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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

von einer Statue oder von einer menschlichen Figur, deren Porträt dargestellt werdensoll, indem nach dem Frühern bei ungleiche» Entfernungen die Brennpunkte nicht ineine Ebene fallen können; man muß daher diejenigen Theile, auf deren Ausdruck esbesonders ankommt, vorzugsweise scharf einstellen, und bei den übrigen mit einer ge-ringern Schärfe zufrieden sein. Soll ein Bild von einer ganzen Gruppe von Per-sonen dargestellt werden, so ist die Arrangirung derselben so zu wählen, daß dieGesichtszüge Aller möglichst scharf ausfallen.

Die Lage des Bildes hängt von der Lage des Gegenstandes ab; durch sie wirdaber wieder die Größe des Bildes bedingt, da die Größe des Gegenstandes sich(S. 638) zur Größe des Bildes verhält, wie die Entfernung des erstem zur Ent-fernung des letzter» von der Linse. Steht der Gegenstand weiter als die doppelteHauptbrennweite vor der Linse, so liegt das Bild aus der Hinterstite näher an derLinse und ist kleiner; wird seine Entfernung gleich der'Hauptbrennweite, so erhältdas Bild dieselbe Entfernung und somit auch dieselbe Größe; rückt der Gegenstandnoch näher, so- entfernt sich das Bild weiter und ist größer als der Gegenstand.Es leuchtet also ein, daß sobald die Entfernung des Gegenstandes in unser Beliebengestellt ist, wir das Bild größer oder kleiner als den Gegenstand darstellen können.Soll das Bild sehr weit hinter die Linse fallen, so muß der Kasten der 6-rmsrg obscrirudurch einen Ansatz verlängert werden.

Damit das empfindliche Papier beim Einschieben in die Lsmsra obsoura nichtdem Lichte ausgesetzt wird, enthält der Rahmen mit den Gläsern vor dem vorderstenGlase ein dünnes Bretchen, das man nach oben herauszieht, nachdem der Nahmenin den Falz der 6amsm odsom-a eingesetzt worden ist, und nach Beendigung derBestrahlung wieder vorschiebt, um ihn, ohne das Papier dem Lichte auszusetzen, insdunkle Zimmer zur Hervorrufung des Bildes tragen zu können.

Es bedarf wol nicht weiterer Erwähnung, daß die auf diese Weise in der 6smsraobseurs erzeugten Bilder negative sind, in denen aber außerdem auch die rechteund linke Seite verkehrt sind. Werden von ihnen nach dem Tränken mit Wachsund Talg auf die früher angegebene Weise Copien gemacht, so kehrt in diesen außerder Vertheilung von Licht und Schatten auch das Rechts und Links in die ursprüng-lichen Verhältnisse wie in den Gegenständen zurück.

Bilder auf dünnen Überzügen von Glas.

Die Rauhigkeit der Oberfläche und der Mangel an Gleichförmigkeit in derMasse des Papiers, welcher letztere Umstand, besonders bei dem CopireN der negativenBilder in Betracht kommt, riefen sehr bald Bestrebungen hervor, den genanntenÜbelständen abzuhelfen; man suchte namentlich durch Überziehen des Papiers miteiner Schicht Eiweiß und andern Substanzen eine glatte Oberfläche desselben herzu-stellen. Da bei Anwendung solcher Überzüge die Bilder dann vorzugsweise auf diesendünnen Schichten entstanden, so lag es nahe, das gewissermassen nur als Unterlagedienende Papier durch eine andere bessere Substanz zu ersetzen, nämlich durch Glas,wodurch mit dem Vortheil einer ebenen Fläche auch zugleich der für das Copirender negativen Bilder sehr wichtige Vortheil einer fast vollkommenen Durchsichtigkeitgewonnen wurde. Bilder auf dünnen Überzügen von Glasplatten pflegt man wolGlasbilder zu nennen, obgleich, wie schon angedeutet, das Glas selbst nur als Trä-ger der sehr dünnen Schicht einer ändern Substanz dient. Als Substanzen zum Über-ziehen des Glases sind zuerst von Niepce de St.-Victor, einem Neffen des obenerwähnten ersten Erfinders der Photographie, gekochtes Stärkemehl (Kleister), Eiweiß,Leim und dann von Archer ganz besonders das Collodium angewendet worden.

Ein Überzug von Kleister eignet sich recht gut zur Darstellung von. Bildern,und wird auf folgende Weise bereitet. Man reibt gleiche Theile reiner Weizensta'rkeund Wasser zusammen zu einem Brei, gießt unter fortdauerndem Umrühren derMasse ungefähr 10 Theile siedendes Wasser hinzu und mischt dann eine Lösung von10 Gran Jodkaliuni in etwas Wasser darunter. Es wird der Zusatz von einigen