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Die Photographie.
Tropfen Cyankalium und etwas Essigsäure empfohlen; manche Photographen fügenauch, um die Kleistermaffe beim Trocknen weniger spröde werden zu lassen, einzelneTropfen von Honig oder Zuckerlösung hinzu. Die so bereitete Kleiflermasse mußnach dem Erkalten die Konsistenz eines dicklichen Firnisses besitzen; ist sie zu dick-flüssig, so verdünnt man sie mit kochendem Wasser. Um Unreinigkeiten und etwazusammengeballte Stärkemehlmassen abzuscheiden, wird sie durch leinenes oder seidenesZeug geseiht, dann auf die in der linken Hand horizontal gehaltene Glasplatte, diekurz zuvor mit Sodalösung, mit Tripel ri. s. w. vollständig' gereinigt wurde, gegossen,und durch angemessenes Neigen über die Oberfläche verbreitet. Dabei ist Sorge zutragen, daß die Kleistermasse vor dem Aufgießen keine Luftblasen enthalt, und ebensoist deren Entstehung beim Aufgießen selbst zu vermeiden. Ist die Platte gleichmäßigmit der Kleistermaffe bedeckt, so neigt man dieselbe, um den Überschuß abfließen zulassen, wischt Ränder und Hinterseite ab, und legt sie an einen staubfreie» Ort zumTrocknen ruhig hin, ohne diesen Vorgang durch Aufheben zu unterbrechen. Anstattder Kleistermasse schon vor dem Aufgießen das Jodkalium,zuzusetzen, kann man auchdie Platte erst mit dem Kleister überziehen, und diesen Überzug nachher durch Ein-tquchen in eine Lösung von 1 Theil Jodkalium in 15 Theilen Wasser mit diesemSalze imprägniren.
Um solche Überzüge von Glasplatten mit Flüssigkeiten, ohne daß Luftblasen aufder Oberfläche derselben haften bleiben, in Berührung zu bringen, verfahrt man ent-weder so, daß man die Flüssigkeit in einen niedrigen viereckigen Porzcllantrog mitflachem Bvden gießt, die Glasplatte mit der einen Kante einseht, und dann miteiner gewissen Geschwindigkeit niederlegt, bis sie die Flüssigkeit berührt oder ganz indieselbe eintaucht; oder auch so, daß man die Flüssigkeit in ein hohes schmales Ge-fäß mit parallelen Wänden bringt, dies Gefäß unter einem Winkel von 45° neigt,und die auf einen Schieber von angemessenem Stoffe gelegte Glasplatte mit ihremÜberzüge ganz in die Flüssigkeit hineinschiebt.
Um die mit Jodkalium zubereitete Platte mit einer empfindlichen Schicht zu ver-sehen, legt man sie mit ihrer Oberfläche auf die schon S. 652 angegebene Lösung von1 Loth salpctersauerm Silber in 16 Loth Wasser und 1'/-,Loth starker Essigsäure, läßtsie '/4 — ^2 Minute damit in Berührung, legt sie nach dem Abtropfen eine kurze Zeitauf ihre Rückseite, und bringt dann die noch nasse Platte sogleich in den Nahmen,um sie in die (lomors odsoura zu setzen. Wenn der Kleisterüberzug, der i» die Silber-lösung getaucht werden soll, sehr hart und spröde ist, so kann man ihn durch Aus-setzen an Wasserdämpfe zuvor etwas erweichen. Der Rahmen, in welchen die Glas-platte eingesetzt wird, enthält hinten eine undurchsichtige Wand, und vor der Glasplatteeinen hölzernen beweglichen Schieber zur Abhaltung des Lichts beim Hintragen nachder 6gwsra obsours; nach dem Einsetzen in dieselbe wird der Schieber aufwärtsge-zogen, um den Kleisterüberzug nach Hinwegnehmen des Deckels vom Objective demLichte auszusetzen.
Ist die Platte die richtige Zeit, je nach der Stärke der Beleuchtung — 1Minute, dem Lichte ausgesetzt gewesen, so wird sie aus der Lamsi-a obsoura ent-fernt, horizontal auf den Ring eines Stativs gelegt und zur Hervorrufung desBildes mit einer concentrirken Gallussäurelösung übergössen, die man solange daraufstehen läßt, bis das Bild gehörig kräftig hervortritt. Nach dem Waschen mit Wasserwird das Bild in einer Lösung von unkerschwefligsauerm Natron oder auch in einerLösung von Bromkalium fixirt und nach sorgfältigem Auswaschen mit Wasser getrocknet.
Man sieht, daß das Verfahren dem zur Erzeugung von Papierbildern ganzähnlich ist, weshalb die Einzelheiten keiner weiter« Erläuterung bedürfen; es mögenur noch bemerkt werden, daß Wärme die Empfindlichkeit der bereiteten Schicht zuerhöhen scheint.
Das Überziehen des Glases mit Eiweiß und thierischem Leim ist ebenso, wiedie Anwendung des Kleisters von Niepce ausgeführt. Um Bilder auf Eiweiß dar-zustellen, nahm er das Flüssige aus dem Eiweiß von Hühnereiern, löste Jodkalium