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Zwöflter Band.
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658 Die Photographie.

solche Konsistenz, daß es sich leicht über die Oberfläche der gereinigten Glasplattedurch angemessenes Hin- und Herncigen verbreiten läßt. Ist alles Überflüssige vonder schiesgehaltenen Platte abgelaufen, so legt man dieselbe zum Verdampfen desÄthers aus die Rückseite. Die so zubereitete Platte wird dann zur Erzeugung einerempfindlichen Schicht in eine Lösung von 1 Theil salpetersauerm Silberoxyd in 16Theilen Wasser getaucht und in der Oamsra odsoura dem Lichte ausgesetzt. ZumHervorrufen des Bildes dient entweder eine Auflösung von 1 Theil Pyrogallussäurein 150 — 200 Theilen Wasser und 16—20 Theilen starker Essigsäure, oder eineLösung von 1 Theil Eisenvitriol in 10 Theilen Wasser, die man durch einigeTropfen Schwefelsäure (auch wol unter Zusatz von sehr wenig Essigsäure) sauergemacht hat. Das Fixiren geschieht auf die früher angegebenen Weisen.

Die nach dem vorstehenden Verfahren auf den verschiedenen Überzügen desGlases dargestellten Bilder sind negativ, durch nochmaliges Copiren, indem man dasGlas, mit der Bildfläche auf ein photographisches Papier gelegt, dem Sonnenlichteaussetzt, erhalt man ein positives Bild.

Über die Umwandlung der negativen Collodiumbilder in positive.

Talbot bemerkte an seinen Eiweißbildern, daß sie im durchgehenden Lichte ne-gativ, dagegen im schief auffallenden Tageslichte positiv erscheinen, und zwar wardas Letztere viel sichtbarer als das Erstere, sodass es vorkam, daß manche Bilder beidurchgehendem Lichte fast gar nicht sichtbar waren, während sie im reflectirten Lichtein allen Details deutlich erschienen. Als auffallend hebt er hervor, daß es auchgewisse Lagen im durchgehenden Lichte gab, bei denen das Bild ebenfalls positiv er-schien, doch fehlten dann die hellsten Gegenstände gänzlich, sodaß das Bild wiedurchlöchert erschien, und die hinter demselben befindlichen Objecte durch diese Stellengesehen wurden.

Die außer von Talbot auch von Andern gemachte Beobachtung, daß ein Bildauf Eiweiß oder Kollodium je nach den Umständen bald negativ bald positiv erscheint,ist die Veranlassung geworden, daß man die negativen Bilder ganz als positive zubehandeln suchte. Gesetzt man habe aus einer etwas starken Cvllodiumschicht einsogenanntes negatives Bild dargestellt, und lege dasselbe aus einen schwarzen Grund,ein schwarz polirtes Holz, ein Stück schwarzen Wachstasfet, so muß, wie eine kurzeÜberlegung lehrt, das negative Bild positiv erscheinen. Die hellen Partien- desGegenstandes haben im negativen Bilde die dunkelsten Stellen erzeugt, während de»dunkeln Stellen des Gegenstandes die hellen im Bilde entsprechen. Legt man nunein solches negatives Bild auf einen schwarzen glänzenden Grund, so scheint an denhellen Stellen im Bilde dieser dunkle Grund durch, während die im Bilde undurch-sichtigen Stellen dies verhindern und in lichtgrauer matter Farbe, also hell aus demdupkeln schwarzen Grunde erscheinen. Hell und Dunkel ist hier also gerade wie imGegenstände selbst vertheilt.

Gaudin und Leborgne haben den Versuch gemacht, die Collodiumschicht von derGlasfläche abzulösen und auf dem schwarzen Grunde zu befestigen. Es gelingt diesam besten so: Man legt auf das vom Fixiren noch feuchte Kollodium, dessen Schichtman aber in solchem Falle etwas dicker machen muß als sonst, ein Stück schwarzesWachstuch, das etwas kleiner ist als die Collodiuinfläche, und drückt es vorsichtig an,um die dazwischen befindlichen Luftblasen zu entfernen; dann löst man die Ränderdes Collodiumhäutchens von der Glasplatte, schlägt sie rückwärts über das Wachstuchum und zieht das Häütchen ab, das nun auf der Wachstuchfläche haftet. Am bestenlegt man dabei die Platte in Wasser. Wenn die Collodiumschicht schon länger fixirtund trocken geworden ist, so feuchtet man sie mit Essigsäure zuvor etwas an. DieBilder erscheinen dann auf dem schwarzen Grunde aus dem vorhin angegebenen GrundePositiv. Dabei hat sich auch die Verwechselung der rechten und linken Seite, wie siein einen, aus einer Cvllodiumschicht erzeugten negativen und von der bestrahlten Seiteher angesehenen Bilde vorhanden ist, wieder ausgeglichen; denn da die bestrahlte Seite