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Zwöflter Band.
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663
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Die Photographie. 663

merklich dadurch leidet, weil innerhalb dieser Grenzen ein Zuviel oder Zuwenig durchdie nächstfolgende Operation ausgeglichen werden kann.

Hat man die Platte die richtige Zeit dem Lichte ausgesetzt, so ist nach demHerausnehmen aus der 6amsra odseura noch kein Bild auf ihr sichtbar; es bedarfnoch einer neuen, sehr bald nach der Bestrahlung auszuführenden Operation, umdas auf der Platte unsichtbar vorhandene Bild sichtbar zu machen. In einem kleinenhölzernen von vier Füßen, getragenen Kasten, dessen nach unten gewölbter Boden ausschwarzem Eisenblech verfertigt ist, schüttet man Quecksilber (1 — 2 Pfund). Indieses Quecksilber taucht man die Kugel eines Thermometers, dessen seitwärts gebogeneRöhre nach außen geht und an der äußern Seite des Kastens hinaufgeführt wird;aus dieser Wand des Kastens befindet'sich die Scala des Thermometers. In'mög-lichster Höhe über dem Boden ist an der Hinterwand des Kastens ein kleines Holz-leistchen in der Weise angebracht, daß die auf dem Bretchen des 'Rahmens be-festigte Platte beim Auflegen auf dieses Leistchen und Anlehnen an die vordere Wandunter einem Winkel von ungefähr 45° gegen den Horizont zu liegen kommt. Inder vorder« Wand ist ein Theil des Holzes, gerade der Silberfläche gegenüber,wenn die Platte mit dieser Fläche nach unten eingelegt worden ist, durch Glaserseht, das aber, zur Abhaltung des Lichtes, außen wieder durch einen hölzernenSchieber verdeckt werden kann. Nach dem Einlegen des Bildes in diesen Kasten,der übrigens in einen, dunkeln Raume aufgestellt wird, und nach behutsamem Schlie-ßen des an ihm befindlichen Deckels erhitzt man das Quecksilber durch eine unter-gesetzte Spirituslampe bis zu 60° C. und entfernt dann sogleich die Lampe, damitdie Temperatur wenn auch noch etwas, doch in keinem Falle höher als 70 oder 75° C.steige. Durch die sich bildenden Quecksilberdämpfe beginnt nun auf eine nachherausführlich zu besprechende Weise das Bild hervorzutreten; man beurtheilt die Ent-wickelung desselben, indem man von Zeit zu Zeit durch das eingesetzte Glas blickt,während das Bild für den Augenblick durch eine seitwärts gehaltene Lichtflammebeleuchtet wird. Hat man eine größere Menge Quecksilber in den Kasten geschüttet,so kühlt sich dieselbe so langsam ab, daß das Bild hinreichend kräftig erscheint, bevordie Temperatur des Quecksilbers aus 40 oder 45° herabgesunken ist. Hat man nurwenig Quecksilber, so wird nach einiger Zeit eine neue Erhitzung nöthig. Je längerdie Platte dem Sonnenlichte ausgesetzt worden ist^ um so schneller wird das Bilddurch die Quecksilberdämpfe vollendet; je kürzer dagegen die Bestrahlung gewesen,um so länger muß man diese Dämpfe wirken lassen. Je heißer das Quecksilber,

desto schneller entwickeln sich die Dämpfe desselben und desto rascher entsteht das

Bild; in jedem Falle ist es aber vorzuziehen, die Temperatur des Quecksilbers nichtzu hoch gehen zu lassen, und dafür lieber die Einwirkung desselben etwas zu ver-längern; auch ist es jedenfalls zweckmäßig, die Quecksilbermenge etwas groß zu neh-

men, damit man mit einer einzigen Erhitzung das Bild vollenden kann, da eineneue Temperaturerhöhurg doch die Gleichförmigkeit der Entwickelung etwas stört.

Uni das auf diese Weise erzeugte Bild zu fixiren, d. h. um die Schicht vonnicht zersetztem Jodsilber von der Platte zu entfernen, tauchte Daguerre die Plattezunächst in reines Wasser, und dann in eine nicht bis zum Sieden erhitzte concen-trirte Kochsalzlösung oder noch besser in eine Lösung von unterschwefligsauerm Natron,die aber nur die gewöhnliche Temperatur besitzt; letzteres Salz ist jetzt ausschließlichim Gebrauch. Nachdem durch Hin- und Herbewegen der Platte die gelbe Jodsilber-schicht entfernt ist, brachte Daguerre die Platte in destillirtes Wasser, legte sie nachdem Herausnehmen auf eine schiefe Fläche, begoß sie gleichmäßig mit sehr heißem,jedoch nicht siedendem Wasser, um auch die letzte Spur der Salze zu entfernen, undsuchte die Platte von den noch anhängenden Wassertropfen durch starkes Blasen zubefreien. Das zuletzt gebrauchte Wasser muß vollkommen rein sein, damit beimVerdampfen nicht Spuren auf der Platte zurückbleiben.

Eine wesentliche.Vervollkommnung haben die Daguerreotypen noch durch dievon Fizeau eingeführte Vergoldung erhalten. Nachdem man die Jodsilberschicht