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Die Photographie.
des Beschlags zeigte. Als er nun ein kleines Scheibchen frisch ausgeglühter underkalteter Buchsbaumkohle, die mit großer Begierde Kohlensäure einsaugt, auf diePlatte legte, zeigte die angehauchte Stelle nach dem Abheben des Scheibchens eineschöne bläuliche Färbung wie eine frischpolirte Platte.
Als Waidele einen Stahlstempel, der in mit Kohlensaure gesättigtem Kohlen-pulver aufbewahrt worden, 10 Minuten lang auf eine mit ausgeglühtem Tripel po-lirte Silberplatte legte, entstand das Bild durch Aussetzen an Quecksilberdämpseauf die Weise, daß das Quecksilber sich an den Stellen condensirte, wo die'Platteden Stempel nicht berührt hatte; als er dagegen eine mit nicht ausgeglühtem Tripelpolirte Platte, die beim Anhauchen eine bräunliche Farbe zeigte, mit dem von allenGasen durch Abreiben mit geglühtem Tripel befreiten Stempel bedeckte, entstand nach-her beim Aussetzen an die Quecksilberdämpfe das Bild gerade in umgekehrter Weise,indem das Quecksilber sich jetzt an den mit dem Stempel in Berührung gewesenenStellen niederschlug. Ein reiner Stahlstempel auf eine gleich reine Platte, undebenso ein mit einer Atmosphäre von Kohlensäme versehener Stempel auf eine ingleicher Weise zubereitete Platte gelegt, gab kein Bild.
Infolge dieser Thatsachen erklärt Waidele die von Moser beobachteten Erschei-nungen durch die Wirkung der an den Oberflächen haftenden Gasatmosphären; erbenutzt sie aber auch, um über die Vorgänge bei der Einwirkung des Quecksilbersauf eine jodirte in der Lsmsra obsoura dem Lichte ausgesetzt gewesenen SilberplatteRechenschaft zu geben. Wir haben gesehen, daß es nur nöthig ist, auf den Oberflächender Körper außerordentlich geringe Verschiedenheiten an den verschiedenen Stellen zuerzeugen, um auf diesen Stellen eine verschiedene Condensirung des Dampfes zuveranlassen. Es hat sich ferner gezeigt, daß zur Hervorrufung einer solchen Differenzselbst bei einer blanken, nicht jodirtcn, sondern blos polirten Silberfläche die Bestrah-lung mit dem Sonnenlichte hinreichte; auf einer solchen nur polirten und an ge-wissen Stellen dem Sonnenlichte ausgesetzt gewesenen Platten vermag aber unser Augeunmittelbar keinen Unterschied zwischen diesen und den nicht vom Lichte bestrahltenStellen zu erkennen; blos durch die Condensation von Dämpfen vermögen wir dievorhandenen Differenzen der Oberfläche nachzuweisen. Wir wissen nun weiter ausdem Frühern, daß die Verbindungen des Silbers mit dem Jod, Chlor, Brom u. s. w.am Lichte sehr schnell eine Veränderung erleiden; wird also auf der Oberfläche einernach dem Daguerre'schen Verfahren mit einer unendlich dünnen Schicht von Jod-silber überzogenen Platte in der Lsmsrä obsoura das Bild eines Gegenstandes auf-gefangen, so müssen die verschiedenen Theile dieses Bildes je nach der Lichtstärke undBeschaffenheit der dahin gelangenden Strahlen eine entsprechende Veränderung inder Jodsilberschicht hervorbringen, die anfangs diesen Einwirkungen proportional seinwird. Nehmen wir z. B. an, wie Waidele es thut, daß das Jodsilber durch dieLichtwirkung in metallisches Silber und Jod zerlegt werde, so wird also anfangs dieGröße dieser Zersetzung an jeder Stelle der Intensität der darauf gewirkt habendenStrahlen entsprechen; je stärker diese Intensität, umsomehr Silber wird dadurch aus-geschieden worden sein. Bliebe die jodirte Platte zu lange dem Lichte ausgesetzt, sowürde eine solche Proportionalität zwischen der Stärke des Lichts und seiner Wir-kung nicht mehr vorhanden sein können; denn wenn in einem gewissen Augenblickalles Jodsilber an den von den hellsten Lichtern getroffenen Stellen zersetzt ist, sokann an ihnen keine weitere Wirkung eintreten; ein längeres Verweilen der Plattein der ttomsra obsours steigert aber immerfort die Zersetzungen an den wenigerbeleuchteten Stellen, sodaß dann auf diese Weise der abgeänderte Zustand der Plattean diesen letztem Stellen sich immer mehr dem Zustande der stärkstbeleuchteten nähert.Man sieht daher ein, daß es, um diese Proportionalität der Lichtintensität und der durchsie erzeugten Veränderungen auf der Platte zu bewahren, nöthig sein wird, diePlatte nur eine möglichst kurze Zeit hindurch dem Lichte auszusetzen. Dann wirdaber freilich die Veränderung ihrer Oberfläche erst so gering sein, daß unser Augeunmittelbar noch kein Bild auf derselben wahrnimmt; dies ist aber auch nicht nöthig,