Talg leichter aufnimmt.
Wie zuvor angegeben, wird einige Zeit erfodert, um mittels der Gallussäuredas Bild hervorzurufen; viel schneller geschieht dies, wenn man anstatt der Gallus-säure die sogenannte Pyrogallussäure anwendet. Auch durch Zusatz von essigsauermAmmoniak zur Gallussäure scheint nach Humbert de Molard die Zeit zur Hervor-rufung bedeutend abgekürzt zu werden. Molard legt das Papier eine Minute laugin eine Auflösung von 1 Theil Jodammonium in 25 Theilen Wasser und hängtes zum Trocknen auf. Dann läßt er es nur solange auf einer Lösung von 2 Thei-len salpetersauerm Silberoxyd, 1 Theil salpetersauerm Ainkoxyd, 1 Theil Essigsäurein 50 Theilen Wasser schwimmen, bis es ganz durchzogen ist. Nachdem das ab-gehobene Papier abgetropft, legt er es auf die Spiegelplatte des Rahmens, sodanndoppeltes Filtrirpapier darüber und nimmt die überschüssige Flüssigkeit durch Dar-überhinstreichen mit einem Glasstabe hinweg, sodaß es blos noch feucht ist. NachBedeckung mit dem zweiten Glase u. s. w. und einer sehr kurzen Bestrahlung in derLswsra obsoura übergießt Molard die bestrahlte Fläche des auf eine Glasplatte ge-legten Papiers mit einer frisch bereiteten Flüssigkeit, die aus 10 Loth concentrirterGallussäurelösung und ungefähr 50 Tropfen flüssigem essigsauer» Ammoniak besteht,sodaß die Flüssigkeit gleichmäßig über das Papier hin- und abfließt, wodurch sehr