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Die Photographie.
da wir zuvor iu den Quecksilberdämpfen ein Mittel kennen gelernt haben, durchwelches selbst solche geringe Veränderungen sichtbar gemacht werden können. Setzenwir eine die richtige Zeit in der 6amar-> c>b8ours vom Lichte bestrahlte Daguerre'-sche Platte den Quecksilberdämpfen aus, so schlagen sich dieselben auf den vom Lichtegetroffenen, metallisches Silber in außerordentlich feiner Vertheilnng enthaltendenStellen nieder, und zwar wird bei angemessener Dauer dieser Einwirkung die Mengeder an den verschiedenen Stellen verdichteten Quecksilberdämpfe der Menge des da-selbst ausgeschiedenen Silbers und somit der Lichteinwirkung und auch der Lichtin-,tensität (wenn wir alles, selbst das verschiedenfarbige Licht als in gleicher Weise aufdas Jodsilbec einwirkend annehmen) proportional sein. Und in der That sieht man,wenn man ein Daguerre'sches Bild unter dem Mikroskop betrachtet, die Silbcrplattean den vom Lichte getroffenen Stellen, also an den hellen und halbschattigen Theilenmit außerordentlich kleinen Metallkügelchen von ungefähr '/s»o Millimeter bedeckt, diewahrscheinlich Silberamalgam sind und um so zahlreicher beisammenstehen, je Hellerdie Lichter sind und in den Mittönten entsprechend an Zahl abnehmen. Die
Schatten im Bilde werden durch die bloße Politur der Silberfläche erzeugt.
Über die Erzeugung von farbigen Bildern durch die Farben des Sonnenlichts.
So groß auch anfangs das Staunen und die Bewunderung über Daguerre'sEntdeckung war, so ließen sich doch bald hier und da einzelne Stimmen vernehmen,die, nicht zufrieden mit den bisherigen Erfolgen, die Foderung an die Lichtbilder stell-ten, daß dieselben nicht nur in aller Treue die Contouren und die Vertheilung vonLicht und Schatten, sondern auch sämmtliche Farben der Gegenstände, deren Abbildersie sind, wiedergeben sollten.
Einige Photographen suchten diesem Verlangen des Publicums entgegenzu-kommen und gaben vor, daß sie farbige Daguerreotypen anzufertigen im Stande
waren; und in der That zeigten die von ihnen gelieferten Bilder Farben. Indeß
waren diese Farben nicht unmittelbar durch das Licht selbst erzeugt, sondern durchdie Hand des Photographen nach Vollendung des Lichtbildes eingetragen worden.Man verwendet dazu Pastellfarben, die man mit Eucnmi srabioum abreibt, wiedertrocknet, in unsichtbares Pulver verwandelt, und mit der Spitze eines Pinsels trockenauf die betreffenden Stellen des Bildes aufträgt; durch leichtes Blasen oder durchUmwenden des Bildes und leises Klopfen entfernt man den etwaigen Überschuß, dersich nicht angehangen hat. Jetzt scheint indessen diese Art Mißhandlung der Licht-bildet wieder außer Mode gekommen zu sein.
Lassen auch wir also diese trügerische Lösung beiseite und sehen zu, ob esüberhaupt möglich ist, farbige Bilder durch die unmittelbare Wirkung des Lichts sodarzustellen, daß die Farben des Bildes genau den Farben des abgebildeten Gegen-standes entsprechen.
Wenn auch schon Seebeck, wie bereits oben (S. 623) mitgetheilt wurde, wahr-genommen hatte, daß das weiße, noch feuchte, auf ein Papier gestrichene Chlorsilberim blauen Lichte des Sonnenspectrums eine blaue, im rothen oder gewöhnlich etwasaußerhalb desselben eine meist rosenrothe oder hortensienrothe Farbe annahm, sosind doch erst speciell darauf gerichtete Versuche, die farbigen Strahlen des Spectrumsmit ihren Farben auf einer mit Chlorsilber überzogenen Platte sich abbilden zu lassen,in den letzten Jahren von Edmund Becquerel angestellt worden. Genügen auch diebisjetzt erlangten Resultate noch nicht in der Weise, daß sie unmittelbar eine prak-tische Anwendung gestatten, so dienen sie doch, um die Möglichkeit einer Verwirkli-chung der gestellten Foderung darzuthun.
Die Substanz, auf welcher Becquerel die Farben erzeugte, ist die violett ge-färbte Verbindung des Silbers mit Chlor. Becquerel hält sie für ein Silberchlo'rür,das weniger Chlor enthält als das weiße Chlorsilber, mit dem es meist gemengtist. Er stellte zuerst eine Schicht dieses Silberchlorürs dar, indem er eine gutpolirte Silberplatte in Lösungen der Chlorids oder Chlorüre von Kupfer, Eisen