Die Photographie. 661
tt. Filz oder wollener Sammet gespannt ist; man faßt sie an einem daran ange-
eck ! brachten Griffe und fährt damit in langen Strichen über die mit etwas Putz-
:r- pulvcr bestreute Platte hin und her. Das letzte Poliren geschieht mit einer beson-
'ch dern schon einige mal auf einer trockenen Platte mit Pulver abgeriebenen und dadurch
an etwas geschwärzten Sammetfeile, die man ohne zu großen Druck und ohne Pulver
on über die Platte führt. Photographen, welche viel Platten zu putzen haben, befestigen
w- den Sammet oder Filz auf dem Unifange eines Nades von der Gestalt eines großen
ng Schleifsteins und putzen und poliren die Platten durch Anhalten auf die mit Sammet
>es bekleidete Oberfläche des umgedrehten Rades.
>cr Um die Platte beim Putzen zu halten, befestigt man sie entweder auf einem
on Bretchen, das an den Tisch angeschraubt ist und an allen vier oder auch nur an
zwei gegenüberstehenden Ecken kleine Messingbügel trägt, in welche die Ecken der Plattecht eingcschoben werden. (Einer oder zwei der kleinen Bügel sitzen fest, während die
mf übrigen verschiebbar sind, beim Einlegen der Platten zurückgezogen, und nach dem
!N, Überschieben über die Ecken durch Schrauben befestigt werden.) Oder man klebt die
m, Platte auf einen Holzklotz, der im Umfange etwas kleiner ist als die Platte, indem
>pf man sie auf eine auf dessen Oberfläche geklebte klebrige Kautschukplatte drückt. Die
tts Kautschukplatte wird entweder auf ihren Flächen mit Terpentinöl benetzt, um sie
'en klebrig zu machen, oder über der Flamme einer Spirituslampe etwas erhitzt. Die
)le Kleinigkeit darf .jedoch nicht zu groß sein, indem man sonst beim Ablösen der dünnen
ce, Kupferplatte zu große Kraft anwenden müßte, wodurch die Platte verbogen werden
w. würde, wahrend doch die Darstellung der Lichtbilder in der tlsmsrs odsoura eine
:m ebene Fläche erfodert. Um beim Putzen der Platte mit dem Baumwollenbausch
nd nicht an den Ecken hängen zu bleiben, rundet man die Ecken etwas mit der Schere
ng ab; und aus ähnlichem Grunde, um die Putzfeilen nicht durch den scharfen Rand
lu- zu verderben, biegt man denselben durch eine kleine Vorrichtung im ganzen Um-
fange der Platten oder auch nur an den beiden Seiten rechts und links ein wenigiel- rückwärts.
in Die Erzeugung einer empfindlichen Schicht auf beb Silberfläche führte Da-
oer guerre aus die Weise aus, daß er auf den Boden eines flachen Kastens Jod
lde streute, die versilberte durch Mctallstreifen in einem Rahmen befestigte Kupferplatte
m° auf vier in den Ecken des Kastens angebrachte Stützen legte, und dann densel-
in- den durch den aufgelegten Deckel schloß. Später hat man meist den Rahmen so
elt. eingerichtet, daß man ihn als Deckel auf den ebengeschliffenen Rand eines vier-
tg, eckigen das Jod enthaltenden Porzcllantrogs auflegte, während für gewöhnlich das
>es Verdampfen des Jods durch eine ebene Glasplatte, die genau dem Rande sich an-en, schließt, verhindert wird. Es ist durchaus nothwendig, daß die Jvdsilberschicht,
die welche sich hierbei bildet, auf der ganzen Platte gleich dick wird; deshalb muß das
ng Jod über den ganzen Boden des Kastens gleichmäßig ausgestreut werden; in dieser
>en Absicht legt man auch wol Pappstücke oder mit Tuch überzogene Glastafeln darauf,
er, die sich voll Jod saugen und nach- dem Umwenden reichlich Joddämpfe zum Über-
ten ziehen der Platten von allen ihren Punkten aussenden.
>as Bald nach Daguerre's Bekanntmachung seines Verfahrens benutzte Aschersohn
ics in Berlin eine Auflösung des Jods in Wasser; er löste Jod in Alkohol und mischte
ide von dieser Jodtinctur etwas unter das Wasser in dem Porzellantroge, auf welchen
sen die Platte gelegt werden sollte.
üg, „ Daguerre ließ die Platte solange den Joddämpfen ausgesetzt, bis sie gleich-en. mäßig eine schöne goldgelbe Farbe zeigte, wozu je nach den Umständen mehre Mi-
telt nuten erfoderlich sind. Man sieht deshalb, indem man die Platte ein wenig in die
, Höhe hebt, bei nur sehr schwachem Tageslichte von Zeit zu Zeit nach, ob die ge-st- wünschte Farbe eingetreten ist; findet man, daß die Jodivung an einer Seite stärker
em erfolgt als an der andern, st dreht man die Platte herum, um auf diese Weise den
sir- Unterschied auszugleichen. Die Farben, welche durch das Jodiren auf der Platte
et/ erscheinen, entstehen aus der durch die dünne Jodsilberschicht erzeugten Interferenz