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Zwöflter Band.
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Die orientalische Frage.

Die Schüld wird allerdings Frankreich zugeschoben, daß die Mächte eine Pflichtdarin erblicken mußten, ohne Frankreichs Mitwirkung vorwärtszugehen. Aber nichtallein das Bedauern darüber wird sehr betont, sondern es wird ein gewandter Ge-brauch gemacht von frühern Erklärungen Frankreichs, daß es den Maßregeln derMachte in keinem Fall sich Widersehen werde, und nur selber aus verschiedenen Grün-den bei Zwangsmaßregeln gegen Mehemed-Ali sich nicht betheiligen könne. Manhoffe, daß die Trennung von Frankreich nur von kurzer Dauer sein, man verzichtenicht auf die Aussicht, daß Frankreich durch seinen „mächtigen" Einfluß in Alexan-drien das Begehren der Mächte unterstützen werde.

Guizot stellte dieser Mittheilung einige Betrachtungen voll kalter Würde, undnur die eine bestimmte Verneinung entgegen, er habe niemals errathen lassen, manwerde in keinem Fall den Maßregeln der Mächte sich widersetzen. Am 22. Juli

schreibt Guizot, der Beschluß vom 18. sei noch ein Geheimniß, die Presse, das Par-

lament, lassen kein Wort darüber lautwerden. Es ist später bekannt geworden,daß man, wie man in solchen Fällen zu thun pflegt, um eine zeitlang der Anfragenund Einreden überhoben zu sein, den Herzog von Wellington und andere leitendeMänner der Parteien vertraulich von der Sache in Kenntniß gesetzt. Guizot's Kundevom Inhalt des Vertrags ist eine sehr wenig genaue. Nur erst nach erfolgtem Aus-tausch der Ratisicationen (16. Sept. 1840) machte Lord Palmerston dem Gesandtenamtliche Mittheilung vom Text und den Anlagen des Vertrags. Diese Zögerung,in einem Fall, wo man handelte vor erfolgter Ratifikation, ist schwer in einem an-dern Licht als in dem eines absichtlichen Zeichens von Geringschätzung zu betrachten.

Thiers und der König mußten vom Abschluß höchlich überrascht sein, dennGuizot war es selbst. Eine Einigung der vier Mächte hatte der Gesandte schon am

17. März, und wieder am 24. Juni in Aussicht gestellt: eine plötzliche Einigung

hatte er unter diesem Datum für nicht unmöglich erachtet. Aber am Tage vor dem

Abschluß, 14. Juli, hatte er geschrieben: man wird uns neue Vorschläge machen,

wir haben Zeit (nous avorm cku tsrnps).

Die Aufregung am Hofe war groß. Am bittersten war Ludwig Philipp dar-über, und „er ließ es Hrn. von Apponyi in einer Napoleonischen Allocution empfin-den, daß Ostreich mit gegen Frankreich stehe. Denn Metternich, hatte er gemeint,Metternich werde nichts unterzeichnen, ohne ihm einen Wink gegeben zu haben. Sehrerbost war Ludwig Philipp über den Undank der gekrönten Häupter gegen ihn, denBändiger der Revolution. Wenn es sein muß, rief er, setze ich die rothe Mütze

auf. Ludwig Philipp war sehr weit entfernt, an Dergleichen zu denken. Er war

vielmehr immer ernstlicher darauf bedacht, den Rath, den Talleyrand ihm ertheilt,zu befolgen und in der Familie der Könige, der er fa angehöre, seinen Platz inAnspruch zu nehmen.

Der Rüstungen und des Geschreis nach der Nheingrenze erinnert sich Jeder-mann. Auch des Nheinlieds auf deutscher Seite und wie die deutschen Regierun-gen des guten Raths eingedenk waren, eine etwas freiere Bewegung der Presse ein-treten zu lassen, zweien die Zeiten so würden, daß man der öffentlichen Meinunggegen das Ausland benöthigt sein könnte. Möge man aber auch nicht vergessen,daß Venedey, wahrlich nicht den schönen Äugen der preußischen Minister, sonderndem deutschen Vaterlande zuliebe, in französischer Sprache drucken ließ, wenn es denFranzosen einfalle, nach der Rheingrenze die Hand auszustrecken, so werde ein deut-scher Flüchtling nach dem andern in dem ersten preußischen Regiment Dienste nehmen.

Im Grunde war es keiner einzigen Regierung Ernst mit dem Kriege. Derfranzösischen vielleicht am wenigsten. Die radicalen Blätter sprachen es »»verhülltaus, nachdem der Hof solange mit den Gendarmeriegeschäften der Heiligen Allianzsich befaßt, könne ihm nicht in den Sinn kommen, ernstlich gegen die Heilige Allianzrebellircn zu wollen. Thiers hatte Reden geführt, die auf bestimmte Entschließungenhinzudeuten schienen. Mochte er sehen, wie er sich aus der Sache zog.

Man spricht von Conferenzen in Windsor (gleichzeitig mit der Sendung von