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Zwöflter Band.
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664 " Die Photographie.

durch nuterschwefligsaures Natron von der Silberflächc entfernt und die Platte mitdestillirtem Wasser abgewaschen hüt, legt man sie horizontal auf einen Mctallring,übergießt sie mit der sogleich zu erwähnenden goldhaltigen Flüssigkeit, und erhitzt siedurch eine untergehaltene Spirituslampe, jedoch ohne daß die Flüssigkeit ins Siedenkommt, bis sich das Bild mit einer dunkeln Schicht überzieht, worauf es mit deflillir-tem Wasser gewaschen und wie schon vorstehend angegeben getrocknet wird. Die gold-haltige Flüssigkeit wird bereitet, indem mau eine sehr verdünnte Lösung von Gold-chlorid in kleinen Portionen in eine ebenfalls verdünnte Lösung von unterschweflig-sauerm Natron unter fortwährendem Umrühren gießt; auch wird zu 4—2 Pfund die-ser Lösung 1—2 Tropfen Ätzammoniak zugesetzt. Durch diese Vergoldung treten dieBilder viel kräftiger hervor und erhalten einen höher» Glanz.

Das Hervorrufen der Daguerre'schen Bilder durch Quecksilberdämpfe.

Es ist eine schon längst bekannte Erfahrung, daß wenn man mit einem Speck-steinstift auf eine Glasplatte schreibt, die zuvor nicht sichtbaren Schriftzüge augen-blicklich hervortreten, sobald man die Platte behaucht; das Sichtbarwerden dieserSchriftzüge ist eine Folge davon, daß die ausgeathmeten Wasserdämpfe sich auf denmit dem Speckstein berührten Stellen anders condensiren als auf den nicht berührten.Die Daguerrc'sche Entdeckung gab Moser Veranlassung, diese und einige andereanaloge Erfahrungen weiterzuverfolgen, und er fand, daß es gelingt, durch diebloße Berührung sogar genaue Abbilder auf der Oberfläche von Körpern zu erzeugen.Er stellte z. B. einen geschnittenen Achatstempel auf eine gereinigte Glasplatte, oder einepolirte oder auch jodirte Silberplatte, ließ ihn einige Zeit, selbst in einem völlig dun-keln Raume, damit in Berührung und behauchte nachher entweder die Platte odersetzte sie, falls sie aus Silber bestand, in dem zuvor beschriebenen Kästchen denQuecksilberdämpfen aus. Sofort entstand auf der Platte ein deutliches Bild nichtnur des Umfangs des Stempels, sondern auch der auf seiner Oberfläche eingeschnitte-nen Figuren. War das Bild durch Anhauchen entstanden, so verschwand es mitdem Verdampfen des Beschlags, konnte aber durch neues Behauchen viele malewieder hervorgerufen werden, wenn auch seine Schärfe nach und nach geringerwurde; wenn dagegen die Silberplatte den Quecksilberdämpfen ausgesetzt worden, sohatte das Bild Bestand. Moser,zog hieraus den Schluß: „Wenn eine Oberflächean einzelnen Stellen von irgendeinem Körper berührt worden ist, so hat sie dieEigenschaft erhalten, alle Dämpfe, die überhaupt an ihr adhäriren, oder mit denensie eine chemische Verbindung eingeht, an diesen Stellen anders als an den unbe-rührten Stellen zu condensiren."

Um solche Differenzen auf der Oberfläche der Körper, die durch einen ungleichenNiederschlag der Dämpfe sichtbar gemacht werden können, zu erzeugen, ist übrigensnicht die Berührung derselben mit einem andern festen Körper erfoderlich; sie lassensich auch durch den Niederschlag von Dämpfen selbst hervorrufen. Man schneideaus einem Blatte Papier eine beliebige Figur aus, lege dieselbe auf eine reine Glas-platte und behauche dieselbe, sodaß die Wasserdämpfe nur die vom Papier nicht be-deckten Stellen treffen und sich dort niederschlagen. Man hebe dann das Papierauf; nach einiger Zeit wird der Beschlag verschwunden und keine Spur der Figurauf der Platte mehr sichtbar sein. Die Figur wird aber sofort bei neuem Be-hauchen wieder erscheinen, indem die zuvor schon behauchten Stellen den Wasser-dampf anders condensiren als die bedeckt gewesenen.

Moser erhielt auch ein Bild eines solchen ausgeschnittenen Papiers auf einerpolirten (nicht jodirten) Silberplatte,' als er letztere, mit dem Papier'bedeckt, zweioder mehre Stunden in die Sonne legte und dann die Platte den Quccksilberdämpfenaussetzte. Auf einer Kupferplatte, die keine gute Politur annehmen wollte, erhielter durch dasselbe Verfahren zwar ein deutlich wahrnehmbares, aber doch nur schwachesBild; dasselbe wurde jedoch sehr stark, als er die Platte nachher noch den Jod-dämpfen aussetzte. Als er eine reine Glasfläche mit der ausgeschnittenen Figur dem