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Zwöflter Band.
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1014 , Die orientalische Frage.

sein und man florirt noch immer nicht. Den Flor eines Landes verbürgen, sagteLord Dudley Stuart (22. März 1849), das ist, als wollte man zu den Jrländernsagen: Ich stehe dafür ein, daß die Kartoffelkrankheit nickt wiederkommt, oder zuden Leuten von Birmingham: Ich garantirc., daß in Deutschland weder Messernoch Scheren mehr gemacht werden. Wer eine solche Bürgschaft übernimmt, demmüssen große Mittel, weitgehende Befugnisse zugebote stehen. Daß er muß inter-veniren können, ohne Waffen und auch mit Waffen, nach Belieben, das sieht Jeder-mann ein.

Wir wollen denn nicht weiter untersuchen, wie die Bewegung entstanden sei,die in der Moldau zuerst in Scene trat'und in deren Folge der russische CommiffarDuhamel erklärte, der Kaiser werde Anarchie in den unter seinen Schutz gestelltentürkischen Provinzen nicht dulden. Was die Walachei betrifft, wo der Metropolitan der Spitze der Reformpartei stand, so durfte diese Partei in einem Schreibe»der provisorischen Regierung an den Kaiser von Rußland (20. Juli 1848) rühmen,in drei Stunden, ohne Störung der öffentlichen Ruhe, ohne Unfall, sei die „Re-volution" vollendet gewesen. Natürlich mußten aber doch Russen einrücken. EinRundschreiben des Grafen Nesselrode (1. Aug. 1848 a. St.) motivirt die Sache,die als Widerspruch gegen den jüngst ausgesprochenen Vorsatz der Nichtdazwischen-kunft erscheinen könnte. Moldau und Walachei sind nicht unabhängige Staate»,auf welche allein jene Theorie sich bezieht. Ihre Lage ist exceptionell, ganz auf Ver-träge begründet. Die Bewegungspartei will einen getrennten, unabhängigen dako-romanischen Staat. Rußland kann dies, aus Rücksicht auf die Pfprte (die demlockenden Beispiel bald Bulgarien und Rumelien würde folgen sehen) und aus Rück-sicht auf sein eigenes, bedrohtes Bessarabien nicht dulden. Es intervenirt kraft derVerträge, im gemeinsamen Einverständniß mit der Hohen Pforte; es wird die Pro-vinzen wieder räumen, wenn die Ordnung in der Walachei hergestellt ist, oder wenndie Pforte glauben wird hinlängliche Bürgschaft zu haben für die fernere Ruhe derbeiden Provinzen.

Es thu» sich hier einige Bedenken auf. Es legt zwar Soliman-Pascha in sei-nem Schreiben an die Bojaren (31.'Juli 1848) auch die Unzufriedenheit der HohenPforte an den Tag über „ungesetzliche Schritte"; aber Soliman-Pascha kam mitHeeresmacht, ihm folgten Fuad-Efendi und Achmed-Efendi. Kamen die Türken nichtso rasch heran als möglich, so lag es daran, daß sie (mit ihren Kanonen) erst dierussische Quarantäne bestehen mußten. Drei Mitglieder der aufgelösten provisorischenRegierung, die vom Volk wieder gewählt wurden, Golesco, Teil und Eliade, ließSoliman-Pascha sich gefallen, und foderke dagegen den russischen Kommissar zurRäumung der walachischen Grenze bereits am 2. Sept. auf, was nicht aussieht,als hätte die Pforte geglaubt der Russen zu bedürfen. Lord Palmerston gab (1. Sept.1848) in Antwort auf eine Anfrage die folgenden Aufschlüsse. Die russischen Trup-pen seien auf die Anfoderung des Hospodars, ohne Befehl von Petersburg ringe-rückt. Der russische Gesandte in Konstantinopel habe dem Befehlshaber der Truppengeschrieben, die Türkei sende selbst einen Kommissar, die Gegenwart der russischenTruppen werde also nicht mehr nöthig sein. Darauf , haben die Truppen sich zurück-ziehen wollen, es sei aber mittlerweile von Petersburg Befehl eingetroffen, daß siebleiben sollten. Daß Lord Palmerston den Einmarsch ganz in der Ordnung findet,braucht nicht gesagt zu werden.

Was die Tendenz der Bewegungspartei betrifft, so versichern die Romanen ineiner Adresse an den Sultan (August 1848), es sei ihnen niemals eingefallen, vonder Hohen Pforte sich loszusagen; wenn der Sultan ihre neue Verfassung bestätige,so soll die Brust ihrer Söhne eine». Wall bilden für die Stadt Konstantinopel.Eliade, in seinen Denkwürdigkeiten, aus welchen N. Nousso (in dem Ergänzuugs-hefte zu Ncgnault's „Donaufürstenthümern", Paris 1855) reichliche Auszüge gibt,verwahrt sich aufs bestimmteste gegen den Gedanken eines großen, von der Pforteunabhängigen Romaniens. Man braucht freilich »och kein enthusiastischer Türke zu