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Zwöflter Band.
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660 Die Photographie.

Cyansilber, das sich in dem Cyankalium auflöst und an die Stelle des zerlegten tritt.Man kann die Silberschicht beliebig dick anwachsen lassen. Für vorliegenden Zweckgenügt aber eine Dicke, welche nach einige male wiederholtem Poliren das darunter-liegende Kupfer noch nicht durchscheinen läßt. Das Cyansilber erhält man durchNiederschlag einer Lösung von salpetersauerm Silberoxyd durch Cyankalium, das mannur solange zusetzt, als noch ein Niederschlag erfolgt, indem der Niederschlag vonCyansilber in überflüssig zugesetztem Cyankalium sich wieder löst; der erhaltene Nieder-schlag von Cyansilber wird dann nach dem Auswaschen mit Wasser in eine Lösungvon Cyankalium eingetragen, worin er sich sogleich löst. Zur Erleichterung desVerfahrens kann man auch eine Lösung von salpetersauerm Silberoxyd soviel einerLösung von Cyankalium zusetzen, bis der anfänglich entstandene Niederschlag vondem Überschüsse des Fällungsmittels wieder aufgelöst wird.

, Die durch Platkiren oder durch den elektrischen Strom mit einer Silberschichküberzogene Kupferplatte muß nun auf das sorgfältigste gereinigt und zuletzt aufdas schönste polirt werden; sie muß nach dem Poliren in solcher Richtung gesehen,in welcher man ein auf ihr befindliches Bild betrachten würde, dunkel erscheinen,darf beim Anhauchen keine Flecken zeigen; der darauf niedergeschlagene Wasserdampfmuß gleichmäßig und schnell verschwinden, und das in ihr gespiegelte Bild eines Blattsweißen Papiers eine weiße Farbe besitzen. Als Mittel zum Schleifen und Polirender Platten sind nun die verschiedenartigsten Substanzen, fette und flüchtige Öle(Olivenöl, Terpentinöl, Lavendelöl), Alkohol, Äther, Salpeteräther, Salpetersäure,Ammoniak, gebrannte Knochen, Bimsstein, Tripel, Pariserroth (Eisenoxyd) u. s. w.angewandt, und dieselben entweder mit Baumwolle oder mit auf Holz geleimtemFilz und wollenem Sammet darauf hin- und hergerieben worden. Das Putzen undPoliren der Platten gelingt aber selbst den geübtesten Photographen bei Anwendungeines und desselben Verfahrens nicht immer in gleichem Maße, indem zahlreiche Zu-fälligkeiten den Erfolg trüben können.

Daguerre putzte seine Platten mit einem Bausche reiner Baumwolle, mit wel-chem er auf die Platte gestreutes Bimssteinpulver und etwas Olivenöl zuerst inKreisen herumrieb, zuletzt aber damit in geraden Strichen in solcher Richtung überdie Platte hin- und herfuhr, daß die Striche in dem darauf zu erzeugenden Bildevon rechts nach links liefen. Dieses Reiben wird mehre mal mit frischer Baum-wolle und Pulver wiederholt, und die Platte dann in gleicher Weise mit Bimsstein-pulver und sehr verdünnter Salpetersäure ebenfalls zu wiederholten^malen behandelt.Daguerre erhitzte darauf die Platte, bis sie mit einem weißlichen Überzüge beschlug,und rieb sie dann von neuem mit Bimssteinpulver und Baumwolle. Zu Ende desPolirens darf man niemals mit ganz frischer Baumwolle über die Platte fahren,sondern muß stets ein wenig trockenes Pulver auf die Platte streuen, sodaß dieMetalloberfläche mit dem neuen Baumwollenbausche nicht unmittelbar in Berührungkommt, sondern mit dem Pulver und dem an die Baumwolle sich anhängendenSilber. Ähnlich wie mit dem Bimssteinpulver verfährt man mit dem Knochenpulver,Tripel und Pariserroth, die später an die Stelle des von Daguerre angewandtenBimssteinpulvers getreten sind. Anstatt mit Öl und Säure wird auch oft dasPulver auf der Platte nur mit Alkohol befeuchtet; zuletzt aber wieder trockenesPulver angewendet. Man kann mit Tripel, wenn er fein genug ist, bis zu Endeputzen, denselben aber auch zuletzt durch Pariserroth ersetzen. Die Putzpulver müssenso fein als möglich sein, was durch Schlämmen erreicht wird; auch ist es zweckmäßig,dieselben zu erhitzen, um sie zu trocknen und von anhaftenden Gasen zu befreien.Man bringt sie in ein kleines Gläschen, bindet etwas Musselin darüber und beuteltsie durch denselben auf die Platte.

Um das Putzen zu erleichtern, hat man anstatt der Baumwollenbausche so-genannte Putz- oder Polirfeilcn in Anwendung gebracht; sie bestehen aus einemnur schwach convexen länglichen Holzstückchen (wie manche Streichriemen für Nasir-Messer), auf dem zunächst einige Lagen Tuch befestigt sind, über welche dann Leder,