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Zwöflter Band.
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Die bildenden Künste.

so reinigt man die Platte durch übergegossenes Wasser von dem Lösungsmittel undätzt sie durch Eintauchen in verdünnte Salpetersäure, der man, um die Benetzungder Platte zu erleichtern und dadurch den Angriff der Säure augenblicklich und gleich-förmig a» allen Stellen eintreten zu lassen, etwas Alkohol zugesetzt hat.

Einen etwas andern Weg hat Talbot eingeschlagen; er taucht zunächst dieStahlplatte in Essig, der mit ein wenig Schwefelsäure versetzt ist, übergießt dann dieschwach erwärmte Platte mit einer Mischung aus Knochenleim und sauerm chrom-sauern Kali und trocknet sie durch gelinde Wärme. Soll der Überzug brauchbarfein, so muß er überall gleichmäßig gelb erscheinen; entstehen wolkige Stellen, sodeuten dieselben auf eine zu starke Beimengung von sauerm chromsauern Kali. Wirdnun auf eine so zubereitete Platte ein positives Bild oder auch der Gegenstand selbst,wofern er sich dazu eignet, z. B. ein schwarzes Spitzenmuster, gelegt, so entsteht anden vom Lichte getroffenen Stellen durch die dadurch veranlaßte Wirkung der Chrom-säure auf den Leim eine braune Farbe, sodaß man ein gelbes Bild auf einemGrunde von der genannten Farbe erhält. Wird die Platte einige Minuten in reinesWasser gebracht, so löst dies an den vom Lichte nicht getroffenen Stellen das un-zersetzte saure chromsaure Kali und auch etwas vom Leim auf, sodaß das Bild dannweißlich auf gclblichbraunem Grunde erscheint. Da die Theile des Bildes, auf welchedas Wasser vorzugsweise eingewirkt hat, etwas anschwellen und auch nach demTrocknen noch etwas gehoben bleiben, so tritt das Bild etwas über die Oberflächehervor. Zum Ätzen dieses Bildes wendet Talbot dann eine verdünnte Lösung vonPlatinchlorid in Wasser an, welche auf die unveränderte Schicht des Knochenleimskeine Wirkung ausübt; nach dem Aufgießen dieser Flüssigkeit auf die horizontal ge-legte Platte werden die weißen Stellen der Platte durch die Zerlegung des an ihnendurchdringenden und mit dem Stahl in Berührung kommenden Platinchlorids ge-schwärzt; das Eisen verbindet sich nämlich mit dem Chlor des Platinchlorids, wäh-rend das Platin metallisch ausgeschieden wird. Glaubt man die Platte hinreichendgeätzt, so wäscht man sie mit kochsalzhaltigem Wasser und entfernt die Leimschichtdurch Reiben mit einem nassen Schwamm.

Poitevin benutzt das Änschwellen und Heraustreten der nicht vom Lichte ge-troffenen Stellen auf den mit Knochenleim und sauerm chromsauern Kali in derzuvor angegebenen Weise überzogenen Platten, wenn sie in Wasser getaucht undwieder getrocknet werden, um das dadurch entstandene etwas über die ebene Flächehervortretende Bild entweder in Gyps abzuformen (von dem man dann nach demgewöhnlichen Verfahren Metallplatten erhalten kann), oder auch um nach dem Ein-reiben mit Gold- oder Silberbronze auf galvanischem Wege eine Kupferplatte aufdemselben niederschlagen zu lassen, von der nachher durch die Presse Ätzdrücke ge-nommen werden können.

Die bildenden Künste in der Gegenwart.

Einleitendes.

Unter Künstlern und Laien gilt die Ansicht, unsere Kunst, soweit sich dieselbe seitden letzten 30 oder 40 Jahren entwickelt hat, bilde einen scharfen Einschnitt in derallgemeinen Kunstgeschichte und werde, gleich dem Cinquecento oder wenigstens gleichder Zopfzeit »«glorreichen Andenkens, als eine selbständige Periode von den AnnalistenDie Gegenwart. XII. 43